Kapitel 17: Date?

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Emma
Wie verabredet, fand ich mich am Nachmittag in einem Café wieder und wartete auf Leyla. Ich wartete seit etwa fünf Minuten und machte mir seitdem Gedanken. Was sollte ich ihr bezüglich Jane sagen? Ich wollte sie nicht anlügen, schließlich war sie meine beste Freundin, aber konnte ich ihr zu der Zeit vertrauen? Sie hatte Gefühle für mich und wer wusste schon, wie sie es aufgenommen hätte, wenn ich es ihr erzählt hätte. Nur konnte ich es nicht mit meinem Gewissen vereinbaren, sie dreist anzulügen. Mensch war das eine Zwickmühle.
"Hey." holte mich dann irgendwann Leyla aus meinen Gedanken und setzte sich an den Tisch. Sie bestellte sich eine heiße Schokolade und wandte sich dann an mich. "Es tut mir leid Emma. Ich weiß, dass ich in der letzten Zeit echt nicht fair war, aber ich wusste nicht, wie ich mit den Gefühlen umgehen sollte. Um ehrlich zu sein, weiß ich es noch immer nicht. Ich möchte unsere Freundschaft nicht zerstören, verstehst du?" fing sie an. Ich nickte verständnisvoll. "Ich verstehe das, aber sowas sollte unsere Freundschaft nicht kaputt machen. Natürlich ist das eine neue Situation für uns, aber wir schaffen doch alles." antwortete ich. Wir hatten schon soviel zusammen durchgemacht, also mussten wir doch auch sowas packen können. "Ja. Ja, du hast recht." Dann herrschte erstmal Ruhe, denn beide wollten das Thema aufgreifen. Jane. Wieder überlegte ich, ob und wie viel ich sagen konnte. "Ich glaube, dass sie auch etwas für dich empfindet." Ich hielt die Luft an. "Kann sein, dass ich mich irre, aber sie mag dich ganz sicher. Mehr als andere Schüler." erklärte sie. Meinte sie das ernst? Also ja, sie empfand etwas für mich, aber merkte man ihr das an? "Worüber denkst du nach?" Ich wollte gerade antworten, doch sie kam mir zuvor. "Und sag die Wahrheit. Vergiss einfach für für Moment, dass ich Gefühle für dich habe." Was sollte ich tun?

Ich hatte hin und her überlegt, entschied mich schließlich für die Wahrheit. "Ich bin in sie verliebt, wie du bereits gemerkt hast und du hast Recht. Sie empfindet auch etwas für mich." Ich erzählte ihr soviel, wie sie wissen musste und überraschenderweise freute sie sich für mich. Klar war sie meine beste Freundin, aber selbstverständlich war das nicht. "Oha, krass. Das ist echt... wow! Also mein Mund bleibt definitiv fest verschlossen, versprochen." Meine Dankbarkeit war nicht in Worte zufassen. Es hatte gut getan, ihr endlich alles zu erzählen und nun keine Geheimnisse mehr zu haben. Aber wie sollte ich Jane jetzt erklären, dass eine dritte Person involviert ist? Was wäre, wenn sie darüber sauer geworden wäre? Darüber hatte ich mir noch überhaupt keine Gedanken gemacht. Ich hatte nur daran gedacht, was für mich die beste Option wäre und sie dabei ganz außenvor gelassen. Ich nahm mir vor, sie am Abend anzurufen, wie ich es ihr versprochen hatte.

Dies tat ich dann auch am Abend. "Hallo?" fragte Jane, als sie abnahm. Gott, ich liebte ihre Stimme. "Hey, ich bin es." meldete ich mich und war sehr nervös gewesen. "Oh, hey. Wie lief das Treffen?" kam sie direkt auf das Thema und brachte mich völlig aus der Fassung. "Ehm.. Also.." ich bekam fast kein Wort raus und versuchte, erfolglos, meine Atmung zu kontrollieren. "Hey, langsam." sagte sie liebevoll. Ich atmete nochmal tief ein. "Ich habe ihr die Wahrheit gesagt, nachdem wir unserer Konflikt geklärt haben." kam es schließlich über meine Lippen. Doch weiterhin zitterte ich am ganzen Körper. Was würde sie sagen? "Welche Wahrheit? Über uns?" fragte sie. Ich konnte ihre Reaktion nicht deuten. "Ja, genau die Wahrheit. Bitte sei mir nicht böse.." Sie unterbrach mich. "Emma, alles gut. Sie ist deine beste Freundin und wenn du ihr vertraust, dann vertraue ich ihr auch." Ich war erleichtert. Obwohl, das war noch ziemlich untertrieben. "Oh Gott, danke." Sie fing am anderen Ende der Leitung an zu lachen und brachte damit mein Herz, wie schon oft zuvor, auf eine andere Frequenz. Ich liebte ihre Lache. "Hast du schon gegessen?" fragte sie plötzlich. Ich verneinte. "Wenn du magst, hole ich dich bei dir ab und fahren zu mir, um Pizza zu bestellen." schlug sie vor. Begeistert stimmte ich zu und wir legten auf. Ich sprang daraufhin auf, um mir etwas aus meinem Schrank zusuchen und nochmal frisch zu machen.
Als Jane da war, schrieb sie mir. Selbstverständlich hatte sie sich etwas abseits gestellt, damit es nicht zu auffällig war. "Ich fahre zu Leyla, wartet nicht mit dem Essen." rief ich meinen Eltern noch zu, bevor die Tür ins Schloss fiel und ich mit schnellen Schritten zu Janes Auto ging. "Hey." sagte ich, als ich einstieg. "Hey." Sie fuhr los und richtete ihre Konzentration auf den Verkehr. Ich dagegen schaute sie die ganze Fahrt an, woraufhin sich eine angenehme Wärme in mir ausbreitete. Wie immer, sah sie wunderschön aus. Sie trug eine weiße Hose, darauf eine blaue Bluse und ihre Haare hat sie halb hochgesteckt. Ihre Schuhe sehe ich nicht, aber ich tippe auf blaue Chucks oder Converse. "Alles okay?" fragte sie, als wir an einer Ampel zum stehen kamen. Sie hatte wohl bemerkt, dass ich sie angestarrt hatte. "Du bist wunderschön." antwortete ich, ohne über meine Worte nachgedacht zu haben. Wärme stieg in meine Wangen und ich war davon überzeugt, dass sie rot waren. "Danke. Du siehst sehr hübsch aus." kam es noch von ihr, bevor sie weiterfuhr. Alleine dieser Satz bewirkte, dass ich überglücklich war. Zwar war nicht klar, was aus uns werden würde, aber das störte mich gar nicht. Ich hatte gelernt, in der Gegenwart zu leben und nicht in der Vergangenheit.

"Wir sind da." Wir stiegen aus und ich folgte Jane, in ihre Wohnung. Diese recht schlicht, aber dennoch gemütlich gehalten war. Gemeinsam gingen wir in ihr Wohnzimmer, in diesem eine große beige Couch stand. Außerdem befand sich in diesem eine Kommode, ein großer Fernsehr und ein paar Pflanzen. Ich hatte außerdem gesehen, dass sie ein Balkon hatte. "Was möchtest du für eine Pizza haben?" fragte mich Jane. Ich überlegte und entschied mich für eine einfache Salami Pizza. Sie dagegen bestellte sich eine Thunfischpizza. Nachdem sie die Bestellung aufgegeben hatte, setzen wir und auf die Couch. "Danke für die Einladung zum... Date?" fragte ich etwas nervös. Jane schmunzelte und nahm meine Hand in ihre, um über diese zu streichen.

Can it be wrong? | Jane Clarke & Emma Krämer {1}Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt