Kapitel 28: Suizidversuch mit Erfolg

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Emma
Die nächsten Wochen verliefen ähnlich, wobei die Ferien nun vor der Tür standen. Es war die vorletzte Schulwoche und erneut versuchte Jane, mit mir zu sprechen. Ich wollte dies selbstverständlich nicht, sie ließ mir aber keine Wahl. "Emma, du bleibst jetzt bitte hier!" kam es nun viel ernster. Ich drehte mich also um, ging zu meinem Platz und schaute sie schweigend an. "Was willst du?" fragte sie etwas verzweifelt, versuchte aber standhaft zu klingen. "Das du glücklich bist." Und das war die Wahrheit. Meine einzige Intention war es gewesen, sie glücklich zu machen, nicht mehr. In der letzten Zeit wurde mir aber bewusst, dass sie das, mit mir, nicht werden konnte. Ich war schwierig und ein krankes Kind. Auf Dauer hätte es nicht geklappt, davon war ich überzeugt. "Aber ich bin doch glücklich, mit dir. Ich möchte nichts einfaches, wenn ich dafür auf dich verzichten muss." Überzeugt schüttelte ich den Kopf und wollte nichts davon hören. "Sag das nich-" fing ich an, aber Jane unterbrach mich sofort. "Verdammt.. Ich liebe dich Emma!" Sie war aufgebracht. Ihr fiel es nun um einiges schwerer, ihre Verzweiflung zu verbergen und gerade als ich etwas sagen wollte ging sie einfach. "Ich werde dich immer lieben, glaub mir das und ich lasse nicht zu, dass du das alles, wegen deiner psychische, beendest." waren ihre letzten Worte. Wieder einmal war ich nicht fähig, mich zu bewegen und blieb stattdessen wie angewurzelt stehen. Auf diese Weise, hatte ich sie noch nie erlebt, was mir ungewollt nahe ging. Für mich gab es noch einiges zu sagen, aber ich wollte ihr übers Wochenende zeitlassen, um zur Ruhe zu kommen. In der nächsten Woche würde ich das Gespräch suchen.

Aber am Montag war sie nicht da, was natürlich daran liegen konnte, dass es ihr nicht gut ging, wegen mir. Doch auch die nächsten Tage kam sie nicht, wodurch ihre Stunden vertreten wurden. Irgendwann entschied ich mich dazu, ihr zu schreiben, aber diese Nachrichten gingen nicht bei ihr ein. Noch Tage später, war nur ein Haken zusehen, was mich immer mehr in das Tief sinken ließ. Ich wollte mit ihr reden, sie nach ihrer Hilfe bitten, aber das konnte ich nicht. Es machte den Anschein, als wäre sie einfach gegangen. Als hätte sie mich alleingelassen, dabei wollte sie doch verhindern, dass wir ein Ende fanden. Was wurde aus ihrem Versprechen? Es machte kein Sinn, dass gerade ich ihr Vorwürfe machte, aber das letzte Gespräch hatte mich getroffen, mich mitgenommen. Meine Zweifel hatten zwar nicht nachgelassen, aber meine Liebe wuchs stetig an, ich war sogar bei meiner Therapeutin gewesen. Das sie ein paar Tage Ruhe brauchte, verstand ich, aber Wochen? Das konnte ich nicht verstehen und wollte ich im Endeffekt auch nicht. Obwohl ich nicht daran glaubte, hoffte ich jeden Tag, dass sie da sein würde, aber hoffnungslos. Auch nach den, für mich zu langen Ferien, kam sie nicht zurück und meldete sich nicht bei mir. Keiner konnte mir Antworten geben. Meine Kraft schwindete und ich war wieder ein Mal an einem Punkt angelangt, welchen ich so sehr verabscheute. Ich dachte über den Suizid nach, obwohl ich mich so dagegen sträubte. Jane hatte mir gezeigt, was es heißt zu leben, aber ohne sie konnte ich das nicht. Sie hatte mir geholfen und mich nun im Stich gelassen. Es schmerzte, sehr sogar und ich wollte nicht mehr. Noch nie war der Wille, zu sterben, so groß gewesen. Nach einem langen Schultag, ging ich also nicht nach Hause, sondern schaute bei einem alten Kumpel vorbei, welcher mir Gras verkaufte. Es war nicht wenig, was aber gut war. Ich fuhr also mit dem Fahrrad irgendwohin, wo es ruhig war und fand mich an einem bestimmten Ort wieder. Es war der Ort, welcher nur Jane und mir gehörte. Über mein Gesicht liefen Tränen, als ich mich bekiffte, bis mir alles gleichgültig war. Die Klinge hielt ich bereits seit einigen Minuten in der Hand, hatte gehofft, dass Jane jeden Moment kommen würde, doch nichts passierte. Ein letztes Mal schaute ich auf mein Handy, doch nach wie vor, sah ich nur einen Haken. Also sperrte ich dieses, schaute auf die Klinge und setzte diese an meinen rechten Arm an. Das Blut kam in strömen raus, was mir signalisierte, dass ich meine Pulsader getroffen hatte. Bevor ich das gleiche am anderen Arm tat, schaute ich mir an, wie mich ein Teil meiner Seele verließ. Wobei der erste Teil bereits von mir gegangen war, als Jane nicht mehr wiederkam. Auch am anderen Arm setze ich die Klinge an und setze einen tiefen Schnitt. Mir wurde schwindelig und ich hatte Mühe, meine Augen aufzuhalten. Lange schaffte ich dies nicht, denn kurze Zeit später wurde mir schwarz vor Augen. Das letzte was ich mitbekam war, dass mein Handy ununterbrochen geklingelt hatte. Aber so gerne ich auch gewusst hätte, wer mich anrief, es war zu spät.

Ich liebe dich Jane, dachte ich noch, bevor ich schließlich starb.

Es tut mir so leid Leute! Ich könnte gerade selbst heulen, aber ich fand das Ende nunmal am besten. Zwar bin ich mit den letzten Kapiteln nicht ganz zufrieden, da es relativ schnell ging, aber es hat Spaß gemacht. Dies ist mein erstes, beendetes Buch und ich hoffe sehr, dass es euch gefallen hat.❤ Ihr werdet aufjedenfall noch etwas von Jane hören. ;)

Can it be wrong? | Jane Clarke & Emma Krämer {1}Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt