Höhepunkt
So sehr sie Felix' Worte auch ignorieren wollte, Fiona schaffte es nicht. Es triggerte sie ungemein, wie nah er er mit seinen Aussagen an der Wahrheit war. Auch wenn sie nicht sagen würde, dass Patrick langweilig war. Man konnte viel Spaß mit ihm haben. Er war einfach nur erwachsen und bedachter geworden. Es war doch lieb von ihm, dass er sich um ihr Wohlergehen sorgte. Das Feuer, von dem Felix sprach, das fehlte ihr allerdings wirklich. Vielleicht hatte sie einen falschen Eindruck auf ihn gemacht. Vielleicht war er der Meinung, er würde sie verschrecken, wenn er sie mal ein bisschen fester anfassen würde. Wenn dem so war, musste Fiona einfach mal die Zügel in die Hand nehmen. Dann würde das schon laufen. Da war sie sich sicher.
Die Party hatte ihren Höhepunkt schon lange erreicht und die meisten Gäste waren bereits nach Hause gegangen. Vereinzelt saßen noch ein paar Leute zusammen und unterhielten sich. So auch Ana, Lara, Fiona, Patrick und Felix, die in der kühlen Sommernacht draußen auf dem Balkon saßen.
„Und wie lange bist du dann weg?" fragte Lara Patrick, der grade davon erzählte, dass er in ein paar Tagen nach Portugal, zu seine Familie, fliegen würde.
„Drei Wochen." antwortete er, leicht bedrückt. „Wenn ich vorher gewusst hätte, was sich hier alles entwickelt—" sanft streichelte er Fionas Oberschenkel. „Dann hätte ich den Urlaub nicht so lange gebucht."
„Ach, drei Wochen vergehen doch wie im Flug! Ehe ihr euch verseht, liegt ihr euch wieder in den Armen." sprach Ana und lehnte ihren Kopf gegen Laras Schulter. Ihre Augen waren klein und wirkten müde.
„Es sei denn, einer von euch findet innerhalb der drei Wochen was besseres." sprach Felix unbeeindruckt, lehnte sich nach vorne und drückte seine Zigarette im Aschenbecher aus. Alle blickten ihn entsetzt an.
„Na, was denn? Kann doch passieren. Die beiden vögeln grade mal seit zwei Wochen. Bei so einem jungen Glück können drei Wochen, ohne sich zu sehen, fatal sein."„Sowas sagt man trotzdem nicht." ermahnte Lara ihn.
„Sorry, wenn ich hier scheinbar der Einzige bin, der nicht durch eine rosarote Brille schaut."
„Schon okay. Ich verstehe deinen Punkt, aber das wird bei uns nicht passieren." machte Patrick klar.
„Bist du dir da sicher?" fragte Felix provozierend und blickte ihn ernst an.
„Sehr sicher." entgegnete sein Gegenüber und erwiderte den Blick. Fiona sah zwischen den beiden hin und her.
„Alles klar, genug mit eurem Alphatier-Gehabe." seufzte sie und legte ihre Hand auf Patricks Wange, zwang ihn, sie anzusehen. „Er labert scheiße. Es wird sich in diesen drei Wochen nichts ändern. Vertraust du mir?"
„Klar." murmelte er.
„Gut." antwortete sie und warf Felix einen garstigen Blick zu. Dieser grinste nur schelmisch. Dann wandte sie sich wieder zu Patrick. „Ich finde, wir sollten uns jetzt auch langsam verabschieden. Ich habe noch etwas mit dir vor."
„Uuuuh." tönten Lara und Ana gleichzeitig. „Denkt daran, die Wände in dieser Wohnung sind sehr dünn." lachte Lara.
„Ich weiß. Das durfte ich in den letzten Wochen auch schon feststellen." murmelte Fiona und die beiden warfen entschuldigend die Hände in die Luft. Sie nahm Patrick an der Hand und zog ihn ungeduldig vom Sofa hoch.
„Jaaha, ich komme ja schon." lachte Patrick. „Viel Spaß noch, Leute." verabschiedete er sich.
„Danke, euch auch." grinsten Lara und Ana, während Felix einfach nur still beobachtete, wie die beiden in der Wohnung verschwanden.
„Was hast du es denn so eilig?" lachte Patrick, der sich von Fiona durch die halbe Wohnung schleifen lies.
„Ich habe dich einfach vermisst und will die unendlichen Stunden ohne dich aufholen." sprach diese, als sie Patrick vor ihrer Zimmertür zu sich heran zog.
„Das war wohl heute ein Gläschen zu viel, was?"
„Und wenn schon? Das macht mich locker. Genieß es einfach." flüsterte sie ihm zu, stieß ihre Zimmertür auf und schubste Patrick leicht in's Zimmer. Bevor sie ihm nach ging, sah sie noch einmal Richtung Wohnzimmer. Am Ende des Flurs stand Felix und starrte sie an. Eine Millisekunde, die sich für Fiona anfühlte wie eine Ewigkeit, hielten die beiden Blickkontakt. Dann wandte sie ihre Aufmerksamkeit wieder Patrick zu, der am Rand ihres Bettes saß und sie lüstern ansah. Sie trat über die Türschwelle in ihr Zimmer, schloß die Tür hinter sich und öffnete ihre Bluse. Patrick beobachtete jede ihrer Bewegungen genau. Die Bluse fiel auf den Boden, gefolgt von ihrer Jeans. In farblich zueinander abgestimmter Unterwäsche stand sie vor ihm.
„Gefällt dir, was du siehst?" fragte sie und legte ihren Kopf schief.
Patrick nickte grinsend. „Und wie."
Zufrieden grinsend ging sie auf ihn zu und nahm Platz auf seinem Schoß. Sie küsste sich ihren Weg an seinem Hals entlang und öffnete dabei gekonnt jeden einzelnen Knopf seines Hemdes.
„Ich bin nicht aus Glas." flüsterte sie. „Berühr' mich."
Patrick tat, wie ihm befohlen. Vorsichtig tastete er sich bis zu ihrem BH Verschluss vor, öffnete diesen und arbeitete sich dann zu ihren Brüsten vor. Fionas Blicke folgten seinen Händen. Er knetete sanft ihre Brüste. Zu sanft für ihren Geschmack. Sie legte ihre Hände auf seine und drückte diese fester zu.
„Ich bin nicht aus Glas." wiederholte sie. Patricks Augen wurden dunkler. Er drehte sie von sich herunter und sie landete mit dem Rücken auf ihrem Bett. Er lehnte sich über sie, öffnete dabei mit einer Hand den Gürtel und Verschluss seiner Hose und zog diese nur soweit runter, wie nötig.
„Was genau willst du von mir?" fragte er mit rauer Stimme.
Fiona blickte ihn an. Das Licht der Straßenlaternen ließ nur erahnen, wie er sie grade ansah. Alles, was sie erkennen konnte, waren die Konturen seines Gesichts.
„Ich will..." begann sie, blinzelte einmal, und sah plötzlich Felix' Gesicht vor ihr. Statt zurück zu weichen, sah sie ihn nur an. Seine blauen Augen hypnotisierten sie, seine Lippen zogen sie magisch an.„Du willst?" hörte sie eine Stimme fragen, die wie Felix' klang.
„Ich will, dass du mich fickst, bis ich deinen Namen schreie." sprach sie mit zitternde Stimme und spürte kurz darauf, wie er in sie eindrang.
„Bist du noch wach?" eine Stimme riss sie aus dem Halbschlaf. Sie riss die Augen auf und drehte sich um. Neben ihr lag Patrick. Grinsend musterte er sie. „Tut mir Leid, ich wollte dich nicht wecken."
„Ich war noch nicht ganz eingeschlafen." nuschelte sie.
„Ich muss jetzt los."
„Was?" verwirrt sah sie ihn an. „Jetzt schon? Wie spät ist es?"
„Halb 7." antwortete er.
„Aber es ist Sonntag." beschwerte sie sich und Patrick lachte.
„Ja, erzähl das mal Bentley, der bestimmt schon seit einer halben Stunde darauf wartet, dass sein Napf gefüllt wird."
Achso." murmelte sie in ihr Kissen. „Na gut."
Patrick lehnte sich zu ihr rüber und gab ihr einen Kuss auf die Stirn. „Ich melde mich später." flüsterte er.
„Mhm." machte Fiona, ehe sie ein paar Momente später endgültig in den Schlaf fiel.
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Überwiegend Macho (Felix Lobrecht FF)
FanfictionFiona ist 32 Jahre alt, gelernte Modedesignerin und aufgewachsen zwischen Junkies und Plattenbausiedlungen. Sie selbst kommt aus gutbürgerlichen Verhältnissen. Anders, als ihre ehemaligen Klassenkameraden, von denen sie dachte, sie nie wieder sehen...