Hilfe
„Echt lieb von dir, dass du mir deine Jacke gegeben hast. Ist doch kälter geworden, als ich dachte." sprach Fiona angeheitert, als sie, Felix, Ana und Lara spät in der Nacht ihre Wohnung betraten.
„Ich kann ja nicht einfach mit ansehen, wie du frierst." antwortete Felix. Er beobachtete sie dabei, wie sie unbeholfen versuchte, sich aus der Jacke zu pellen. „Komm her. Ich helfe dir." lachte er und zog behutsam an den Ärmeln. In dem Moment stolperte sie über ihre eigenen Füße, fiel direkt in seine Arme und lachte. So herzlich und frei, wie Felix es selten von ihr gehört hatte. Fiona klammerte sich so stark an ihn, dass er kurz den Wunsch verspürte, sie würde ihn nie wieder loslassen.
„Sorry, mein Fuß war im Weg." sprach sie kichernd und stellte sich wieder auf.
„Soll ich dich tragen, oder schaffst du es alleine in's Bett?" amüsierte er sich.
„Ich bin eine starke, unabhängige Frau. Ich lasse mich nicht tragen." demonstrierte sie wie ein kleines Kind.
„Okay, okay." lachte er.
„Aber mitkommen sollst du trotzdem." murmelte sie, als sie sich die Schuhe von den Füßen streifte.
„In dein Bett?"
„Mhm." machte sie, ging einen Schritt auf ihn zu, legte ihre Arme um ihn und schaute ihn mit ihren großen, grünen Kulleraugen an.
Prüfend blickte Felix zu Ana, die ihm gegenüber stand und ihn böse ansah.
„Keine Sorge, die beiden wissen jetzt Bescheid." erklärte Fiona, als sie seinen Blick bemerkte.
„Das ist gut." murmelte er leise. Wissend, dass seine beste Freundin ihm jeden Moment die Tour versauen könnte. „Na komm, dann bringen wir dich mal in's Bett."
Wie ein Koalababy an seine Mama klammerte sich Fiona an Felix und so trug er sie letztendlich doch in ihr Zimmer.
„Du riechst so gut." nuschelte sie gegen seinen Hals, als Felix die Tür hinter ihnen schloss und vor Fionas Bett stehen blieb.
„Willst du mich nicht loslassen?" lachte er, als sie keine Anstalten machte, sich zu bewegen.
„Nein." antwortete sie deutlich.
„Aber du musst dich ausziehen."
„Ah, du willst also, dass ich mich ausziehe." grinste sie ihn an.
„Ja." grinste er. „Aber in erster Linie zu deinem Komfort."
„Und in zweiter Linie?" fragte sie auffordernd und Felix biss sich in die Unterlippe.
„Frag nicht so, als würdest du das nicht wissen." antwortete er und setzte sie vorsichtig auf dem Bett ab, doch ihre Arme wollten ihn nicht gehen lassen.
„Dann zieh mich aus." flüsterte sie nah an seinem Ohr, was Felix sich nicht zwei mal sagen ließ.
„Du machst mich fertig." schnaubte er, als er sich von ihr herunter drehte und sich auf's Bett fallen ließ. „Wie kannst du in deinem Zustand überhaupt noch irgendwas?"
„Ist eine Gabe." grinste sie, während sie sich an ihn kuschelte und den Kopf auf seiner Brust ablegte.
Eine ganze Weile lagen sie nur so da, bis Felix sich ein Herz fasste, um endlich Tacheles zu reden. Der Alkohol schenkte ihm den nötigen Mut. Besser sie würde es von ihm selbst erfahren, als von Ana. Anderenfalls würde sie ihn wahrscheinlich nur noch mehr hassen und so konnte er wenigstens noch versuchen, alles grade zu biegen.
„Fiona?" begann er.
„Mhm?" machte sie leise.
Felix atmete noch einmal tief ein. Er wusste schon jetzt, dass er es bereuen würde, aber Fiona hatte die Wahrheit verdient.
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Überwiegend Macho (Felix Lobrecht FF)
FanfictionFiona ist 32 Jahre alt, gelernte Modedesignerin und aufgewachsen zwischen Junkies und Plattenbausiedlungen. Sie selbst kommt aus gutbürgerlichen Verhältnissen. Anders, als ihre ehemaligen Klassenkameraden, von denen sie dachte, sie nie wieder sehen...