Sauer
Nachdem sie, vor dem Büro, ewig auf der Suche nach einem Parkplatz war, fand sie endlich eine kleine Lücke und versuchte, sich mit aller Mühe, mit ihrem kleinen Mini Cooper hinein zu quetschen. Sie kurbelte nach rechts, fuhr rückwärts seitwärts hinein, stand viel zu schief, korrigierte ihren Zug und rutschte auf den letzten Zentimetern mit ihren nassen Sohlen vom Pedal. Ein dumpfes Geräusch hinten am Fahrzeug ließ sie aufschrecken.
Fuck!
Fiona machte den Motor aus, schnallte sich ab, stieg aus dem Wagen und ging ein paar Schritte um's Auto herum. Ihr Wagen zierte nun rechts hinten eine große Macke. Als sie sich das andere Auto ansah, wurde ihr schlagartig bewusst, wessen Wagen sie da demoliert hatte.
Berliner Kennzeichen, FL.
Felix.
„Verdammte Scheiße!" fluchte sie. Als wäre die Stimmung zwischen ihr und ihm nicht sowieso schon angespannt genug, haute sie auch noch eine Macken in sein neues Auto.
Fiona seufzte, holte ihr Handy aus der Tasche und wählte Julians Nummer. Felix würde sowieso nicht rangehen, wenn sie ihn anrief.„Ja?" ertönte es am anderen Ende der Leitung.
„Hey, ich bin's. Ehm... kannst du Felix mal kurz runter schicken? Zu seinem Auto?"
„Warum?" fragte Julian.
„Tu's bitte einfach." antwortete sie.
„Alles klar."
Nervös lief sie auf und ab und wartete darauf, dass Felix endlich runter kam. Als sie hoch blickte, sah sie, wie er auf sie zu getrottet kam.
„Tach." begrüßte er sie, ohne sie überhaupt richtig anzusehen. „Was los?"
„Ganz kurz, bevor du ausrastest: das war keine Absicht und ich komme auf jeden Fall dafür auf!" erklärte Fiona nervös.
Endlich sah Felix sie an. „Häh?" machte er mit zusammen gezogenen Augenbrauen.
„Ich habe dir ne Delle in dein Auto gefahren." sprach sie kleinlaut und deutete auf die Front seines Mercedes'.
Prüfend führte sein Blick um die Ecke. „Wie hast du das denn geschafft?"
„Ich wollte einparken. Ich bin nicht besonders gut darin." murmelte Fiona und Felix musste schmunzeln.
„Dit seh ick." entgegnete er und blickte auf ihren Wagen, der noch immer halb auf die Straße ragte. „Soll ich dich einparken?"
„Bist du gar nicht sauer?" fragte sie überrascht.
„Doch, aber bevor du auch noch Julians Wagen demolierst, übernehme ich lieber das Parken." antwortete er und deutete auf das schwarze Auto vor ihr.
„Oh." murmelte sie. „Ja dann... wenn du das machen würdest." sie überreichte ihm wehmütig den Schlüssel. Kurzerhand setzte er sich an's Steuer, startete den Motor, setzte einmal komplett vor und stand einige Momente später perfekt in der Parklücke.
„Danke." murmelte sie, als er ausstieg und ihr den Schlüssel wieder in die Hand drückte.
„Wie machen wir das am Besten? Ich kann dir das Geld auch so geben. Dann werde ich wenigstens von meiner Versicherung nicht runter gestuft."
„Passt schon." winkte er ab. „Kommst du jetzt mit hoch?"
Überrascht sah Fiona ihn an. „Wie? Nee nee. Nichts passt schon. Ich zahle das!"
„Brauchst du nicht." entgegnete er, ließ sie stehen und lief Richtung Bürotür.
„Ey!" rief sie hinterher und folgte ihm. „Warum lässt du mich das nicht bezahlen?"
Sie wartete auf eine Antwort, doch bekam keine.
„Du lässt mich das gefälligst bezahlen! Denkst du, ich kann mir das nicht leisten? Bleib stehen jetzt!" Fiona packte ihn an der Schulter, um ihn zu stoppen. Felix blieb stehen und sah sie an.
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Überwiegend Macho (Felix Lobrecht FF)
FanfictionFiona ist 32 Jahre alt, gelernte Modedesignerin und aufgewachsen zwischen Junkies und Plattenbausiedlungen. Sie selbst kommt aus gutbürgerlichen Verhältnissen. Anders, als ihre ehemaligen Klassenkameraden, von denen sie dachte, sie nie wieder sehen...