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17. Kapitel

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Ich spürte immer wieder Matteos Blick auf mir, ignorierte ihn aber gekonnt. Wenn er so weiter macht werden wir irgendwann wirklich nur noch Chef und Angestellte. Nach meinen Aufwärmübungen ging ich zu den Langhanteln, stellte meine Wasserflasche daneben ab und bereitete den Platz mit einem Handtuch vor. Langsam lies ich mich nieder, ehe ich begann die Langhantel von der Halterung runter zu nehmen und meinen Satz zu machen.

Auch hier ging das Gefühl beobachtet zu werden nicht weg, was mich irgendwie etwas störte, doch ich ignorierte es weiterhin. Ich dachte nochmal über alles nach, wie wir uns kennen gelernt haben, die Entführung, und die Situation letztens. Durch das ganze Nachdenken hatte ich die Kontrolle über meinen Körper etwas verloren, weshalb die Langhantel auf meinen Körper fiel. Durch den plötzlichen Schock hatte ich für einige Sekunden keine Luft mehr bekommen, meine Brust tat weh und ich fühlte mich zerquetscht und eingeengt. Ich hasse es wenn ich mich nicht bewegen kann-

Mit Mühe versuchte ich die Hantel von meinem Oberkörper runter zu bekommen, schaffte es allerdings nicht wirklich. Meine Augen hatte ich vor Schmerz zugedrückt, bis mir das Atmen wieder leichter fiel. Der Druck, der gerade für Sekunden, der sich wie Stunden angefühlt hatte, auf mir lag, war weg. Langsam öffnete ich meine Augen und erkannte über mir einen, sage und schreibe, besorgten Matteo. Mein Blick hingegen war kalt und etwas enttäuscht, versuchte das zweite aber zu verdecken.

>>Wir müssen reden<<, meinte Matteo plötzlich. Bevor ich antwortete sah ich ihn unglaubwürdig an.

>>Da gibt es nichts zu reden.<<, antwortete ich trocken. Ich hatte gerade echt keine Lust und Kraft dazu mit ihm über vergangene Situation zu reden. Er ist schließlich weg gegangen und hat mich alleine sitzen lassen.

>>Bitte, lass es mich erklären<<, widersprach er mir. Immer noch konnte man die Traurigkeit in seiner Stimme und tatsächlich auch in seinem Gesichtsausdruck erkennen. Ohne weiter darauf einzugehen setzte ich mich auf, nahm meine Flasche und trank etwas daraus. Bevor ich noch den nächsten Schluck nehmen konnte, nahm er mich bei der Hand und zerrte mich nach draußen.

Als wir nun vor der Tür standen riss ich mich aus seinem Griff und rieb mir mein Handgelenk, da er mich fest gehalten hatte. >>Was ist mit dir los? Zuerst bist du der nette Typ und hilfst mir, dann lässt du mich sitzen und jetzt willst du wieder alles klären?<<, schrie ich ihn schon fast an.

Er sah auf den Boden und nahm meine Hand langsam in seine. >>Hör zu. Es tut mir wirklich leid. Ich wollte das nicht. Ich war überfordert mit der Situation, ich dachte, dass das nicht dein erstes Mal gewesen wäre. Ich will es wieder gut machen, bitte. Bitte vergib mir, ich tue alles.<<. Seine Stimme war leise und zerbrechlich geworden, zuvor hatte ich ihn noch nie so schwach gesehen wie jetzt. Einerseits habe ich ein Mitgefühl für ihn, aber ich kann ihm nicht einfach so vergeben. Dazu ist es zu spät.

>>Bitte, sag irgend was.<<, brachte er mit seiner brüchigen Stimme hervor und sah mir nun in die Augen. Es war nicht schwer zu erkennen, dass sich in seinen Augen Tränen gesammelt haben, die ihm gleich über sein Gesicht laufen werden.

Ich wusste zu dem Zeitpunkt nicht, wie genau ich antworten sollte, weshalb ich mich entschied zu schweigen. Einige Minuten ging das so, die Stille zwischen uns beiden, meine Hände in seinen.

Die Stille wurde unterbrochen als sich seine Lippen plötzlich auf meine legten. Zuerst war ich etwas geschockt von der Situation, da ich das nicht habe kommen sehen. Nach wenigen Sekunden aber stimmte ich dem ganzen zu und küsste ihn. Meine Augenlieder schlossen sich und meine Hände fuhren zu seinem Nacken, während seine Hände an meiner Taille sind. Langsam fuhr ich ihm durch die Haare, als er anfing mich mehr gegen die Wand hinter mir zu drücken.

Nach gefühlten Minuten stoppten wir und sahen uns in die Augen. >>Lass es mich wieder gut machen. Ich tue alles was du willst.<<, meinte er mit einer sehr weichen und einfühlsamen Stimme, bevor er mir einen Kuss auf meine Handfläche gab. Innerlich musste ich leicht schmunzeln und als er mich ansah bildete sich langsam ein Lächeln auf meinen Lippen.

Wir hatten uns direkt auf dem Weg zum umziehen gemacht, denn Matteo meinte, er muss mir unbedingt etwas zeigen. Ich hatte eine Stunde um mich fertig zu  machen und ging in dieser Zeit kurz duschen, schminkte mich und zog mich um. Wie immer packte ich meine Pistole und ein Messer ein, es kann ja immer etwas passieren.

Um Punkt 18:00 Uhr stand ich nun unten vor dem Hochhaus und wartete auf Matteo, welcher nach einigen Sekunden mit einem schwarzen Audi R8 angefahren kam. Er stieg aus, kam auf mich zu und gab mir einen leichten Kuss auf den Mund. >>Bereit?<<, fragte er mich aufgeregt. Als Antwort gab ich ein glückliches Nicken von mir. Er führte mich zum Auto, öffnete mir die Tür und lies mich einsteigen. Während ich mich auf den Sitz gleiten lies joggte Matteo um das Auto herum und machte es sich auf dem Fahrersitz gemütlich.

Nach etwa 10 Minuten Fahrt kamen wir bei einem Restaurant an. Von draußen erkannte man die gelblichen Lichter, es war sehr warm, die Luft angenehm und die allgemeine Atmosphäre war sehr entspannt. Ich stand noch da und betrachtete das Gebäude, als Matteo kam, sich links neben mich stellte und seine rechte Hand um meine Taille fuhr. Seine linke Hand fasste mein Kinn und hob meinen Kopf, sodass ich ihn ansehen musste. Auf seinen Lippen erkannte ich ein Lächeln, welches ich ihm gleich tat. Nach einem kleinen Kuss führte er mich in Richtung des Gebäudes und öffnete mir dort die Tür. Drinnen war es sehr asiatisch eingerichtet, in den jeweiligen Ecken standen Kirschbäume, welche in Japan sehr beliebt sind.

Eine Bedienung kam lächelnd auf uns zu und fragte, >>Schönen Abend, wie kann ich Ihnen weiterhelfen?<<. Man hörte einen leichten asiatischen Akzent. >>Wir bräuchten einen Tisch für zwei<<, kam mir Matteo zuvor. Die Dame nickte und führte uns zu einem Tisch am Fenster. Wir setzten uns gegenüber voneinander hin und sahen uns die Speisekarte an.

Es gab wirklich viele verschiedene und leckere Gerichte. Wir entschieden uns für 3 Gänge. Kurz darauf kam die Bedienung wieder und wir gaben unsere Bestellung ab.

Who Are You?Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt