KisaIta - Die letzten Worte sind die wichtigsten

162 5 1
                                        

Wieder einmal musste Itachi diese ekelhafte Medizin schlucken. Trotzdem verzog er keine Miene und schluckte die Tabletten runter. Kisame sah ihn nur ein bisschen unverständlich an und zog kurz die Nase kraus. So richtig verstand er seinen Partner nicht, wieso der sich weiter so quälte. Wäre er in seiner Situation, hätte er sich schon lange seiner Krankheit hingegeben. Vor allen Dingen wenn man bedachte, das der schwarzhaarige quasi blind war. „Am besten wir schlagen hier unser Lager auf." sagte Kisame und wusste genau, dass Itachi die Umgebung garnicht mehr erkennen konnte, um zu beurteilen, ob es ein guter Ort war oder nicht, weshalb er gut und gerne die Initiative übernahm. Auch wenn er Itachi nicht verstand und sein Leiden noch weniger, wollte er es ihm trotzdem so angenehm wie möglich machen. Itachi nickte nur und setzte sich hin. „Du siehst ziemlich fertig aus, der Kampf war wohl doch heftiger als erwartet, hm?" fragte Kisame. Itachi war verdammt stolz und würde niemals seine Schwäche offen zeigen. Kisame aber erkannte mittlerweile die Anzeichen und versuchte Itachi so unauffällig wie möglich zum Ausruhen zu zwingen. Dieser nickte nur und schloss seine Augen, bevor er sich hinter sich gegen den Baum lehnte.

„Ok, dann such ich ein bisschen Feuerholz, weil die Nacht doch ziemlich kalt zu werden scheint und du bleibst so lange wach, bis ich wieder da bin, dann kannst du dich hinlegen und ich übernehme die erste Nachtwache." erklärte Kisame den Plan und bereitete sich schon auf eine Diskussion vor, als Itachi einfach nickte. Zwar war Kisame verwirrt, nahm es aber hin. Die komische Krankheit war heute also besonders ermüdend. Kisame ging los und suchte Holz. Als er dann wieder kam und das Feuer entfachte, achtete er garnicht mehr richtig auf Itachi. Erst als leises wimmern an sein Ohr drang, drehte er sich verwirrt zu und sah Itachi an. „Itachi-san?" fragte er vorsichtig. Er bekam aber keine Antwort und so ging er Kurzerhand vor Itachi auf die Knie. „Itachi-san?" rüttelte er ihn vorsichtig an der Schulter, dieser blieb aber weiter völlig ausgeknockt. Er war kaltschweißig und verzog sein Gesicht schmerzhaft. Vorsichtig legte Kisame seine Hand auf Itachis Stirn und stellte schnell fest, dass dieser Fieber zu haben schien. Er hob ihn also hoch und legte ihn neben das kleine Feuer. Anschließend nahm er sich ein kleiner Stückchen Stoff, tränkte er mit Wasser aus seiner Flasche und legte das feuchte Tuch auf seine Stirn.

Itachi öffnete dabei seine Augen. Sie glitzerten leicht und er sah angestrengt aus, als müsste er sich stark konzentrieren, überhaupt was zu erkennen. „Ganz ruhig Itachi-san. Die Medikamente haben dich wohl ein bisschen härter erwischt, als sie sollten. Ruh dich am besten aus." versuchte er ihn halbwegs zu beruhigen. Itachi nickte nur leicht und schloss seine Augen wieder. „Wie hältst du das aus?" fragte Kisame leise, als er sah, wie Itachi immer wieder zuckte, weil er versuchte zittern und vermutlich auch schluchzen zu unterdrücken. „Was?" fragte Itachi heiser. „Das alles. Ich würd die Schmerzen nicht aushalten, fast blind und verlassen von allen. Ich würd mich einfach- naja..." erklärte Kisame und eine weile war es ruhig. „Ich liebe meinen Bruder. Ich will das es ihm gut geht, das er stärker wird und wenn das heißt, dass ich mit diesen Qualen leben muss, dann ist das so." erklärte Itachi ruhig und erneut gewährte er Kisame einen kleinen Einblick in sein Leben und seine Gefühle. Wieder war es ruhig. Minuten lang saßen sie neben einander und sagten nichts, genossen einfach nur die Stille und Präsents des anderen. „Willst du Kinder?" fragte Kisame aus dem nichts heraus und Itachi sah ihn relativ geschockt an. „Wieso fragst du denn sowas?" fragte Itachi und verlor seine emotionslose Miene immer mehr. Die Medikamente machten seinen Kopf ganz matschig und da wollte er sich nicht auch noch auf sowas konzentrieren wie Ausdrucksweise. „Naja- ich will schon irgendwann ne Familie. Wenn das alles vorbei ist, will ich endlich mal Ruhe finden, nicht 24/7 auf der Flucht sein und jeden Moment den Tot erwarten. Willst du das nicht auch? Und wenn es nicht Kinder sind, musst du doch trotzdem die Zukunft sehen wollen. Willst du nicht sehen wie Sasuke alt wird, vielleicht sogar selbst Kinder bekommt? Wenn ich Geschwister hätte, wäre das für mich wichtig, zu sehen das sie glücklich werden..." sagte Kisame und war selbst völlig verwirrt von seinen Worten. Wieso wurde er denn jetzt so sentimental...?

„Ich weiß nicht. Es gibt niemanden, der sich mit mir abgeben würde und jemanden zwingen möchte ich nicht. Sasukes Kinder zu sehen, ist zwar ein großer Wunsch, aber ich weiß genau, dass es nicht möglich ist. Selbst wenn ich es wollte, würde ich in ein paar Monaten eh sterben, weil diese Krankheit mich töten." erklärte er und Kisame nickte. „Hast du denn jemanden, mit dem du die Zukunft aushalten würdest?" fragt er dann vorsichtig. „Du sagst es, als wäre es eine Strafe." sagte Itachi und seine Mundwinkel zogen sich nach oben. Kisame musste leicht lachen. „Aber ja, es gibt da jemanden." nickte Itachi und Kisame nickte ebenfalls. Er liebte Itachi und Itachi liebte ihn. Beide wollten das beste für den jeweils anderen, ohne es zu zu geben.

3 Monate später war alles vorbei. Kisame sah auf seinen ehemaligen Partner hinab. Lächelnd lag er unter ihm, mit halb offenen Augen. Blut war überall und seine Augen wirkten so leer wie nie zuvor. Er war tot und Kisames herz hatte sich noch nie so schwer angefühlt. Er schloss vorsichtig Itachis Augen und legte eine Rose in seine Hände. Sie war pechschwarz, Itachi hatte sie ihm mal gezeigt und erzählt, wie er sie liebte. Seufzend stand er wieder auf und verschwand. Er saß mittlerweile in einer kleinen Höhle und las Itachis Tagebuch. Itachi hatte es ihm überlassen, er meinte, er solle es lesen und ihn endlich verstehen. So richtig hatte er die Bitte zwar nicht verstanden, aber trotzdem hatte er zugestimmt und las es sich jetzt durch. Als er dann umblätterte und den letzten Eintrag anfing zu lesen, wurde sein Herz immer schwerer, je mehr er las.

Lieber Kisame,

Wenn du diesen Brief liest, bin ich nicht mehr bei dir. Mit diesen letzten Worten möchte ich dir etwas gestehen, etwas, das ich nie gewagt habe, zu sagen, als ich noch atmete.
Von dem Moment an, als wir uns das erste Mal trafen, spürte ich eine Verbindung zu dir, die ich nicht erklären konnte. Mit der Zeit erkannte ich, dass es mehr als nur Kollegiale Gefühle waren. Es war Liebe. Eine Liebe, die in meinem Herzen wuchs, ohne dass ich es mir eingestehen wollte oder konnte.
Jedes Lächeln, jede Berührung und jeder geteilte Moment mit dir war für mich kostbar. Doch die Angst vor Ablehnung und die Unsicherheit hielten mich davon ab, meine wahren Gefühle zu offenbaren. Vielleicht habe ich gehofft, dass du sie von selbst erkennen würdest und mir deine Liebe gestehst, aber das Leben ist zu kurz für solche Zurückhaltung.
Ich schreibe diese Worte nicht, um dich zu belasten, sondern um dir die Wahrheit zu sagen, die ich nie aussprechen konnte. Du warst mein Licht, mein Trost in der scheinbar unendlichen dunklen Zeit, und ich habe dich mehr geliebt, als Worte je ausdrücken könnten.
Ich bitte dich nicht um irgendetwas, außer darum, zu wissen, dass du in meinem Herzen immer einen besonderen Platz hattest. Die Zeit mit dir war das Schönste, was ich erleben durfte, und ich hoffe, dass du die Erinnerungen so schätzt, wie ich sie auch in meinem Herzen trage und beware.
Das Leben geht weiter, auch wenn ich nicht mehr daran teilnehmen kann. Ich möchte, dass du dein leben lebst, Kinder bekommst, so wie du es mir erzählt hast und dich irgendwo nieder lässt. Ich weiß nicht ob du mich liebst, aber vermutlich habe ich darum nie etwas gesagt. Um weiter in meiner einzigen Hoffnung zu leben, du würdest mich lieben. Ich habe in einer Illusion gelebt, aber ich habe es so entschieden. Vielleicht sehen wir uns irgendwann wieder und wenn es so ist, habe ich vielleicht den Mut dir die Wahrheit zu sagen.

In Liebe,
dein Itachi Uchiha

Kisame starrte den Brief an, während seine Tränen immer weiter auf das Papier tropften. Trotzdem lächelte er. Er schloss das Buch und legte er wieder in seine Tasche. Anschließend sah er hoch in den Himmel und lächelte. „Ich liebe dich auch Itachi Uchiha, mehr als ich je etwas geliebt habe..." flüsterte er leise und lehnte sich weiter gegen die Höhlenwand. „Wir werden uns wieder sehen, das verspreche ich dir..." fügte er dann noch kaum hörbar hinzu und schloss seine Augen. „Ich weiß..." flüsterte Itachi ebenfalls und lehnte sich gegen Kisame. Zwar spürte dieser es nicht, aber trotzdem wusste er, dass Itachi bei ihm war. Sie könnten niemals ohne den andere, dass war beiden klar. „Ich hoffe nur, dass es noch viele Jahr dauert, bis wir uns wieder sehen, auch wenn es weh tut." sagte Itachi und schloss ebenfalls lächelnd seine Augen.

1490 Wörter

To be continued

Uchiha osGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt