Der Anfang vom Ende

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Zitternd taumelte Sirius ein paar Schritte zurück, dabei den Blick wie hypnotisiert auf der grausamen Szenerie belassend.

Er konnte merken wie ihm mit jeder vergehenden Sekunde immer schlechter wurde.

Irgendwann brach der schreckliche Bann des Blickkontaktes endlich und Sirius schaffte es endlich wieder ein wenig Macht über seine eigene Gedankenwelt zu erlangen.

Remus war tot.

Seine sterblichen Überreste hingen in einem mickrigen Badezimmer an einem brüchigen Rohr wie eine Lampe, dessen Licht erloschen war.

Zitternd streckte Sirius seine Hand nach der des Braunhaarigen aus.

Sie war so kalt und steif.

Eine immer größer werdende Mauer aus Tränen baute sich in seinen Augen auf, während er langsam wieder von dem Toten abließ und anschließend schwankend den Weg nach draußen antrat.

Wie von selbst wurde sein Gang mit jedem Schritt schneller. Als er schließlich die offene Eingangstür der Hütte verschwommen vor sich erkennen konnte, fingen seine Beine auf einmal an zu sprinten.

Alles an seinem Körper verlangte nach frischer Luft.

Nachdem er endlich durch den Türrahmen getreten war und die Freiheit erreicht hatte, sackte er in sich zusammen und erlitt der Schwerkraft wie ein einfacher Gegenstand, den man arglos auf den Boden fallen gelassen hatte.

Für ein paar Sekunden blieb Sirius einfach nur schluchzend auf dem Boden liegen und begann verzweifelt und vor allem wütend alles auf dieser Welt zu verfluchen.

Remus' Tod, diesen Ort und vor allem seinen Vater.

Er war augenscheinlich der Letzte gewesen, der mit Remus vor seinem Ableben interagiert hatte und musste einfach etwas damit zu tun haben.

Remus hätte sich niemals freiwillig das Leben genommen. Er und Sirius hatten schließlich Pläne gehabt, die sie auch in die Tat umsetzen wollten.

Er hätte sich selbst nie etwas angetan.

,,Sirius?"

Langsam richtete der Angesprochene seinen Kopf etwas auf und schaute seinen immer näher kommenden Bruder verzweifelt an.

,,Was... Was ist passiert...?"

Verwundert hockte sich der Jüngere der beiden vor ihn und begann ein wenig überfordert damit ihm wieder aufzuhelfen.

,,Remus, er... Er ist..."

Die Situation weiter zu beschreiben schaffte Sirius jedoch nicht, weshalb er einfach nur schluchzend auf die immer noch weit offen stehenden Türen zeigte.

Langsam folgte Regulus' Blick dem wegweisenden Finger, bis er schließlich erahnen konnte, weshalb Sirius so aufgewühlt war.

,,Ich... Ich geh Vater holen."

Schnell stand er wieder auf, wobei er komplett in den eigenen Gedanken versunken zu sein schien.

Sirius hingegen blieb weiterhin schluchzend auf dem nassen Gras liegen und begann zitternd damit langsam seine Beine an seinen Körper heran zu ziehen.

Das Letzte, was er nun wollte war seinen Vater zu sehen, geschweige denn ihn überhaupt in diese Sache zu involvieren, doch gegen seine eigenen und vor allem Regulus' Gefühle konnte er sich einfach nicht wehren.

Zumindest nicht in diesem Moment.

——

Zitternd saß Sirius an seinem Bett, während abertausende Gedanken in seinem Kopf herum flogen und ihn eine unfassbar laute Stille mit jeder vergehenden Sekunde immer weiter in ein tiefes Loch des Nichts mit riss.

Barefoot on GrassWo Geschichten leben. Entdecke jetzt