Eine Seele, zwei Körper

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Müde hob Sirius seinen Kopf an. Warme Sonnenstrahlen fielen auf seinen freigelegten Körper, welcher sich immer noch in Remus' Bett befand.

Langsam richtete er sich etwas auf und fuhr sich leise gähnend mit einer Hand durch's Gesicht.

,,Na? Hast du gut geschlafen?"

Lächelnd setzte sich Remus - welcher mittlerweile wieder mit einer Hose bekleidet war - neben ihn auf den Rand des Bettes und reichte ihm eine der zwei Tassen, die er in den Händen hielt.

,,Nachdem du mir die beste Nacht meines Lebens beschert hast, natürlich", antwortete der Schwarzhaarige grinsend, während er sie dankend annahm.

Vorsichtig legte sich Remus neben Sirius ins Bett. Dieser nutzte die neu gewonnene Nähe sogleich, indem er seine freie Hand sanft über den Körper des Gärtners fahren ließ.

,,Du bist wirklich so unfassbar liebevoll und toll", flüsterte er verträumt, das Lächeln auf seinen Lippen dabei stetig steigend.

,,Und du so süß, dass es fast schon wieder widerlich ist."

Schmunzelnd legte Remus seine Hand an Sirius' Wange, bevor er sich nach vorne beugte und ihn sanft küsste.

Da war er schon wieder. Dieser Funken, der nicht viel brauchte, um ein loderndes Feuer zu entfachen.

Wenn die Tassen nicht gewesen wären, hätte sich besagtes Feuer sicherlich besser entfachen können, da der Kuss der beiden Männer mit jeder Sekunde immer belebter und vor allem fordernder wurde.

Schließlich war es jedoch Sirius, der das magische Band wieder auflöste.

,,So sehr ich die nächtlichen Stunden mit dir auch genossen habe, sollten wir es jetzt vielleicht nicht übertreiben. Meine Eltern könnten jede Sekunde auf einmal vor der Tür stehen", erklärte er leise und gab Remus einen sanften Kuss auf die Nasenspitze.

,,Warum können deine Eltern nicht so wie meine sein?"

Frustriert stand der Braunhaarige wieder auf und lief auf den Küchenteil des Raumes zu, um dort die Tassen abzustellen.

Nachdenklich sah Sirius ihm dabei zu. Aus der Ferne konnte er tatsächlich rote Striemen und Kratzspuren an seinem Rücken erkennen.

,,Wie deine?"

,,Ja. Ich habe ihnen von meinen Gefühlen erzählt, als ich 16 war. Damals hatte ich ziemlich Angst, weil ich nicht wusste was sie zu bedeuten hatten und ich dachte, dass ich irgendwie verrückt bin. Meine Eltern waren schließlich diejenigen, die mir erklärt haben, dass ich bisexuell bin. Sie waren schon immer sehr offen und geduldig."

Direkt nach seiner Erzählung blickte Remus jedoch mit einem leicht entschuldigenden Blick zu Sirius und presste unsicher wirkend die Lippen aufeinander.

,,Alles gut", winkte dieser sogleich lächelnd ab und schälte sich langsam aus dem Bett heraus.

Es schmeichelte ihm, dass sich Remus so um seine Gefühle sorgte, doch aktuell wollte er kein weiteres Wort mehr über seine Eltern oder sonstige Familienverhältnisse hören.

,,Hast du ihnen schon von mir erzählt?"

,,Nein, ich wollte dich deswegen zuerst noch fragen."

,,Das ist wirklich lieb von dir. Ich fände es jedenfalls echt toll, wenn du ihnen von mir berichten würdest."

Ein kleines Licht schien über dem Kopf des Schwarzhaarigen anzugehen, als ihm auf einmal eine Idee kam.

,,Und vielleicht könntest du ihnen sogar eins der Bilder mitschicken, die wir gestern gemacht haben."

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