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Zuhause angekommen warf ich meinen Akatsuki-Mantel mit einem tiefen Seufzer über die Garderobe, wo er halb schief herunterrutschte, aber das war mir in dem Moment völlig egal. Ich schob meine Schuhe zur Seite, knirschte leicht mit den Zähnen, als ich meine müden Füße endlich befreite, und streckte mich kurz durch, bevor ich Richtung Gemeinschaftsraum ging. Mein Körper war schwer, der Tag zu lang gewesen, aber innerlich war da diese leise, fast kindliche Vorfreude. Wieder da. Wieder zu Hause.
Ich ging durch die Küche, nahm den Geruch von frischem Kaffee und etwas Gebratenem in der Luft wahr, überquerte das Esszimmer und kaum hatte ich die Tür zum Wohnzimmer geöffnet, hörte ich schon ihren Aufschrei.

„HIDAN!"

Bevor ich reagieren konnte, sprang sie mir entgegen. Meine Schwester, Hina, warf sich mit voller Wucht in meine Arme, ihre Beine umklammerten automatisch meine Hüfte, und ihre Arme schlangen sich fest um meinen Nacken. Sie schmiegte sich mit einer solchen Selbstverständlichkeit an mich, als wäre ich nie weg gewesen. Ihr Haar duftete nach Lavendel, und ich spürte, wie sie mir den Kopf an die Halsbeuge drückte und murmelte, dass es so langweilig gewesen sei ohne mich im Haus.
Ich hielt sie fest, schloss für einen Moment die Augen.

Es war absurd, wie sehr man jemanden vermissen konnte, ohne es richtig zu merken, bis man ihn wieder in den Armen hielt.

„Du hast mich ganz schön lang allein gelassen, du Idiot", nuschelte sie.
„War ja nicht freiwillig, Kleines", antwortete ich leise und grinste, obwohl mich die Erschöpfung langsam einholte.
Ich ging mit ihr immer noch an mir hängend zum Sofa, ließ mich neben Itachi fallen, der mich wortlos musterte. Seine Augen verrieten wenig, wie immer, aber ich konnte den kleinen Funken in seinem Blick lesen. Etwas zwischen Eifersucht und Verständnis. Ich konnte es mir nicht verkneifen, Hina aus reiner Provokation einen Kuss auf den Kopf zu drücken. Sie hielt immer noch an mir fest wie ein Koala.
Itachi warf mir einen kurzen Seitenblick zu, sagte aber nichts.
Wir saßen eine Weile zusammen, die anderen trudelten nach und nach ein, und bald füllte sich der Raum mit Gesprächen, halbherzigen Beschwerdeausbrüchen über vergangene Missionen, ein paar trockenen Kommentaren von Sasori und einem verhaltenen Lachen hier und da.
Die Müdigkeit kroch mir langsam unter die Haut. Hina war inzwischen auf meiner Brust eingeschlafen, ganz selbstverständlich, ihre Beine ruhten auf Itachis Schoß, und der ließ es einfach zu so war er nun mal. Ruhig, besitzlos, solange sie bei ihm blieb. Ich beobachtete einen Moment, wie sich ihre Atmung beruhigte, gleichmäßig wurde, und schloss selbst fast die Augen.

Dann hörte ich den Eingang des Verstecks gedämpfte Schritte und das helle Aufkreischen einer viel zu bekannten Stimme.
„Team Taka ist baaaack!!" rief Karin in ihrer nervtötend überdrehten Art.
Ich stöhnte leise. „Och nö..."

Nicht nur, dass ich die meisten aus ihrem Team nicht sonderlich leiden konnte, Hina hasste Karin. Das allein war Grund genug für mich, die Dame grundsätzlich zu meiden, wenn's ging.
Sasuke kam still herein, wie üblich, setzte sich neben Itachi, und die beiden Uchiha begannen leise miteinander zu reden. Karin hingegen ging schnurstracks zu Konan, vermutlich um über Missionspläne zu diskutieren oder irgendwas anderes, was wichtig klang. Suigetsu trottete locker grinsend in Richtung Kisame, was wenig überraschte, die beiden verstanden sich auf merkwürdige Art.
Jugo war diesmal offenbar nicht dabei. Vielleicht besser so.
Ich ließ das Treiben um mich herum langsam ausblenden. Ich hörte noch, wie jemand über die neuen Schriftrollen sprach, wie Deidara sich über irgendwas mit Kunst aufregte und Kakuzu leise mit Pain diskutierte, vermutlich über das Budget. Alles verschwamm in einem einheitlichen Rauschen.
Irgendwann stand ich auf, schob Hina vorsichtig von mir runter,
sie murmelte nur verschlafen etwas Unverständliches und ich verließ leise den Raum. Ich ging den Flur entlang Richtung meines Zimmers.
Als ich vor der Tür stand, fiel mein Blick sofort auf den Zettel, der schief mit Klebeband befestigt war. Schwarzer Marker, krakelige Schrift, eindeutig nicht offiziell:

„10-jähriges Akatsuki-Jubiläum!! 20 Uhr morgen Abend!"
Darunter noch hingekritzelt: „(Wow Party!!)"
Ich starrte den Zettel an, hob eine Augenbraue. Das roch förmlich nach Deidara. Oder Hina. Oder beides. So oder so, Pain würde das niemals gutheißen. Wenn jemand rausfand, dass wir hier feierten, könnte das unsere Deckung kosten. Aber es war typisch für diese beiden, sich über Regeln hinwegzusetzen, wenn es um „Teamgeist" ging.
Ich riss den Zettel kommentarlos von der Tür, zerknüllte ihn in der Faust und schob die Tür zu meinem Zimmer auf.
Der vertraute Geruch von Kälte, Metall und einem Hauch Parfüm empfing mich. Ich ließ mich aufs Bett fallen, zog mich bis auf die Unterhose aus, atmete tief durch. Morgen also eine Party. Na schön. Dann gönn ich mir heute mal ein bisschen Schlaf.

Was bleibt, wenn wir bleiben? Hidan FFWo Geschichten leben. Entdecke jetzt