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„Sag mal..."
Ich drehte den Kopf leicht zu Kakuzu, der neben mir saß, die Zigarette zwischen zwei Fingern, als wär's bloß ein notwendiges Übel.
„Hast du jemals...", ich zögerte kurz, „... irgendwen gemocht? So richtig?"
Er blies den Rauch langsam aus, ohne mich anzusehen.
„Du meinst außerhalb von Bargeld?"
Seine Stimme war trocken wie immer.
Ich schnaubte leise.
„Vergiss es."
Kurze Pause. Nur das Knistern der Glut.
„Ja", sagte er dann plötzlich.
Keine Details. Keine Namen. Einfach nur: Ja.
Ich sah ihn an.
„Und?"
Er zuckte mit den Schultern.
„Ist vergangen. So wie alles. Kommt. Geht. Reißt dir 'n Stück raus. Dann gewöhnst du dich an die Lücke."

Ich nickte langsam.
So ähnlich fühlte sich das an.
„War's das wert?", fragte ich leise.
„Kommt drauf an, was du erwartest", sagte er.
Ich lehnte mich zurück, stützte mich mit den Händen auf der kalten Mauer ab, starrte in die Dunkelheit.

„Ich hab's verkackt."

„Offensichtlich."

Ich verdrehte die Augen.
„Danke, das hilft."

Er grinste schmal.
„Wenn du Trost willst, red mit Konan. Ich bin hier für Realismus."
Ein paar Minuten vergingen, bis ich wieder sprach.
„Ich glaub, ich weiß nicht mal, warum ich so ausgerastet bin. Oder... vielleicht weiß ich's zu genau."
„Weil du gemerkt hast, dass sie dir was bedeutet. Und weil du's nicht zulassen willst."
Er warf den Zigarettenstummel auf den Kies. „Weil dann was auf dem Spiel steht. Und das kannst du nicht kontrollieren."
Ich nickte stumm.
Er hatte recht.
Und weißt du, was das Schlimmste ist?"
Ich sah ihn an.
„Ich hab's ihr genau dann gezeigt, als es am meisten geschadet hat."
Kakuzu stand langsam auf, streckte sich kurz.
„Willkommen in der Realität, Hidan. Gefühle sind scheiße. Aber sie machen dich nicht schwächer. Sie zeigen nur, dass du noch nicht komplett innerlich tot bist."
Er sah mich an.
„Du solltest mit ihr reden. Oder's lassen. Aber dieses Rumrennen zwischen Trotz und Sehnsucht bringt dich nirgends hin."
"Ich kann nicht, Kakuzu."

Kakuzu sagte erstmal nichts. Nur das leise Knacken der Kiesel unter seinen Stiefeln, als er ein paar Schritte ging, dann stehen blieb.
„Dann kannst du nicht", wiederholte er meine Worte nüchtern.
Ich senkte den Blick.
„Sie heiratet Shisui."
Ich lachte leise, bitter. „So viel dazu."
„Tja."
Kakuzu verschränkte die Arme. „Dann ist das Kapitel wohl durch."
Ich wollte was sagen, aber es war wie gegen eine Wand reden. Eine Wand, die nicht hart war, sondern nur... endgültig.
„Ich hätte's nie so weit kommen lassen dürfen", murmelte ich. „Wenn ich sie einfach wie jede andere behandelt hätte..."
„Dann wärst du nicht du", warf Kakuzu ein. „Und du wärst nicht da, wo du jetzt bist. Nämlich... irgendwo zwischen Reue und Trotz."
Ich sah ihn schief an. „Trotzdem scheiße."
„Natürlich ist es das."
Er setzte sich wieder neben mich, griff nach einer weiteren Zigarette.
„Aber jetzt tu nicht so, als wär das alles nur Schicksal. Du hast Entscheidungen getroffen. Und sie auch."
Ich nickte stumm, zündete mir eine neue Kippe an.
Rauch zwischen den Lippen, irgendwo zwischen Ohnmacht und Trotz.
„Glaubst du, sie hat mich je wirklich ernst genommen?"
Kakuzu schnaubte leise.
„Ich glaub, sie hat mehr in dir gesehen, als du selbst wahrhaben wolltest."
Er sah mich nicht an.
„Und genau deshalb hast du's versaut."
Ich presste die Kiefer aufeinander.
Ein paar Sekunden lang war es still.
„Weißt du, was das Beschissenste ist?"
Kakuzu hob eine Braue.
„Dass ich sie nicht mal hassen kann. Nicht richtig. Ich tu so, als wär sie mir egal. Aber das ist alles nur Maske."
Kakuzu nickte langsam.
„Und wenn du ihr das sagst, was dann?"
Ich schüttelte den Kopf.
„Bringt nichts. Ich darf keinen Kontakt mehr zu ihr haben. Und selbst wenn... sie heiratet bald. Ende."
Er sah mich an. Nicht mitleidig. Nicht hart. Einfach... nüchtern.
„Dann musst du einen Weg finden, damit klarzukommen. Ohne Selbstzerstörung."
„Und was, wenn ich das nicht kann?"
„Dann brennst du irgendwann aus. Und keiner wird's bemerken, weil du zu stolz bist, was zu sagen."
Ich sah in die Dunkelheit. In den Garten. In die Nacht.
„Ich hasse das alles."

Kakuzu stand auf, klopfte sich den Staub von der Hose.
„Ich weiß."
Kurze Pause.
„Und trotzdem bist du morgen wieder da. Wie immer."
Ich sah ihm nach, wie er ging. Keine großen Worte. Kein Trost. Nur die bittere Realität, die irgendwie erträglicher war, wenn man sie von ihm hörte.
Ich blieb sitzen. Die Glut meiner letzten Zigarette glimmte aus.
Und für einen Moment war alles still.
Nur mein eigener Atem in der Nacht.
Und irgendwo in mir drin: das, was hätte sein können.

Was bleibt, wenn wir bleiben? Hidan FFGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt