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Hina's Sicht.

Es war schon ziemlich spät am Abend also ging ich in Richtung meines Zimmers.
Meine Schritte schleiften schwer und müde über den Korridor des Versteckes.
Ich bemerke eine Präsenz neben mir als ich grade die Treppen Stufen hoch gingen wollte.
"Hina?"
Ich drehte meinen Kopf zu der Stimme.
"Deidara? Was ist?"
"Eh.. vielleicht magst du mal nach deinem komischen Bruder schauen."
Ich seufzte leise und schob mich an Deidara vorbei.
„Was hat er denn diesmal gemacht?" murmelte ich mehr zu mir selbst als zu ihm, aber ich bekam keine Antwort. Typisch. Immer einen Kommentar auf den Lippen, aber wenn man was wissen will, ist plötzlich Funkstille.
Meine Schritte hallten dumpf über den Boden, während ich mich durch den Flur in Richtung seines Zimmers bewegte. Müde rieb ich mir die Augen. Ich hatte auf diesen Zirkus heute wirklich keine Lust mehr. Wenn Hidan wieder irgendeinen übertriebenen Auftritt hatte, wollte ich nur noch die Tür schließen und schlafen
Ich schloss die Tür hinter mir und ließ den Riegel einrasten. Allein. Endlich.
Der Lärm im Flur war noch leicht zu hören, gedämpft durch die dicke Tür, aber es war egal. Ich war raus.
Ich lehnte mich kurz mit dem Rücken gegen die Tür und schloss die Augen. Meine Schultern sackten automatisch ein Stück nach unten, als würde mein Körper erst jetzt kapieren, dass der Tag vorbei war.
Ohne groß nachzudenken warf ich meine Jacke auf den Stuhl neben dem kleinen Tisch, trat aus den Schuhen und streckte kurz die Schultern. Mein Nacken knackte leise. Ich zog die Haargummis raus, die ich den ganzen Tag getragen hatte, und fuhr mir mit den Fingern durch die Haare, damit die Kopfschmerzen nicht schlimmer wurden. Alles fühlte sich irgendwie überladen an, zu viele Stimmen, zu viele Gesichter, zu viele unausgesprochene Dinge.
Ich ließ mich rückwärts aufs Bett fallen und starrte an die Decke. Die Luft im Zimmer war leicht abgestanden, aber angenehm ruhig. Keine Musik. Kein Gerede. Einfach Stille.
Mein Blick wanderte zur Wand.
Ich hätte nach ihm sehen sollen, Deidara hatte es angedeutet, aber... es war mir gerade egal. Ich war nicht sein Babysitter. Und wenn er reden wollte, sollte er mal lernen, normal zu reden, anstatt sich in allem wie ein brennender Mülleimer zu verhalten.
Ich starrte eine Weile einfach nur ins Leere, während sich mein Kopf langsam beruhigte. Dann klopfte es. Leise. Zwei schnelle, nicht besonders entschlossene Klopfgeräusche fast, als hätte jemand im letzten Moment gezögert.

Ich richtete mich auf, runzelte die Stirn.
"Ja?", fragte ich. Keine Reaktion. Kein weiteres Geräusch. Ich stand auf, griff zum Türgriff und öffnete einen Spalt.
Itachi.
Er stand da wie immer, ruhig, kontrolliert, nicht auffällig. Seine Hände locker an der Seite, der Blick direkt auf mich gerichtet, aber nicht aufdringlich.
Ich öffnete die Tür ein Stück weiter. „Was ist?"
Er sah mich einen Moment lang an, dann sagte er leise: „Ich wollte nur sehen, ob du noch wach bist."
Ich zog eine Braue hoch. „Wieso?"
„Weiß ich nicht." Er zuckte kaum sichtbar mit den Schultern. „Du warst einfach in meinem Kopf."
Ich lehnte mich gegen den Türrahmen. Sein Ton war wie immer,  ruhig, sachlich, aber irgendwie auch direkt. Nicht gespielt. Nicht aufgesetzt.
„Na toll", murmelte ich und rieb mir die Stirn. „Ich bin also eine dieser Stimmen in deinem Kopf geworden."
„Nur manchmal."
Ich sah ihn einen Moment lang an, überlegte kurz, dann trat ich einen Schritt zur Seite. „Willst du rein oder stehst du gern im Türrahmen?"
Er zögerte nur eine Sekunde, dann trat er langsam in mein Zimmer. Ich schloss die Tür wieder hinter ihm und lehnte mich erneut dagegen.
Er sah sich nicht wirklich um. Sein Blick wanderte kurz durch den Raum, blieb dann aber wieder bei mir hängen. „Du bist müde."
„Sehr scharfsinnig." Ich ließ mich wieder aufs Bett sinken. „Langer Tag."
Er nickte leicht, dann blieb er am kleinen Tisch stehen. Rührte nichts an, setzte sich nicht, lehnte sich einfach nur locker gegen die Tischkante.
„Ich dachte, du redest heute Abend noch mit Hidan."
Ich schüttelte den Kopf. „Keine Lust. Wenn er irgendwas braucht, soll er's sagen. Ich mach nicht dauernd den ersten Schritt."
Er sagte nichts darauf. Vielleicht, weil er verstand. Vielleicht, weil er wusste, dass es eh nichts gebracht hätte, jetzt mit Ratschlägen zu kommen.

Es wurde still.

Ich ließ mich nach hinten ins Kissen fallen, lag halb auf der Seite, sah ihn von unten an. Er stand noch immer ruhig da, völlig entspannt, aber gleichzeitig so wachsam, wie man es von ihm gewohnt war.
„Warum bist du wirklich hier?" fragte ich dann, leise, nicht vorwurfsvoll. Einfach ehrlich.
Er sah mich lange an. Keine Bewegung, kein Zögern, einfach dieser ruhige, durchdringende Blick.
„Ich weiß es nicht genau", sagte er schließlich. „Aber ich wollte dich sehen."
Ich drehte mich auf den Rücken und starrte zur Decke. Für einen Moment sagte keiner von uns etwas. Dann fragte ich:
„Und jetzt? Was machst du, wenn du mich gesehen hast?"
„Das hängt davon ab, ob ich gehen soll."
Ich schnaubte leise. „Mach, was du willst."
Er ließ sich langsam auf den Boden sinken, mit dem Rücken an die Wand neben dem Fenster. Nicht in der Mitte des Raumes, nicht direkt neben mir. Einfach so, dass er da war aber nicht zu nah.
„Du bist komisch", sagte ich nach einer Weile, ohne ihn anzusehen.
„Ich weiß."
„Aber irgendwie... normal-komisch. Nicht wie der Rest hier."
„Danke?", erwiderte er, und ich konnte mir vorstellen, wie er dabei leicht den Kopf schief legte.
Ich musste grinsen, obwohl ich es nicht wollte.
„Was hast du heute gemacht?", fragte ich dann.
„Beobachtet."
„Wen?"
„Dich. Und die anderen."
Ich drehte den Kopf zu ihm. „Ich war nicht interessant."
„Warst du."
Ich sah ihn an, versuchte aus seinem Gesicht mehr zu lesen, aber wie immer war da nicht viel zu erkennen. Nur dieses ruhige, kontrollierte Etwas, das immer wirkte, als würde es mehr wissen als alle anderen. Nicht auf eine überhebliche Art, einfach... durchblickend.
„Ich versteh nicht, was du willst", sagte ich ehrlich.
„Ich auch nicht ganz."
„Dann sind wir ja zwei."
Er lehnte den Kopf leicht gegen die Wand, sah zu mir rüber. „Du bist anders, wenn du allein bist."
Ich zog die Stirn kraus. „Wie meinst du das?"
„Weniger laut. Ehrlicher."
Ich verdrehte die Augen. „Toll. Und wie bin ich sonst?"
„Defensiv."
Ich runzelte die Stirn. Wollte was sagen, ließ es dann aber. Weil er nicht unrecht hatte.
Ich zog die Decke über meine Beine, starrte eine Weile auf das Muster des Stoffes.
„Ich mag die Stille", sagte ich dann.
„Ich auch."
Noch ein paar Sekunden Stille. Kein unangenehmes Schweigen, einfach... Ruhe. Es fühlte sich nicht komisch an, dass er da war. Eigentlich fühlte es sich sogar ziemlich okay an.
„Bleibst du kurz?", fragte ich dann leise, ohne ihn anzusehen.
„Nur kurz", antwortete er, ruhig.
Ich drehte mich leicht zur Wand, zog die Decke bis zu den Schultern und schloss die Augen. Ich hörte ihn nicht atmen, hörte keine Bewegung, nur das leise, gleichmäßige Summen der Lampe, die ich noch nicht ausgeschaltet hatte.

Was bleibt, wenn wir bleiben? Hidan FFGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt