Meine Augen öffneten sich, als Sonnenstrahlen auf meiner Nase weilten.
Ich muss gestern wohl unbemerkt eingeschlafen sein.
Ein Blick zur rechten verriet, dass Hina bereits aufgestanden war.
„Wie viel Uhr ist es überhaupt.."
Murmelte ich rau ins Kissen.
Ich warf einen Blick auf mein Handy, 14:38.
Ich setzte mich auf, rieb meine Augen und stand schläfrig auf.
In Jogging Hose und t-Shirt machte ich mich also auf den Weg ins bad. Im Flur roch es ziemlich stark nach essen, vermutlich kochte einer Mittagessen.
Im Bad angekommen ging ich zum Waschbecken und im Versuch mich wacher zu bekommen. Zimmerte ich mein Gesicht in meine mit kaltem Wasser gefüllten Hände.
Das kalte Wasser lief mir über die Wangen, tropfte vom Kinn ins Waschbecken.
Ich atmete kurz einmal tief durch.
Nicht weil ich wach war, sondern weil der Moment irgendwie still war.
So still, wie ich's brauchte.
Ich stützte mich mit beiden Händen am Beckenrand ab, sah in den Spiegel.
Verstrubbelte Haare, dunkle Schatten unter den Augen, dieser typische Hidan-Blick
angepisst vom Aufstehen und vom Leben gleichzeitig.
Ich griff nach dem Handtuch, rieb mir flüchtig das Gesicht ab und fuhr mir mit der Hand durch die Haare.
Einigermaßen vorzeigbar.
Im Flur war der Essensgeruch jetzt noch stärker. Irgendwas mit Sojasoße, glaub ich.
Mein Magen zog sich leicht zusammen.
Hatte wohl doch Hunger, auch wenn ich's mir nicht eingestehen wollte.
Ich ging zurück in Hinas Zimmer, ließ ich mich auf die Matratze fallen.
Mein Handy vibrierte.
Ich ignorierte es.
Meine Gedanken drifteten wieder zurück zu gestern Nacht.
Zu dem Gespräch mit Hina.
Zu dem, was ich gesagt hatte. Oder besser: zu dem, was ich fast gesagt hätte.
„Ich will sie nicht anfassen... nicht mehr, wenn sie wem anders gehört."
Das hatte ich zumindest gesagt.
Die Worte hallten nach, so leise und doch zu laut in meinem Schädel.
Ich starrte kurz aus dem Fenster.
Die Sonne stand schon hoch, das Licht tanzte auf dem Boden. Friedlich. Fast zu friedlich.
Die Tür ging auf, leise, wie immer.
Hina steckte ihren Kopf durch den Türspalt, sah mich mit hochgezogener Augenbraue an.
„Willst du hier verrotten oder kommst du mal runter?"
Ich blinzelte träge. „Bin in Gedanken gestorben. Reicht das?"
Sie grinste. „Nicht mal ansatzweise."
Dann schob sie die Tür ganz auf und kam rein, verschränkte die Arme vor der Brust.
„Itachi hat gekocht. Und ja, er weiß, dass du hier bist. Und nein, er hat kein Messer in der Hand."
„Schade eigentlich", murmelte ich und streckte mich kurz.
„Komm. Iss was. Du siehst aus, als wärst du von innen leer."
Ich stand langsam auf, warf mir das erste, halb saubere Oberteil über, das ich fand.
„Wenn's nach mir geht, könnte man mich auch einfach in einen Sarg legen."
Hina lachte leise. „Du bist so ein verdammter Trottel."
„Und du bist die Schwester, die trotzdem mit mir redet."
Ich sah sie an, ganz kurz. Und ich glaub, sie wusste, dass ich's ernst meinte. Auch wenn's locker klang.
„Los jetzt", sagte sie nur leise.
Und ich ging mit. Nicht weil ich Hunger hatte.
Sondern weil es gerade einfacher war, als wieder über sie nachzudenken.
Als ich mit Hina die Treppe runterging, hörte ich das Gemurmel schon.
Stimmen, Geschirr, irgendjemand lachte zu laut. Klar, Deidara.
Ein kurzer Blick zur Seite: Hina war erstaunlich ruhig.
Wir betraten die Küche, und da saßen sie.
Fast alle.
Itachi am Tischende, ruhig wie immer. Konan mit verschränkten Armen neben Nagato, Zetsu lümmelte halb auf dem Stuhl, Tobi spielte mit einem Löffel und Sasori starrte auf seinen Teller, als wäre Essen reine Zeitverschwendung.
„Oh, der Schlafwandler lebt", grinste Deidara, während er mir ein Zwinkern zuwarf.
Ich sagte aber nichts.
Ich ließ mich auf den freien Platz neben Kakuzu fallen.
Der Fischkopf grinste mich an. „Du siehst aus, als hättest du mit dir selbst gekämpft. Und verloren."
Ich verdrehte die Augen. „Halt einfach dein Maul, Kisame."
Hina nahm neben mir Platz. Es klapperte, jemand schob mir einen Teller hin.
Ich nahm ihn wortlos entgegen.
„Wird ja richtig familiär hier", murmelte ich halb in meinen Teller.
Itachi hob eine Braue, sagte aber nichts.
Typisch.
Ein Moment lang war es fast normal.
Essen, kleine Sticheleien, ruhige Geräusche.
Aber dann kam's, wie's immer kommt.
„Hidan", begann Konan ruhig, aber mit dieser bestimmten Art, bei der du sofort weißt: gleich wird's unangenehm.
Ich hob den Blick. „Was."
„Also.. nachher kommt Madara mit seinen Leuten wieder. Vielleicht nimmst du dir außerhalb mal einen Abend, für dich, solange sie hier sind.
Sie sprach leise, aber jeder am Tisch hörte hin.
„Was soll das heißen?" Ich sah sie direkt an.
Itachi sah nicht auf, aber seine Gabel stoppte in der Luft.
„Du weißt genau, was sie meint", kam es trocken von Sasori.
"Idiot" korrigierte er sich, als er sich eine Gabel mit essen in den Mund schob.
Ich lehnte mich zurück. „Wenn ihr schon rumschnüffelt, könnt ihr auch gleich mit Kamera und Notizblock kommen."
"Komm schon jeder weiß, dass DU und Madara sich nicht verstehen."
Witzelte Kisame.
„Ach, und nicht zu vergessen, dass du ernsthaft seine verdammte Tochter vögeln wolltest. Respekt, Hidan."
Fügte Kisame unnötig noch dazu.
Meine Augen rollten und ich lies ein lautes genervtes Stöhnen raus.
"Meine fresse, müsst ihr euch in Sachen einmischen die euch nix anzugehen haben?!"
Meine Stimme hallte durch die Küche.
Ein paar schauten verwundert zu mir.
Ich machte bemerkbar wie emotional diese Sache mich machte, wieso, wieso war ich so dumm. Wie konnte ich meine Gefühle überhand gewinnen lassen, in so einem Moment?
Ich atmete angespannt aus, während ich meinen Kopf schüttelte.
Ich frage mich, ob noch irgendeiner gleich noch dazu sein Maul aufreißt.
Falls ja, passiert mehr als das ich nur laut werde.
Kisame beugte sich leicht zur Seite, ohne den Blick vom Tisch zu heben. Seine Stimme war kaum mehr als ein Flüstern, aber sie brannte wie Säure.
„Tja... die einen verlieben sich, die anderen machen sich komplett zum Idioten. Und du? Du hast beides geschafft."
Einen Moment lang blieb es still.
Zu still.
Ich starrte Kisame an. Nicht blinzelnd. Nicht atmend. Einfach nur... still.
In meinem Kopf war's leer, aber nicht ruhig. Da war dieses hässliche Rauschen wie Strom kurz vorm Kurzschluss. Ich spürte, wie mein Kiefer sich anspannte. Wie sich meine Hände zu Fäusten ballten, ohne dass ich's wollte.
„Was hast du gerade gesagt?"
Meine Stimme war leise. Gefährlich leise.
Kisame grinste nur und zuckte mit den Schultern, als wär's nichts. Als hätte er mich nicht gerade bis auf die Knochen aufgeschlitzt mit Worten.
Ich stand auf. Stuhl kratzte über den Boden.
Hina griff nach meinem Arm, versuchte, mich zu stoppen. Ich riss mich los. Nicht grob. Entschlossen.
„Sag's nochmal, du dämlicher bastard."
Mein Herz hämmerte. Nicht aus Angst. Aus Wut. Aus Scham.
Denn verdammt noch mal, ein Teil von mir wusste, dass da was dran war. Dass es genau das war, was mich so fertig machte.
„Sag's nochmal", wiederholte ich, rauer, tiefer.
Meine Augen brannten. Nicht vor Tränen. Vor dieser Mischung aus Stolz und Selbsthass, die ich nie richtig loswurde.
Er hob die Brauen, blieb sitzen. Mutig. Dumm. Ich wusste es nicht.
Und ich wusste auch nicht, ob ich ihn gleich schlage oder einfach den Raum verlasse.
Beides würde sich wie verlieren anfühlen.
Aber was ich wusste, war:
Keiner hier hatte verdammt nochmal das Recht, so über mich zu reden.
Nicht. Ein. Einziger. Scheißkerl.
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Was bleibt, wenn wir bleiben? Hidan FF
Fiksi PenggemarZwischen Macht, Misstrauen und unausgesprochenen Wahrheiten entfaltet sich ein innerer Krieg, den niemand sieht, außer denen, die ihn spüren. Hidan, von Natur aus stolz, unberechenbar und immun gegen sentimentale Schwäche, gerät in ein Netz aus Kont...
