Ich stand da.
An dieser gottverdammten Wand.
Mein Herz schlug, als hätte es was zu sagen, aber ich hörte nicht hin.
Wozu auch?
Skyla war reingekommen, wie sie immer reinkam,
ohne ein Wort zu viel.
Und trotzdem hatte jeder Satz von ihr mehr Gewicht als alles, was Kisame je brüllen konnte.
Ich dachte kurz drüber nach, zurückzugehen.
Irgendeinen dummen Spruch zu bringen, damit ich wenigstens wieder die Kontrolle hab.
Aber dann erinnerte ich mich an ihren Blick.
Und an meinen.
Dieses... kalte Grinsen, das ich aufgesetzt hatte.
Wie ein letztes Schutzschild, bevor alles unter mir wegrutscht.
Ich hörte Stimmen aus der Küche.
Dämpfend.
Irgendwer lachte leise, vielleicht Deidara, vielleicht Obito.
Aber Skyla sprach nicht.
Natürlich nicht.
Sie würde schweigen.
Und das war schlimmer als jedes Wort.
Ich stieß mich von der Wand ab, lief weiter durch den Flur, Richtung Gästezimmer.
Kein Plan, warum.
Ich wollte einfach nicht gesehen werden.
Tür auf. Tür zu.
Ich lehnte mich dagegen, ließ den Kopf gegen das Holz sinken.
Langsam. Kontrolliert.
So viel dazu, keine Gefühle zuzulassen.
Ich rieb mir das Gesicht mit beiden Händen,
als würde ich irgendwas wegwischen können.
Diese Szene. Den Blick. Die Stimme.
Mich.
Plötzlich klopfte es.
Nicht laut.
Nicht fordernd.
Ich drehte mich zur Tür, sagte erstmal nichts.
Das Klopfen kam noch mal, leiser diesmal.
„Wenn du jetzt kommst, um mich fertigzumachen... kannst du's dir sparen."
Meine Stimme war heiser.
Nicht wütend.
Nicht schwach.
Einfach... da.
Keine Antwort.
Ich trat zur Tür, zog sie einen Spalt auf.
Da stand sie.
Nicht Skyla.
Hina.
Sie sah mich einfach nur an. Keine Mimik. Keine Vorwürfe.
Nur diese verdammte Ruhe, die sie immer hatte, wenn sie wusste, dass in mir alles brodelt.
„Du musst dich nicht erklären", sagte sie.
Ich antwortete nicht.
Was hätte ich auch sagen sollen?
Sie lehnte sich leicht gegen den Türrahmen.
„Aber du solltest wissen, dass sie alles gehört hat. Jedes Wort."
Ich nickte nur.
„Und?", fragte ich nach ein paar Sekunden.
Meine Stimme klang fremd.
„Und sie ist gegangen", sagte Hina ruhig.
„Kein Wort. Kein Blick. Nur gegangen."
Ich senkte den Blick, presste die Lippen zusammen.
Irgendwas zog sich in mir zusammen.
Nicht Schmerz.
Nicht Wut.
Irgendwas dazwischen.
Was auch immer das ist, es bleibt.
„Hidan", sagte Hina leise.
Ich sah sie an.
„Lüg dir nicht länger selbst was vor. Du bist nicht wütend, weil sie da war. Du bist wütend, weil du's vermasselt hast."
"Schluss jetzt."
Sagte ich plötzlich.
Hina schaute mich verwundert an.
"Ich... ich will einfach Madaras Befehl folgen und Skyla vergessen."
Sie guckte verdutzt.
"Madara will, dass ich bis zur Hochzeit ihm Informationen beschaffe, aber vordem, Skyla ignoriere und keinerlei Kontakt zu ihr pflege.
Hina war leicht schockiert und verschränkte ihre Arme vor der Brust.
„Und wenn ich sie hätte nur vögeln wollen, hätte ich dass gemacht."
Murmelte ich leicht arrogant unter einem Atemzug.
Meine Schwester schaute in meinen leeren Blick aus dem Fenster.
Ein letzter Seufzer war alles, was ich aus mir raus bekam bevor ich mich vor Hina stellte.
Sie legte ihre Hand an meine Wange für einen Augenblick.
Ich schaute in ihre besorgten Augen.
Ich legte meine Hand auf Hina's Schulter und gab ihr einen Kuss auf den Kopf bevor ich mich von ihr abwandte und den Raum verließ.
Ich brauchte Abstand. Einfach nur raus hier.
Ich wollte aus der Haustür raus, doch meine Kippen waren im Wohnzimmer.
Also nahm ich meinen Mut zusammen und trat in die Küche, die zum Wohnzimmer führte.
Und zu meiner Überraschung, saßen alle im Wohnzimmer, auch Skyla.
Während ich zum Wohnzimmertisch lief, lies ich meinen Blick kalt über die Runde gleiten.
Ich war angekommen an meinen besagten Zigaretten und holte mir gleich die ganze Schachtel. Öffnete sie kurz und packte ein Feuerzeug hinein.
Ich wollte gerade verschwinden, als ich gegen jemanden prallte.
Nicht heftig, aber es reichte, um meine Kippe fast fallen zu lassen.
„Pass doch auf, wo du hinläufst", murmelte ich gereizt.
„Upsie! War keine Absicht~"
Die Stimme war viel zu fröhlich.
Ich hob den Blick.
Tobi.
Natürlich.
Er stand da mit seinem üblichen schiefen Körperhaltung, die Hände hinter dem Rücken verschränkt, der Kopf leicht schräg.
Man wusste nie, wie ernst er etwas meinte und das war vielleicht das Nervigste an ihm.
„Was willst du, Tobi?", fragte ich genervt, schon halb auf dem Weg um zu verschwinden.
Meine Zigarette klemmte zwischen meinen Zähnen, das Feuerzeug schon gezückt.
„Ich wollte eigentlich gar nichts", meinte er munter, „aber du wirkst so angespannt! Vielleicht brauchst du mal eine Umarmung~"
Ich blieb stehen mit meinem Rücken zu Tobi.
Mein Kopf drehte sich leicht zur Seite.
„Fass mich an, und ich stopf dir meine Kippen einzeln in den Hals."
Tobi kicherte. „Hidan ist aber launisch heute! Hat's mit der Prinzessin nicht geklappt?"
Ich wandte mich langsam um mit Blick zu Tobi und den anderen im Hintergrund.
die Zigarette noch unangezündet im Mund, Blick kühl.
Ein Wort noch, dachte ich, ein einziges.
Aber er hob nur die Hände. „Okay, okay~! Ich bin weg. Tobi will keinen Ärger~"
Und schon verschwand er wieder zurück ins Wohnzimmer.
Ich stand noch einen Moment da, atmete tief durch. Dann zündete ich meine Kippe an, der Rauch glitt kalt zwischen meinen Lippen hervor und ich hob die Hand.
Mittelfinger.
Ruhig.
Langsam.
An alle da drin.
Dann trat ich endlich raus in die Nacht.
Die Luft draußen war kühl, fast kalt, aber genau das war's, was ich brauchte. Kälte war wenigstens ehrlich. Anders als alles andere heute.
Ich saß auf der kleinen Mauer hinterm Hauptgebäude, die Füße auf dem Kiesweg, ein halb gerauchter Zigarettenstummel in der Hand. Ich hatte lange nicht mehr geraucht. Heute war einer dieser Tage.
Die Glut flackerte, während der Rauch langsam in die Dunkelheit stieg. Ich sagte nichts, dachte zu viel, fühlte zu viel und ließ es trotzdem geschehen. Irgendwo bellte ein Hund. Jemand warf drinnen einen Stuhl um. Aber ich war raus. Kein Gelaber mehr. Keine Blicke.
Nur das hier.
Ich weiß nicht, wie lange ich da saß. Minuten. Vielleicht Stunden. Ich zündete mir irgendwann die zweite Zigarette an. Dann die dritte.
Und dann hörte ich Schritte.
Keine, die ich sofort zuordnen konnte. Ruhig, schwer, aber nicht bedrohlich.
„Da bist du also."
Kakuzus Stimme war wie immer.
Trocken, fast genervt, aber leise. Nicht aggressiv.
Ich drehte den Kopf, ohne ihn wirklich anzusehen.
„Klar. Wo sonst."
Er blieb stehen, sah mich kurz an, dann ließ er sich neben mir auf die Mauer nieder.
„Willst du dich besaufen oder schweigen? Ich bin für beides zu haben."
Ich schnaubte leise und lachte.
Kakuzu nickte. Er legte sich eine Zigarette zwischen seine Lippen, zog sein eigenes Feuerzeug raus, zündete sichan.
Und wir saßen da.
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Was bleibt, wenn wir bleiben? Hidan FF
FanfictionZwischen Macht, Misstrauen und unausgesprochenen Wahrheiten entfaltet sich ein innerer Krieg, den niemand sieht, außer denen, die ihn spüren. Hidan, von Natur aus stolz, unberechenbar und immun gegen sentimentale Schwäche, gerät in ein Netz aus Kont...
