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Kisame stand auf, beinahe zwei Köpfe größer als ich, blickte er auf mich herab.

Kisame's Sicht.

Hidan könnte einem fast leid tun.
So energisch wie er auf Skyla reagiert, spricht Bände.
Der kleine Junge war einfach verknallt in sie.

Hidan stand direkt vor mir.
Die Schultern leicht angespannt, Kiefer fest zusammengepresst.
Er wirkte, als würde er gleich entweder losschreien oder mir einen verpassen. Beides war mir recht.

„Was ist, Hidan?"
Ich grinste schief.
„Treff ich einen wunden Punkt? Oder ist das nur wieder deine lächerliche Ego-Nummer?"
Er funkelte mich an, als könnte er mich mit Blicken töten.
Aber was sollte er tun? Jeder hier wusste, dass er sich mit dieser Skyla-Sache selbst in die Scheiße geritten hatte.
Ich verschränkte die Arme und beugte mich leicht nach vorn, damit nur er mich hören konnte.
„Du redest groß rum, aber am Ende... hast du dich wie'n kleiner Junge benommen. Erst heiß drauf, dann Schiss bekommen. Tja."
Ich zuckte mit den Schultern. „Könnte fast meinen, du hattest Gefühle. Aber so was kennt einer wie du ja nicht, oder?"
Hidan ballte die Fäuste.
Ich grinste breiter.
„Oder war's doch mehr als nur... Spaß?"
Er atmete scharf durch die Nase. Ich sah, wie er mit sich rang.
„Sag's doch endlich", spottete ich.
„Was war sie für dich? Nur Zeitvertreib? Oder hast du dich in sie verliebt und jetzt kriegst du den Hals nicht mehr zu?"

Hidan trat einen Schritt näher.
Er hielt kurz inne.
Er tat etwas was man nicht von ihm erwartet hätte. Anstatt vorlaut, wütend zu sein oder auszurasten, stille.
Doch er schaute hoch zu mir, blickte in meine Augen.
„Du hast recht."
Sagt er ganz ruhig.

„Ich sollte es nicht so rüberkommen lassen,
als hätte Skyla, mir etwas bedeutet."
Als Hidan noch grade etwas sagen wollte, vernahm man leise und schwere schritte in Richtung der Küche.
Sofort fuhren alle Köpfe herum.

Und da stand sie.
Skyla.

Obito direkt hinter ihr, finster wie immer.
Shisui, stumm, aber wachsam.
Und ganz zuletzt: Madara.
Wie ein Schatten, der sich langsam über den Raum legte.
Skyla blieb im Türrahmen stehen. Ihr Blick? Eiskalt auf Hidan gerichtet.
„Red ruhig weiter."
Ihre Stimme war ruhig.
Zu ruhig.
„Ich bin gespannt, was du zu sagen hattest... über mich."
Hidan verzog keine mine. Sondern eher ein ekelhaftes Lächeln.
Er trat ein paar Schritte von mir zurück und fuhr mit beiden Händen durch seine Haare.
Er ging still an Skyla vorbei und verließ den raus.

„Was zur Hölle?"
Rief ich ihm nach, ohne Antwort.

„Hina, dein Bruder, ist so ein gottverdammter Idiot."
Hina blickte scharf auf mich als ich dies sagte.
„Er ist kein Idiot, eher du weil du ihn wieder mal provoziert hast."
Giftete sie.
„Er hat es verdient."
Gab ich zu bevor ich Deidara dabei half den Tisch abzuräumen.

Madara's Sicht.

Ich hatte genug gehört.

Hidan, wie ein impulsiver, kindischer Idiot, der sich selbst am meisten im Weg steht.
Und das Schlimmste? Er merkt es nicht mal.
Redet sich was ein, spielt sich auf, verliert die Kontrolle. Alles nur, weil er nicht weiß, was er will.
Und wenn doch, ist's sowieso zu spät.
Skyla hat ihn durchschaut, das ist offensichtlich.
Dieser Blick von ihr eben...
Nicht Wut. Nicht Trauer.
Enttäuschung.
Kalt. Hart. Wie Stein.
Ein Blick, den man nicht mehr vergisst, wenn man ihn einmal kassiert hat.

Und Hidan?
Geht einfach.
So feige, dass er nicht mal stehenbleibt, um sich den Konsequenzen zu stellen.
Redet vorher groß rum und verpisst sich dann wie ein pubertierender Bengel, dem's zu heiß wird.
Ich saß jetzt am Tisch.
Alle hielten sich zurück.
Zu recht.
Sie wussten, dass ich nicht in Stimmung war für Spielchen oder Kommentare.
Wenn Hidan denkt, er kann tun und lassen, was er will, besonders wenn es um meine Familie geht, dann hat er sich gewaltig verrechnet.
Er kann rumschreien, sich aufspielen, abblocken, lügen.
Ist mir egal.
Aber das, was er da mit Skyla abgezogen hat...
das wird Konsequenzen haben.
Ich werde kein Chaos dulden, das durch so einen instabilen Mistkerl ausgelöst wurde.
Nicht in meinem Haus.
Nicht in meiner Nähe.
Und schon gar nicht, wenn es um sie geht.

Hidan's Sicht.

Meine Schritte hallten dumpf durch den Flur.
Ich ging nicht schnell.
Nicht panisch.
Nur... weg.
Weg von diesen Blicken, von dieser verdammten Stille, die mir plötzlich lauter vorkam als Kisames ganze Fresse.
Ich wusste, dass sie da stand.
Ich hab's gespürt, noch bevor ich sie gesehen hab.
Skyla.
Und ich wusste auch, dass sie alles gehört hat.
Jeden verdammten Satz.
Jedes einzelne Wort.
Ich presste die Zähne zusammen, spürte, wie mein Kiefer knirschte.
Ich wollte nichts sagen.
Nichts tun.
Nicht zurückgehen.
Und gleichzeitig brannte es unter der Haut.
Was hätte ich denn machen sollen?
Da stehen bleiben?
Mich erklären?
Vor all denen da?

Lächerlich.

Sie haben mich provoziert.
Kisame hat's mit Absicht gemacht.
Und ich...
Ich bin drauf angesprungen. Wie immer.
Ich fuhr mir durch die Haare, blieb im Flur stehen.
Die Wände fühlten sich plötzlich enger an.
Ich lehnte mich an eine davon, atmete einmal tief durch.
Aber das brachte nichts.
Es war alles zu laut in meinem Kopf.
Ihr Blick.
Diese scheiß Stimme von ihr, ruhig wie ein Messer.
„Red ruhig weiter."
Klingt immer noch nach.
Ich knallte mit der Faust gegen die Wand.
Kein Schrei. Kein Wutanfall.
Nur ein dumpfer Schlag.
Verdammt.
Ich hätte einfach die Klappe halten sollen.
Hätte einfach nichts sagen sollen.
Nicht zu ihr. Nicht zu Kisame. Nicht zu irgendwem.
Aber jetzt ist's passiert.
Und irgendwas an ihrem Blick... hat was in mir kaputtgemacht.
Nicht dass ich's zugeben würde.
Aber ich weiß, dass das hier nicht einfach wieder verschwindet.

Was bleibt, wenn wir bleiben? Hidan FFWo Geschichten leben. Entdecke jetzt