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Madara sah mich zunächst nicht oder vielmehr: Er tat so. Aber ich wusste, dass er mich bemerkt hatte. Er wusste immer alles. Das war eine dieser unerträglichen Eigenschaften an ihm. Ich merkte es an der Art, wie er seinen Kopf leicht zur Seite neigte, nur für einen Moment, als wollte er sagen:
"Ich sehe dich, Hidan. Ich vergesse nicht."
Ich packte Kakuzu am Ärmel, gerade als er schnurstracks in die Richtung gehen wollte, in der Madara stand. Mein Griff war fest, aber unauffällig. „Was ist?", murmelte er, ohne sich umzudrehen.
„Hast du vergessen, wie du aussiehst?" Meine Stimme war kaum mehr als ein Flüstern. Trotzdem blieb er stehen, schaute an sich runter und stöhnte leise.

„Ich hasse es, wenn dir was Schlaues einfällt." Er klang genervt, aber ich konnte mir das Grinsen nicht verkneifen, als wir die Richtung wechselten. Madara war vorerst vergessen. Zumindest für den Moment.
Wir schlenderten in eine ruhigere Seitenstraße. Ich hatte keinen Bock mehr auf diese angespannte Stimmung. Also schlug ich vor, in diesen kleinen Ramenladen zu gehen „Ichiraku" oder so. Die hölzernen Wände und der dampfende Geruch von Brühe in der Luft waren irgendwie... heimelig, auch wenn ich das nie laut sagen würde.
Wir setzten uns auf zwei Hocker, der alte Mann hinter dem Tresen nickte uns nur knapp zu. Kurz darauf standen zwei große Schüsseln mit Ramen vor uns. Ich griff nach den Stäbchen, mischte die Nudeln durch, und der erste Bissen war ehrlich gesagt verdammt gut. Selbst Kakuzu sagte nichts, ein gutes Zeichen. Wahrscheinlich rechnete er innerlich schon aus, wie viel uns das kosten würde, aber ich ließ ihn in Ruhe. Ich wollte einfach nur für ein paar Minuten essen und vergessen, dass wir gerade in feindlichem Gebiet waren.
Dann hörte ich, wie der Vorhang hinter uns beiseitegeschoben wurde. Zwei Stimmen. „Zweimal Ramen, bitte!", rief jemand mit einer klaren, energischen Stimme.

„Na klar, Naruto!", sagte der Besitzer des Ladens zurück, ganz vertraut.
Ich warf einen flüchtigen Blick zur Seite und sah einen Blondschopf mit auffälligen Strichen im Gesicht, fast wie Katzen. Neben ihm saß ein Mädchen mit rosa Haaren, die Stirn leicht gerunzelt, aber die Augen freundlich. Sie redeten viel, lachten sogar. Das war... irritierend.
Ich wandte mich wieder Kakuzu zu, der bereits bezahlte. Wir standen auf, verabschiedeten uns knapp, und traten zurück auf die Straße. Der Tag neigte sich langsam dem Ende zu. Der Himmel färbte sich orange, die Schatten wurden länger.
Als es schließlich Nacht wurde, schlichen wir uns leise in Richtung Hokage-Turm. Der Wind war kühl, aber ich war konzentriert. Jeder Schritt war bedacht. Es war still, unheimlich still, fast so, als wüsste das Dorf, dass wir da waren.
Wir fanden ein offenes Fenster im dritten Stock. Kakuzu kletterte zuerst, ich folgte ihm dicht. Die Flure waren dunkel, leer. Wir wussten, wonach wir suchten – zwei Schriftrollen mit Informationen über ein paar geplante Allianzen zwischen Dörfern. Kakuzu war verdammt effizient. Keine unnötigen Bewegungen. Nur ein Ziel.
Er öffnete den Schrank im Büro, fand die Rollen, rollte sie kurz auf, nickte und packte sie ein. Neben dem Tisch stand ein kleiner Safe. Natürlich konnte er nicht widerstehen. Er knackte ihn in wenigen Sekunden, holte eine dicke Geldbörse raus und steckte sie ein.

„Wirklich jetzt?", flüsterte ich.

„Prioritäten", antwortete er knapp.

Wir machten uns auf den Rückweg. Alles lief nach Plan. Bis plötzlich Schritte zu hören waren. Dann eine Stimme: „Hey, was macht ihr da oben?" Ich drehte mich um und erkannte das rosahaarige Mädchen vom Ramenladen. Ihre Stirn runzelte sich. „Der Hokage ist gar nicht hier. Wer seid ihr?"
Ich zuckte die Schultern, trat einen Schritt näher. „Wir... wollten mit ihm sprechen", sagte ich ruhig.
Sie trat einen Schritt zurück, misstrauisch. Ich sah Kakuzu an. Zeit war keine mehr. Ich holte aus und traf sie mit einem gezielten Schlag gegen die Schläfe. Sie kippte vornüber, fiel lautlos zu Boden. Ich fing sie noch kurz ab, bevor sie aufschlug.
„Schnell weg hier", murmelte ich, fast schon beiläufig.
Dann rannten wir. Keine Zeit mehr für Heimlichkeit. Wir erreichten das Stadttor, warfen einen letzten Blick zurück, bevor wir im Schutz der Morgendämmerung verschwanden.
Der Weg zurück war still. Ich spürte das Adrenalin noch in meinen Fingern.

Was bleibt, wenn wir bleiben? Hidan FFGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt