Der Gedanke an Skyla und Shisui ließ mich nicht los, obwohl ich selbst nicht einmal genau wusste, warum. Es war nicht so, als hätte ich ein Recht auf sie, sie war nicht meine. Aber irgendetwas in mir zog sich zusammen, jedes Mal, wenn ich daran dachte, wie er sie ansah. Ich saß an meinem Schreibtisch und starrte gedankenverloren aus dem Fenster.
In zwanzig Minuten sollte die sogenannte „Party" starten.
laute Musik, Alkohol, schräge Menschen, halbherzige Deko. Eigentlich genau mein Ding. Trotzdem wusste ich nicht, wie ich da reingehen sollte, als wäre nichts. Besoffen vor Skyla rumzutanzen? Ich konnte mich selbst kaum ertragen, wenn ich drüber nachdachte. Also beschloss ich, es bei ein paar Shots zu belassen. Locker bleiben, so tun, als wäre alles wie immer.
„Hidan, bist du bereit?", hörte ich Kakuzu durch den Spalt meiner offenen Zimmertür rufen.
„Was? Die Party beginnt doch erst in zwanzig Minuten, oder nicht?", antwortete ich und sah gerade noch, wie er die Tür ganz aufstieß und eintrat, in seiner typischen Art: ruhig, direkt, kein unnötiges Wort.
„Ich hab dir was gekauft."
Er legte ein schlichtes, schwarzes Hemd auf meinen Schreibtisch. Ich starrte es an, als hätte es gerade angefangen zu sprechen.
„Woher... und wieso?" Ich wusste selbst nicht, was mich mehr verwirrte: dass er mir etwas kaufte oder dass er sich gemerkt hatte, dass mein altes Hemd zerrissen war.
„Mach es nicht kaputt", murmelte er nur, klopfte mir grob auf die Schulter und ging.
Ich stand langsam auf, griff das Hemd und zog es über. Schwarzer Stoff, sauber, elegant. Ich ließ die oberen Knöpfe offen, sodass meine Jashin-Kette sichtbar wurde, und zog eine passende schwarze Anzughose an. Ich musterte mich kurz im Spiegel. Ging klar. Elegant, aber nicht zu förmlich. Und auf jeden Fall besser als mein Alltagsshirt von heute Morgen.
Skyla's Sicht.
Ich lief aufgeregt in meinem Zimmer hin und her, zog Schubladen auf, durchsuchte Kisten, warf Klamotten achtlos zur Seite. Mein Herz klopfte unruhig. Es konnte doch nicht einfach verschwunden sein,
dieses eine Kleid. Mein Lieblingskleid. Das Kleid.
„Madaraaaa!", rief ich laut, kurz vorm Verzweifeln, während ich mit leerem Blick in meiner Ankleide stand. Es war albern, wegen eines Kleides so zu reagieren, aber... es war das Kleid.
Ich hörte seine Schritte kaum. Wie immer war er lautlos, kühl, beherrscht. Er stand plötzlich im Türrahmen, die Arme wie gewohnt verschränkt.
„Skyla... was suchst du?", fragte er mit dieser tiefen, emotionslosen Stimme.
Ich drehte mich zu ihm um.
„Mein Kleid..." Meine Stimme klang kleiner, als ich wollte.
Er schwieg einen Moment, dann bückte er sich wortlos, hob etwas auf und hielt es mir hin.
„Dieses?"
Ich starrte ihn an. Es war mein Kleid. Schlicht, schwarz, bodenlang, mit schmalen Trägern.
Das schönste Kleid, das ich besaß. Ich stürzte zu ihm, nahm es ihm aus der Hand, umarmte ihn kurz.
„Mein Kleid! Endlich! Danke, Madara!"
Er murmelte nur etwas Unverständliches, vermutlich eine seiner üblichen „Du bist anstrengend" jammereien.
Aber ich war schon halb auf dem Weg ins Bad. Ich wollte keine Minute verlieren.
Ich stellte das Wasser auf warm, ließ den Dampf aufsteigen, und versuchte beim Duschen ruhig zu werden. Es war doch nur eine kleine Party und trotzdem wollte ich gut aussehen. Vielleicht gerade deswegen.
Als ich fertig war, zog ich das Kleid endlich an. Es saß perfekt wie immer. Der Stoff fühlte sich vertraut an, und als ich in den Spiegel sah, musste ich ein wenig lächeln. Ich band meine Haare locker nach hinten, der vordere Teil fiel offen über meine Schultern. Natürlich noch ein Foto an Hina, wir schickten uns immer unsere Outfits, auch wenn wir uns gleich sehen würden.
Mit fliegenden Schritten lief ich den Flur entlang, direkt zu Shisuis Zimmer. Ich konnte nicht anders. Ich wollte jetzt sehen, wie er reagiert. Ich riss die Tür auf.
Er saß auf dem Bett und schaute überrascht hoch, erschrak leicht nur einen Herzschlag lang, dann wurde sein Blick weich.
„Wow... du siehst umwerfend aus, Skyla."
Ich grinste breit.
„Ich hab's gefunden! Madara hatte es unter irgendeinem Stapel."
Shisui stand auf und trat auf mich zu. Seine Hände fanden wie selbstverständlich meine Taille, und in der nächsten Sekunde zog er mich sanft zu sich. Sein Kuss war warm, vertraut, liebevoll, so wie er immer war.
Ich erwiderte ihn, ohne zu zögern. Und doch... da war dieser eine kleine Gedanke, kaum greifbar, irgendwo in mir drin. Ein Funken Unruhe, den ich wegdrückte, wie man eine störende Erinnerung beiseiteschiebt. Ich liebte Shisui. Ganz sicher. Er war das Beste, was mir je passiert war. So sanft, so aufmerksam, so... echt.
Unsere Stirnen berührten sich kurz, bevor er mir einen Kuss auf die Wange gab. Ich lächelte, ein kleines bisschen verlegen.
Dann löste ich mich sanft von ihm, griff nach der Tasche mit den Snacks, die Konan mich gebeten hatte mitzubringen, und drehte mich noch einmal zu ihm um.
„Ich geh schon mal runter... nicht trödeln, ja?"
Er nickte nur und sah mir nach, als ich aus dem Zimmer trat.
Hidan's Sicht.
Währenddessen half ich mit ein paar anderen, den Raum für die Party vorzubereiten. Dekoration aufhängen, Snacks verteilen, Musik organisieren. Ich stand auf einem wackligen Hocker und befestigte gerade ein Lichterband, als plötzlich jemand heftig an meinen Beinen rüttelte. Ich verlor das Gleichgewicht und stürzte rückwärts, direkt in Itachis Arme.
„Junge, was?!", fauchte ich genervt und drehte mich, um den Schuldigen zu sehen. Natürlich. Hina grinste breit.
„Ich wollte nur, dass du mal runterkommst", sagte sie und breitete die Arme aus, um mir ihr Kleid zu präsentieren.
„Ich hab was Unauffälliges genommen. Wie findest du's?"
„Sehr schön. Gut siehst du aus, meine Kleine."
Sie strahlte. Wir redeten noch eine Weile, bis Tobi wie ein Wirbelsturm ins Wohnzimmer gestürmt kam.
„Mafraragleidahihalleferdik???"
„Was redest du?!", riefen Hina und ich gleichzeitig genervt.
„Madara... habt ihr... alles... fertig?", japste er schließlich. Wir bestätigten es, und er rannte keuchend zurück, den ganzen Weg durch den Gang. Kamui hatte er wohl mal wieder vergessen.
Hina und ich halfen Konan noch bei den letzten Kleinigkeiten, bis wir hörten, wie sich schwere Schritte näherten. Madara war da. Und mit ihm shisui, obito und skyla.
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Was bleibt, wenn wir bleiben? Hidan FF
FanfictionZwischen Macht, Misstrauen und unausgesprochenen Wahrheiten entfaltet sich ein innerer Krieg, den niemand sieht, außer denen, die ihn spüren. Hidan, von Natur aus stolz, unberechenbar und immun gegen sentimentale Schwäche, gerät in ein Netz aus Kont...
