Madara betrat den Raum und die Stimmung schwenkte spürbar um.
Die Gespräche verstummten nicht ganz, aber sie wurden leiser, zögerlicher. Es war dieser Moment, wenn jemand den Raum betritt, der nichts sagen muss, um Präsenz zu haben. Nicht, weil ihn alle mochten. Sondern, weil man ihn besser nicht unterschätzte.
Ich kannte niemanden, der nicht zumindest ein bisschen Angst vor ihm hatte.
Niemanden außer Hina.
„Na, was war los? Rollator verlegt?"
Ihre Stimme schnitt durch die Stille wie ein Messer durch Butter.
Madara hob eine Augenbraue, funkelte sie an, sagte aber nichts. Stattdessen durchbohrte er sie mit einem Blick, der die meisten Leute in den nächsten Raum vertrieben hätte.
Nicht Hina.
Sie grinste frech. „Du brauchst hier nicht zu suchen, Opa. Da ist nichts."
Ich musste mir heftig auf die Lippe beißen, um nicht laut loszulachen.
Madara verdrehte nur die Augen.
„Hina, spiel dich nicht so auf", meinte er tonlos, bevor er sich von uns abwandte.
Keine Wut in der Stimme. Nur diese kühle Geringschätzung, die bei ihm normal war. Aber Hina ließ sich davon nie beeindrucken. Im Gegenteil, sie begann sofort, seinen Tonfall zu imitieren, trocken und übertrieben gelangweilt.
Ich brach in schallendes Lachen aus und sie gleich mit.
Madara drehte sich mit einem genervten Blick zu uns um, sagte aber nichts. Wahrscheinlich überlegte er, ob es sich lohnte, jemanden umzubringen, nur weil er zu kindisch war.
Als sich das Gelächter langsam wieder legte, rief Konan uns aus dem Flur.
„Ihr zwei! Gemeinschaftsraum. Jetzt."
Hina und ich tauschten einen schnellen Blick, dann folgten wir dem Ruf, ohne groß nachzudenken.
Ich trat ein paar Schritte voraus in den Raum und blieb kurz stehen. Meine Augen wanderten über die Leute, die sich bereits dort versammelt hatten.
Und dann sah ich sie.
Skyla.
Nur ein Moment, ein kurzer Blick, aber lang genug.
Ich sah ihr Gesicht, das ruhige Lächeln, diese leuchtenden Augen.
Und wandte mich wieder ab. Instinktiv. Automatisch.
Der Raum war inzwischen ziemlich voll: Hashirama stand in einer Ecke und sprach mit Sasuke, Madara wie immer leicht abseits, Shisui direkt neben Skyla. Karin, Suigetsu und Orochimaru trudelten kurz nach uns ein.
Ich blieb die meiste Zeit in der Nähe von Hina, die sich demonstrativ auf einen der Sofas fallen ließ und mich mit einem leichten Nicken dazu aufforderte, mich ruhig nützlich zu machen zum Beispiel nicht im Weg zu stehen.
Irgendwo in der Menge verschwanden Kisame und Obito aus dem Raum.
Keine drei Minuten später flogen die Türen wieder auf.
„WER WILL ALKOHOL?!"
Obito und Kisame stürmten zurück, beide die Arme voller Flaschen.
Whiskey. Wodka. Irgendein billiger Gin.
Der Abend hatte offiziell begonnen.
Später, gegen 23 Uhr
Ich hatte inzwischen gut einen Pegel, nicht zu viel, um alles zu vergessen, aber zu viel, um mich noch subtil zu verhalten.
Wir saßen auf dem Boden. Hina, Deidara, Obito und ich, um ein völlig verwüstetes Monopolybrett herum.
Hina führte natürlich. Sie war eiskalt, ließ keine Deals zu, kaufte alles, was man kaufen konnte.
Obito dagegen taumelte kurz vor der Pleite.
Er verpfändete seine letzte Straße, setzte alles auf eine Runde und verlor.
Er stöhnte laut auf, ließ sich theatralisch zurückfallen und erklärte feierlich das Ende seines Finanzimperiums.
Keiner war überrascht.
Ich hatte längst das Interesse an dem Spiel verloren. Monopoly mit Hina war eh nur Spaß, solange man gewann. Und da ich nicht gewann, trollte ich mich zurück zu jemandem, der wenigstens so tat, als würde er mich aushalten.
Kakuzu saß am Rand des Raumes, wie immer leicht abseits vom Trubel, die Arme vor der Brust verschränkt.
Sein Blick schweifte über die Leute, als würde er sie alle mental inventarisieren und nebenbei bewerten, wie viel sie wohl wert waren, tot oder lebendig.
Ich ließ mich neben ihn plumpsen, etwas zu schwungvoll vielleicht, weil er die Stirn runzelte, als wäre ich gerade 20 Yen Schulden auf seine Geduld draufgelegt hätte.
„Du weißt, dass du dich irgendwann mal totsetzen wirst, wenn du dich so wenig bewegst", murmelte ich.
Kakuzu sah nicht mal zu mir.
„Du weißt, dass du irgendwann mal stirbst, weil du zu viel redest."
Seine Stimme war wie immer trocken, aber nicht feindselig.
Ich grinste.
„Na dann hab ich ja immerhin Gesellschaft."
Er schnaubte leise.
„Nicht von mir."
Wir saßen einen Moment schweigend nebeneinander.
Die Geräusche vom Raum flossen an uns vorbei.
Gläserklirren, Lachen, Musik, Stimmen, die zu laut waren.
„Findest du das alles hier nicht manchmal... absurd?" fragte ich irgendwann, ohne ihn anzusehen.
Er zögerte kurz.
„Menschen brauchen Ablenkung. Besonders, wenn sie zu viel denken würden, wenn sie allein wären."
„Klingt fast so, als würdest du mich verstehen."
„Ich versteh nur, wann du besser die Klappe halten solltest."
Ich lachte leise und lehnte mich zurück.
„Tja, Pech für dich. Ich hör nie auf zur falschen Zeit."
„Das weiß ich", murmelte er, dann trank er einen Schluck. „Deshalb sitz ich meistens woanders."
Ich grinste.
Trotz allem blieb er sitzen.
Und das war bei Kakuzu schon fast sowas wie Zuneigung.
Shisui's Sicht.
Ich hatte es längst bemerkt.
Dieser Hidan war die ganze Zeit über auffällig unauffällig. Und doch lag sein Blick fast pausenlos auf ihr.
Skyla.
Als würde er glauben, ich merk es nicht.
Aber er konnte sie mir nicht nehmen. Niemals.
Skyla steht nicht auf solche Typen. Zu laut. Zu respektlos.
Zu... Hidan.
Wir waren jetzt über drei Jahre zusammen. Letzten Monat hatte ich ihr den Antrag gemacht, am Jahrestag.
Ich liebe sie.
Ich könnte ewig über sie reden, wenn ich wollte.
Ich versank gerade wieder in Gedanken an sie, als plötzlich ein lauter Schrei durch den Raum hallte.
Ich fuhr hoch, drehte mich um
und da stand sie.
Skyla, mit einem breiten Grinsen, eine Flasche Champagner in der Hand.
Sie hatte sie geschenkt bekommen, wahrscheinlich von Konan oder Kisame.
Neben ihr Hina, die mindestens genauso aufgedreht wirkte.
Beide schüttelten die Flasche, kicherten, zählten rückwärts.
BAAM.
Der Korken flog mit voller wucht quer durch den Raum und traf ausgerechnet Madara.
Mitten ins Gesicht.
Einen Moment war absolute Stille.
Dann brachen Skyla und Hina gleichzeitig in hemmungsloses Lachen aus.
Sie krümmten sich fast, Tränen liefen ihnen übers Gesicht.
Selbst ich musste grinsen.
Madara stand da wie eine Statue, sein Blick dunkel, leer, fast amüsant, wenn er nicht so gruselig wäre.
Aber dann...
Ein winziges Zucken seiner Mundwinkel.
Er schmunzelte.
Für einen Bruchteil einer Sekunde.
Dann war es wieder weg.
Hidan's Sicht.
Ich war inzwischen gut angeschlagen.
Mein Gleichgewicht, zweifelhaft.
Meine Zunge, locker.
Meine Pläne, unklug.
Ich schwankte durchs Wohnzimmer zurück zu Hina.
Sie saß mit einigen Leuten auf der Couch.
Ich ließ mich neben sie fallen, schwer, leicht schnaufend, und legte den Kopf auf ihre Schulter.
Sie sagte nichts.
Aber ich merkte, wie sie leicht den Kopf schüttelte.
Dann fiel mein Blick zur Bar.
Und da saß sie.
Skyla.
Allein, halb im Schatten, den Rücken leicht gedreht, ihre Hand um ein halb leeres Glas gelegt.
Ich sah sie nur kurz an.
Und dann spürte ich Hinas Blick.
Lass es.
„Was meinst du, was sie trinkt?" fragte ich leise.
Sie seufzte.
„Sake. Das weiß ich."
Ich nickte, küsste sie kurz auf den Kopf und richtete mich auf.
Zog mein zerknittertes Hemd glatt, klopfte mir die Hose ab, als würde das irgendwas ändern, und machte mich auf den Weg zur Bar.
Zetsu stand schon da.
Natürlich.
Beide Versionen von ihm.
Schwarzer Zetsu grinste schmal.
«Also ich würde mich ja nicht an die Kleine ranmachen... aber ich würd echt gern sehen, wie du's versuchst.»
Weißer Zetsu schüttelte den Kopf.
„Sie und Shisui sind glücklich. Warum immer die Komplizierten, Hidan?"
Ich ignorierte sie.
„Zwei Sake. Für mich. Und die Dame da hinten."
Weißer Zetsu hob langsam die Augenbraue und schilderte mir nur folgendes: „Sie ist verlobt, Hidan. Und du bist betrunken, ich sehe ein Muster."
griff dann aber kommentarlos zu zwei Gläsern.
Der andere lachte leise vor sich hin.
«Du bist entweder sehr mutig... oder sehr dumm.»
Ich lehnte mich gegen die Theke, spürte das kalte Glas unter den Fingern und sah wieder zu ihr hinüber.
Skyla.
Verlobt.
Unerreichbar.
Und trotzdem hier.
Zetsu stellte die Gläser vor mir ab.
Ich nahm sie, drehte mich zur Seite und ging los.
Zwei Gläser.
Ein Augenblick.
Ein Schritt zu nah an etwas, das ich nicht haben sollte.
Aber der Abend war noch nicht vorbei.
Und ich war noch nicht fertig.
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Was bleibt, wenn wir bleiben? Hidan FF
FanfictionZwischen Macht, Misstrauen und unausgesprochenen Wahrheiten entfaltet sich ein innerer Krieg, den niemand sieht, außer denen, die ihn spüren. Hidan, von Natur aus stolz, unberechenbar und immun gegen sentimentale Schwäche, gerät in ein Netz aus Kont...
