Ich erinnere mich nicht mehr genau, aber ich glaube, mein Wecker ging irgendwann gegen fünf Uhr los. Diese gottverdammte Uhr machte einen Lärm, als würde ich gleich zur Schlacht antreten. Noch halb blind tastete ich mich zum Bad, zog mir die Zahnbürste unter den Wasserstrahl und knallte gedankenverloren Zahnpasta drauf. Während ich mir die Zähne schrubbte, wanderte mein Kopf schon wieder zu diesem Mädchen. Skyla. Ich wusste nicht, was sie mit mir machte, aber sie ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Und ich hasse das. Irgendwann hatte ich sogar daran gedacht, wie sie wohl im Bett aussehen würde. Typisch. Am Ende war sie wahrscheinlich noch minderjährig. Wäre nicht das erste Mal, dass ich was komplett falsch einschätze.
Ich spuckte aus, wusch mir das Gesicht und ging unter die Dusche. Das Wasser war kalt, ich hatte nicht mal Lust zu warten, bis es warm wurde. Hauptsache raus aus dem Kopf. Als ich fertig war, wickelte ich mir ein Handtuch um die Hüfte und trat vor den Spiegel. Ich seufzte genervt, griff nach dem Haargel und bürstete mir die Haare glatt zurück. Ohne meine Haare bin ich nix. Mein einziges Lebensmotto. Danach zog ich mir meine schwarze Jeans über, das viel zu große schwarze Shirt drüber, meine Jashin-Kette richtete ich mittig so wie immer. Noch schnell mein Parfum auf den Hals, nicht zu viel, nicht zu wenig. Alles musste sitzen. Ich wollte mich gerade umdrehen, als plötzlich eine Stimme hinter mir auftauchte.
„Fertig gestylt, Haargel-Kopf?"
Ich zuckte kurz zusammen. Ich hatte gar nicht gemerkt, dass Kakuzu da war. „Naja, den Goldschmuck hab ich heute mal weggelassen", murmelte ich und grinste. Er verdrehte die Augen, als würde er das alles für einen Zirkus halten. War es vielleicht auch. Ich zog mir den Akatsuki-Mantel über, und ohne weitere Worte machten wir uns auf den Weg nach Konoha.
Die Reise zog sich, aber irgendwann endlich standen wir vor dem Tor. Ich blieb stehen. „Und was sagen wir jetzt?" fragte ich in Richtung Kakuzu. Diesmal wollte ich mich an den Plan halten. Vielleicht. Wenn mir nichts Besseres einfiel.
Kakuzu formte ruhig ein paar Fingerzeichen und verwandelte sich in einen Shinobi aus Suna. Ich tat es ihm gleich. Meine Verwandlung sah ziemlich lächerlich aus, aber was soll's. Als wir durch das Haupttor traten, musterten uns zwei Wachen skeptisch. „Wer seid ihr und was ist euer Anliegen?" fragte eine von ihnen, ganz nach Vorschrift.
„Ich bin Ifuma Hagiru", sagte Kakuzu ruhig. „Und das ist..." Er sah zu mir.
„Camei Nosakura", platzte es aus mir heraus. Ich konnte mir das Lachen kaum verkneifen. Kakuzu verzog keine Miene.
„Wir sind auf Urlaubsreise", fügte ich an. Die Wache starrte uns einen Moment an und nickte dann. Naiv. Perfekt.
Wir betraten das Dorf und schlenderten durch die Straßen. Konoha war ruhig, irgendwie fast idyllisch, wenn man die Geschichte ausblendete. Doch dann erstarrte ich. In der Menge, zwischen den Passanten, stand Madara Uchiha. Einfach so, als wäre er irgendein normaler Dorfbewohner. Kakuzu warf mir einen kurzen Blick zu. Er wusste, was das bedeutete. Wir hatten nie wirklich darüber gesprochen, aber er wusste, was Madara mir genommen hatte. Meine Schwester. Und jetzt stand er da, als wäre nichts gewesen.
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Was bleibt, wenn wir bleiben? Hidan FF
FanfictionZwischen Macht, Misstrauen und unausgesprochenen Wahrheiten entfaltet sich ein innerer Krieg, den niemand sieht, außer denen, die ihn spüren. Hidan, von Natur aus stolz, unberechenbar und immun gegen sentimentale Schwäche, gerät in ein Netz aus Kont...
