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Ich stellte die beiden Sake-Gläser auf den Tresen, den Blick nur kurz auf sie gerichtet.
Skyla saß da, aufrecht, mit diesem höflich-neutralen Ausdruck, der mehr Unsicherheit als Haltung verriet. Als ich ihr das Glas zuschob, sah sie mich zum ersten Mal richtig an.
„Danke", sagte sie leise, fast überrascht, als hätte sie nicht damit gerechnet, dass ich es tatsächlich tue.
Ich nickte nur kurz, ein bisschen zu lässig vielleicht, und wandte mich wieder halb ab, um das Gespräch mit Zetsu weiterzuführen. Es war sowieso nur Geplänkel, nichts, was mich lange bei Laune hielt. Ich nahm einen Schluck Sake und ließ meinen Blick beiläufig durch den Raum streifen. Die Musik war dumpf, die Gespräche um uns herum gleichgültig und verschwommen.
Als ich mein Glas fast geleert hatte, bemerkte ich aus dem Augenwinkel eine Bewegung.
Skyla setzte sich neben mich. Nicht viel Abstand. Nur nah genug, dass ich es registrieren musste.
„Hi... eh... danke nochmal für den Sake", murmelte sie, ohne mich direkt anzusehen. Ihre Stimme war zurückhaltend, ein wenig angespannt.
Keine Spur von überspieltem Flirten, keine Fassade, einfach eine ehrliche Unsicherheit.

Ich lehnte mich etwas zurück, sah sie zum ersten Mal direkt an. Ihre Wangen waren leicht gerötet, aber nicht vom Alkohol allein. Vielleicht war es die Situation. Vielleicht war ich es.
„Ach, ist doch nichts Wildes... hab ich gern gemacht", antwortete ich ruhig, ein kleiner Hauch von Überheblichkeit in meiner Stimme,
ganz automatisch.
Sie sah mich jetzt auch an. „Du bist Hina's Bruder, oder?"
„Ja. Richtig."
„Ihr seht euch wirklich... sehr ähnlich", sagte sie, und klang dabei, als wäre ihr das zu spät eingefallen.
Ich hob leicht die Augenbrauen. „Ja, du bist nicht die Erste, der das auffällt. Das sagen viele."
Ein Zugeständnis, damit sie sich nicht dumm fühlen musste. Es wirkte, sie lachte leise.
Ich sah kurz von meinem Glas auf, dann wieder in ihr Gesicht. Es war ein weiches Lächeln, das sie da trug. Kein gespieltes, kein berechnetes, einfach ehrlich.
Und für einen Moment musste ich mich wirklich zusammenreißen, nicht völlig den Blick zu verlieren.
Wir redeten weiter, nichts Besonderes, aber es fühlte sich... ungezwungen an.
Keine Distanz, kein Misstrauen. Sie hörte zu, stellte kleine Fragen, lachte an den richtigen Stellen.
Ich hätte nicht gedacht, dass sie mir so sympathisch sein würde.
Doch gerade als ich das Gefühl hatte, es könnte so weitergehen, hörte ich plötzlich eine Stimme:
„Skyla? Was machst du?"
Ihre Schultern zuckten leicht zusammen. Sie drehte sich um, ich ebenfalls.
Shisui stand da, der Ausdruck in seinem Gesicht war unmissverständlich.
Ohne weitere Erklärungen nahm er sie bei der Hand und führte sie wortlos aus dem Raum.
Ich lehnte mich zurück, nahm einen tiefen Schluck aus meinem Glas und konnte mir ein leichtes Grinsen nicht verkneifen.
Das Uchiha-Gen: Kontrolle, Misstrauen, Stolz. Immer dieselbe Suppe.

Wenig später kam sie zurück.
Langsamer Schritt, die Augen kurz in meine Richtung, dann wieder auf ihr leeres Glas.
Shisui war nirgendwo mehr zu sehen
vermutlich draußen auf der Terrasse, wo die Stimmung noch frostiger war als sein Blick vorhin.
„Na? Streit gehabt?", fragte ich mit leicht spöttischem Ton, ohne aufzustehen oder sie direkt anzusehen.

„Klappe", murmelte sie nur, stellte sich hinter mich und knallte mir mit der flachen Hand auf den Hinterkopf. Nicht fest, aber bestimmt.
Ich zog nur eine Augenbraue hoch, drehte den Kopf halb zurück, um sie anzusehen.
Ihre Miene war neutral, aber sie wich meinem Blick aus, ein winziges Anzeichen von Verlegenheit. Keine dramatische Röte im Gesicht, kein gespieltes Lächeln. Nur ein leichtes Unbehagen, das zwischen uns in der Luft hing.
Ich wandte mich wieder nach vorn, lehnte mich an die Bar und wartete ab.
Skyla setzte sich schweigend neben mich.
Sie hatte offensichtlich etwas zu sagen, doch die Worte kamen nicht so recht über ihre Lippen.
„Naja... also... ehm...", begann sie schließlich, leise, kaum hörbar.

Ich beugte mich ein wenig zu ihr, nicht zu nah, gerade so, dass ich sie verstehen konnte.
„Hm? Du musst schon etwas lauter reden, sonst hör ich dich nicht", sagte ich ruhig.
Sie schob meine Schulter zur Seite, halb spielerisch, halb genervt, dann sah sie wieder auf ihr Glas, als könne sie dort irgendeine Hilfe finden.
„Er... findet es halt nicht gut, dass wir reden", sagte sie schließlich.
Ihr Blick glitt zu mir.
Ich sah sie an, offen, abwartend.
Sie hielt meinem Blick stand, für einen Moment, dann zuckte sie mit den Schultern.
„Uchiha eben", zischte sie leise, sarkastisch.
Ich grinste. „Eifersüchtig. Irgendwie sind das alle Uchiha."
Skyla sagte nichts, aber sie nickte kaum merklich, als würde sie sich selbst ungern zustimmen.
Ich rückte näher an sie heran. Nicht bedrohlich, aber spürbar.
„Kommen wir zum interessanteren Teil...", flüsterte ich.
Sie sah mich fragend an.
„Fickt er wenigstens gut?"
Sie verschluckte sich fast, fing sich aber schnell wieder. „Was?!"
Ein kurzes Lachen kam über ihre Lippen, doch ihre Stirn runzelte sich.
„Du weißt schon..." Ich ließ den Satz offen, gab ihr nur einen vielsagenden Blick.
„Hidan... Ich weiß nicht, ob–"
„Skyla", unterbrach ich sie leise, ohne die Augen von ihr zu nehmen, „Ja oder nein?"
Sie blinzelte, atmete durch.
„Ja", sagte sie schließlich. „Für mich ist er gut."
Es folgte eine kurze Stille. Keine unangenehme, mehr eine Lücke, in der wir beide dachten, aber nichts laut sagten.

Was bleibt, wenn wir bleiben? Hidan FFGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt