Langsam, wie eine Schlange auf der Lauer, bewegte sich Sylvie durch den dichten Nebel der Dunkelheit. Ihre Lippen prickelten. Der Nachhall des Kusses, den sie sich nicht hätte stehlen dürfen. Der Schmerz, der Worte, die Loki nicht in den Mund hätte nehmen sollen. Er liebte sie und sie liebte ihn, ohne Zweifel. Man hatte immer eine Wahl, das waren seine Worte. Und Sylvie hatte gewählt. Es war eine gefährliche Welt. Und manchmal gab es keine gute Wahl, nur die Wahl, die einen selbst oder die, die einem wichtig waren verletzten. Wer das anders sah, war ein Kind. Bitternis durchströmte jede Faser ihres Körpers. Jetzt gab ihr das verfluchte Universum Loki als Geschenk, als Wiedergutmachung. Doch schon längst wollte und konnte Sylvie nicht vergeben. Nicht jetzt, nicht kurz vor dem Ziel! Das Gefühl von Liebe war in einem Feldzug der Rache nicht nützlich, also warf sie Loki wie ein ungeliebtes Spielzeug beiseite. Bei dem Gedanken rebellierte ihr Magen und Galle stieg ihre Kehle empor. Sofort versuchte sie die zerstörerischen Gedanken so weit wie möglich fortzuschieben, um ihren Fokus wieder zu finden, schließlich wusste sie nicht, was kommen würde. Jener der Bleibt hatte genug Tricks auf Lager.
Aber wie sollte sie ihn in diesem Nebel, in dieser Dunkelheit finden?
Ein modriger Geruch stieg ihr in die Nase, und Sylvie rümpfte die Nase. Plötzlich tat sich vor ihr ein Weg auf, den ihre Augen zuvor nicht hatten erkennen können. Er schien auf sie zu warten, so wie Sylvie es vermutet hatte. Ihre Finger verkrampften sich, als sie sich auf den Weg machte, den der Pfad ihr offenbarte.
„Halt!“
Gequält schlug Sylvie die Lider nieder. Dieser Kerl gab wohl nie auf.
„Geh nicht weiter, komm mit mir zurück.“
Seine Worte malten die Zukunft in den hellsten, schönsten Farben und waren so verlockend.
„Sei mein Hafen, sei meine Königin.“
Sie lächelte, während sie weiterging und sein Flehen ignorierte. Nein, Loki, es war zu spät. Der Hass saß zu tief, um ihn auszulöschen. Nicht einmal die Liebe konnte den Hass auslöschen. Plötzlich hörte sie Schritte, dann griff eine Hand nach ihrem Handgelenk. Mit einem Ruck wurde sie herumgerissen.
„Ich zwinge dich.“
In seiner Stimme klang seine Ernsthaftigkeit mit. Wieder lächelte Sylvie.
„Dann musst du kämpfen.“
Auch ihre Stimme ließ keinen Zweifel aufkommen. Für den Bruchteil einer Sekunde wirkte Loki verunsichert. Diese Sekunde nutzte Sylvie eiskalt, um ihn von sich zu stoßen. Sofort hatte sie eine Klinge in der Hand.
„Kämpfe.“
Anfänglich reagierte Loki nicht, also wiederholte Sylvie ihre Aufforderung.
„Kämpfe, oder hast du Angst?”
„Angst?“, wiederholte er. „Nein, nicht vor dem Kampf, sondern vor dem, was du tun wirst, wozu du fähig sein wirst.“
„Was ich tun werde, wozu ich fähig sein werde“, äffte sie ihn nach. „Du wusstest, auf wen du dich eingelassen hast.“
In der Tat hatte er das gewusst.
„Du bist so verdammt feige.“
Auch das war etwas, das er wusste.
„Dann kämpfe endlich, um mich zu zwingen.“
Wie aus dem Nichts wurden seine Augen feucht. Nie in seinem Leben war ihm in den Sinn gekommen, um etwas zu trauern. Doch nun trauerte er um die verlorene Liebe und darum, was hätte sein können.
,,Du könntest dabei sterben oder die Welt wie wir sie kennen zerstören. Ist dir das wirklich so egal?"
,,Ja, in dieser Welt bin ich fehl am Platz."
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Lady Loki
Science-FictionKann man einem Loki vertrauen? Sylvie und Loki begeben sich auf eine gemeinsame Reise, um die TVA zur Strecke zu bringen. Wobei beide verschiedene Interpretationen dieser Reise haben. Die Liebe braucht Mut; dem Hass reicht notfalls auch Feigheit, um...
