Jedes Wort, das über seine Lippen kam, war Balsam für ihre Seele. Es war wie das Licht in der Dunkelheit. Doch ihr Blick huschte weiterhin zwischen Loki und ihrer Fluchtmöglichkeit hin und her. Es war absurd. Wovor hatte sie so viel Angst, dass es ihr förmlich die Kehle zuschnürte? Plötzlich fühlten sich ihre Handflächen unangenehm feucht an. Lokis Blick lag geduldig auf ihr, während er auf ihre Entscheidung wartete.
Sie konnte ihn nicht jedes Mal abweisen, dachte sie stumm.
Ihr Gedanke ließen sie sich ein wenig mutiger fühlen. Zaghaft überwand sie die kleine Distanz und ergriff seine Hand, schließlich war es nur ein Tanz. Nicht mehr und nicht weniger. Ein Tanz.
Wie von selbst legten sich seine Finger um ihre Taille, wobei seine Mundwinkel sich zu einem schelmischen Lächeln hoben. Sylvie war Versucht ihm auf die Finger zu hauen, doch sie hielt sich zurück. Er hob die Hand, um mit dem Finger zu schnippen. Die schweren Vorhänge, die sie vor einer Weile geöffnet hatte, glitten zu. Ein gedimmtes Licht diente als Lichtquelle. Sylvie verdrehte die Augen. Wieder einmal verfolgte Loki seine eigenen Pläne.
,,Magst du es nicht?", fragte er mit einem Lächeln, wobei er sie noch ein wenig enger an sich zog.
,,Loki", begann sie ihn zu warnen.
Er sollte seine Grenzen bei ihr nicht austesten.
,,Lass dich fallen. Hab ein wenig Spaß."
Spaß? Sylvies Leben kannte keinen Spaß. Allmählich versuchte sie sich aus seinen Armen zu befreien, aber Loki wäre nicht Loki, wenn er damit nicht gerechnet hätte. Sanft umfassten seine Finger ihr Handgelenk, wobei er sie einmal um sich selbst drehte. Durch die Drehung fühlte Sylvie sich ein wenig schwummrig. Ihre Hände umklammerten seine Schultern, während sie versuchte sich wieder zu orientieren.
,,Das war gemein", schnappte sie.
,,Du tanzt mit dem Gott des Schabernacks." Er zwinkerte ihr doch tatsächlich zu.
Gut, wenn er Spielchen spielen wollte, das konnte er haben. Schnurstracks lief Sylvie auf den CD-Spieler zu und suchte nach einem passenden Song für ihr Vorhaben. Dann wandte sie sich wieder zu ihm um, wobei sie ihre Hände in die Hüften stemmte. Beim ersten Ton der Musik begann sie provozierend ihre Hüften zu wiegen. Lokis Augen weiteten sich bei dem Anblick.
,,Du scheinst zu vergessen, dass ich die Göttin des Schabernacks bin."
Während Sylvie sich zu den Takten der Musik bewegte, pfiff Loki anerkennend.
,,Ich dachte wir tanzen gemeinsam", forderte sie ihn auf. ,,Oder lässt du mich die ganze Arbeit machen?"
Im Takt der Musik bewegte er sich auf sie zu, während Sylvie sich bereits im Rhythmus der Klänge verlor. Ein wenig Spaß haben, war doch gar nicht so schwer. So ausgelassen, so frei, hatte sie sich noch nie gefühlt. Ihr Körper vibrierte im Takt und passte sich perfekt Lokis Bewegungen an. Sein Blick lag während des gesamten Songs auf ihr. In diesem Blick lag etwas verborgen, allerdings schreckte Sylvie nun nicht mehr davor zurück. Das Gefühl von grenzenloser Freiheit machte sie verwegener, ließ die Furcht in den Hintergrund treten. Sie lächelte Loki offen an, was er erwiderte. Sie tanzte sich noch ein wenig enger an ihn. Der Duft, der von seiner Haut ausging vernebelte ihr die Sinne. In dieser Sekunde schien sich der Rest ihres Verstandes zu verabschieden. Dieser Duft war eindeutig besser als der Wein. Ihre Handflächen legte sie auf seine Brust, dort schlug sein Herz ein wenig schneller als gewöhnlich. Die Hand, die nicht den Herzschlag spürte, wanderte zu seinem Haar. Gedankenverloren fuhr sie mit den Fingerspitzen hindurch. Es war so weich, sogar noch weicher, als sie angenommen hatte. Allmählich beugte er sein Gesicht ihrem entgegen. Ein unwiderstehliches Kribbeln breitete sich in Sylvies Körper aus, während sie es ihm gleich tat. Seine Augen waren nun dunkler und ein gewisses Sehnen lag darin. Ihre Lippen schwebten nur Milimeter voneinander entfernt. Eine letzte Bewegung und sie würden sich berühren.
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Lady Loki
Science-FictionKann man einem Loki vertrauen? Sylvie und Loki begeben sich auf eine gemeinsame Reise, um die TVA zur Strecke zu bringen. Wobei beide verschiedene Interpretationen dieser Reise haben. Die Liebe braucht Mut; dem Hass reicht notfalls auch Feigheit, um...
