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Die Nacht war still, der Regen hatte aufgehört, doch der Asphalt glänzte noch feucht im schwachen Schein der Straßenlaternen. Lucas fuhr mit seinem Auto durch die dunklen Straßen der Stadt, das Geräusch des Motors dröhnte in seinen Ohren. In der Hand hielt er sein Handy, das er gerade von Markus erhalten hatte. Die Informationen, die er bekommen hatte, waren nicht gut – das Kartell war wieder aktiv, und sie wussten, dass er ihnen auf der Spur war.

„Scheiße", murmelte er und zog das Lenkrad herum, als er eine scharfe Kurve nahm. Er konnte die Gedanken kaum ordnen. Das Kartell hatte sich nicht nur aus dem Schatten herausgewagt, es war jetzt zu einem offenen Krieg gekommen. Aber er war nicht der Einzige, der diese Straße entlangfuhr – jemand war ihm dicht auf den Fersen. Es war kein Zufall.

Er drehte sich leicht zur Seite, als er den Rückspiegel betrachtete und dann sah, was er befürchtet hatte: Ein schwarzes Auto, der Motor heulte auf, als es dichter an ihn heranrückte. Der Fahrer hatte keine Scheu – er war gezielt hinter ihm her. Lucas wusste, dass er es mit Profis zu tun hatte. Leute, die keine Skrupel hatten und alles taten, um ihre Geheimnisse zu schützen.

„Verdammt", fluchte er und drückte das Gaspedal weiter durch, während er versuchte, in die ruhigeren, dunkleren Gassen der Stadt abzubiegen. Aber das Auto hinter ihm folgte ihm wie ein Schatten, kam immer näher. Die Verfolgung war kein Zufall – sie wussten, dass er ihnen dicht auf den Fersen war, und jetzt wollten sie ihn zum Schweigen bringen.

Lucas blickte schnell zu Liana, die auf dem Beifahrersitz saß. Ihre Augen waren weit geöffnet, der Blick angespannt, als sie die Gefahr spürte. „Komm schon, Lucas! Sie holen uns ein!"

„Halt dich fest!", rief er und lenkte das Auto mit einem schnellen Handgriff in eine noch engere Gasse, die nur durch wenig befahrene Straßen zugänglich war. Doch der Verfolger war schnell – zu schnell. Das andere Auto scherte plötzlich aus und blockierte die Gasse vor ihm. Lucas' Herz raste, als er nach einem Ausweg suchte.

„Ich schaffe es nicht, Liana. Wir müssen raus hier", sagte er, als er abrupt eine U-Turn machte und in eine andere Richtung fuhr. Doch im Rückspiegel sah er den dunklen Wagen, der ihm nicht von der Seite wich. Sie waren immer noch da.

„Lucas, was machst du? Die Straße ist gleich zu Ende!"

„Hoffentlich haben sie sich verkalkuliert", antwortete er und lenkte das Auto erneut in eine Sackgasse, in der er die Wende mit dem Rücken zur Wand machen musste. Das war ein letzter Versuch, seine Verfolger in die Irre zu führen.

Doch es war zu spät. Die Motoren der beiden Wagen brüllten in einem letzten verzweifelten Rauschen, und dann gab es ein abruptes Quietschen der Reifen – der Wagen, der ihnen folgte, blockierte den Ausgang. Ein Mann sprang aus dem schwarzen Auto, maskiert und mit einer Waffe in der Hand. Der Schuss, den er abfeuerte, krachte gegen die Seitenscheibe von Lucas' Wagen.

„Verdammt!", brüllte Lucas, als er das Lenkrad umklammerte. Der Schuss hatte die Scheibe zertrümmert und das Fenster splitterte in tausend Stücke, als er den Wagen mit einem wilden Ruck nach rechts riss. Doch der Mann hatte das Ziel nicht aus den Augen verloren. Er war schon wieder in Position, um nachzusetzen.

„Halt den Wagen an!", brüllte die Stimme des Angreifers durch das offene Fenster, als er mit der Waffe auf Lucas zielte. „Es ist vorbei, Lucas!"

„Es wird nie vorbei sein", zischte Lucas, seine Stimme belegt mit Wut und Entschlossenheit. Aber er wusste, dass der Moment gekommen war, in dem er handeln musste – und schnell. In einer blitzschnellen Reaktion drehte er das Lenkrad und lenkte den Wagen mit aller Kraft auf den schwarzen Wagen des Verfolgers zu. Die Kollision kam hart und plötzlich, und der Wagen des Angreifers wurde zur Seite geschleudert.

Doch der Schuss war bereits gefallen. Ein stechender Schmerz durchzuckte Lucas' Oberarm, als er die Waffe des Mannes hörte. Er hatte keine Zeit, sich zu wehren, keine Zeit, zu reagieren. Das Blut tropfte schnell, und der Schmerz war überwältigend. In einem verzweifelten Versuch, sich zu retten, drückte Lucas noch weiter das Gaspedal durch, obwohl der Schmerz in seiner Schulter wie ein brennender Hitzeschlag durch seinen Körper zog.

„Lucas!", rief Liana panisch und griff nach ihm. „Oh mein Gott!"

Doch Lucas hatte keine Zeit, ihr zu antworten. Er konnte sich nur noch darauf konzentrieren, das Auto aus der gefährlichen Situation herauszumanövrieren, die Verfolger abzuschütteln. Er zog das Steuer herum und wendete den Wagen mit einem letzten Ruck, als er die Waffe nicht mehr hörte. Sie hatten ihn getroffen – und er konnte es fühlen. Das Blut, das seinen Ärmel durchtränkte, sagte ihm alles, was er wissen musste.

Als der Wagen endlich zum Stehen kam, zog Lucas die Hand von der Wunde, aber er konnte die verschwommene Sicht und den pochenden Schmerz in seinem Körper nicht ignorieren. „Liana", flüsterte er schwach, „wir müssen... weg..."

Liana hatte in einem hektischen Moment den Sicherheitsgurt abgerissen und war sofort bei ihm. „Halt dich fest!", schrie sie, als sie versuchte, ihn zu stützen und aus dem Wagen zu bekommen.

Doch bevor sie ihn aus dem Auto ziehen konnte, hörten sie das Knirschen von Reifen auf dem nassen Asphalt. Ein weiteres Fahrzeug näherte sich schnell. „Verdammt, sie sind immer noch hinter uns", sagte Liana und griff nach seinem Arm.

„Geh...", murmelte Lucas, als er das Bewusstsein zu verlieren drohte. „Geh jetzt!"

Liana zögerte, aber in dem Moment, als die Tür des Wagens aufgerissen wurde, wusste sie, dass sie keine Wahl hatten. Sie musste ihn fortbringen, bevor es zu spät war.

„Halt durch, Lucas", flüsterte sie, als sie den Fahrerplatz verließ und ihn zur Rückbank zog. In dieser Nacht war der Kampf noch lange nicht vorbei, und sie wusste, dass sie noch tief in die Dunkelheit eintauchen mussten. Doch in diesem Moment war alles, was zählte, dass Lucas überlebte.
Liana raste mit dem Auto durch die nächtlichen Straßen, das Licht der Scheinwerfer tauchte die Dunkelheit in ein gespenstisches Licht. Lucas' Körper lag auf dem Beifahrersitz, sein Kopf in ihren Schoß gefallen. Der Blutfluss aus seiner Schulter hörte nicht auf, und Liana konnte das klamme Gefühl der Panik in ihrem Magen nicht abschütteln. Sie wusste, dass jede Sekunde zählte. Der Schmerz in ihrem Herzen war fast unerträglich, aber sie verdrängte die Angst – sie hatte keine Wahl.

„Halt durch, Lucas", flüsterte sie, während sie das Lenkrad fester umklammerte und noch mehr Gas gab. Die Krankenhauslichter waren in Sicht, doch die Zweifel nagten an ihr. Was, wenn es zu spät war? Was, wenn sie es nicht rechtzeitig schafften?

Kill me BabyWo Geschichten leben. Entdecke jetzt