Die Ghost schwebte ruhig im Orbit eines unbekannten Planeten, während die Crew sich im Inneren auf die bevorstehende Mission vorbereitete. Es war ein Moment der Stille, eine Ruhe vor dem Sturm, wie sie Ezra schon oft erlebt hatte. Doch dieses Mal fühlte es sich anders an. Es war nicht die Angst vor dem Unbekannten, nicht die Unsicherheit über das, was kommen würde. Nein, es war etwas anderes.
Er lehnte sich an eine der metallenen Wände im Cockpit und ließ seinen Blick über die Sterne draußen gleiten. Der Hyperraum war immer ein Ort gewesen, an dem er sich verloren fühlen konnte, aber jetzt war er nicht verloren. Zum ersten Mal seit langer Zeit fühlte er sich vollständig.
„Du bist nachdenklich", stellte Sabine fest, die sich mit verschränkten Armen neben ihn stellte.
Ezra drehte seinen Kopf leicht und schenkte ihr ein sanftes Lächeln.
„Ich denke nur darüber nach, wie weit wir gekommen sind."
Sabine musterte ihn für einen Moment.
„Und? Bereust du etwas?"
Er schüttelte langsam den Kopf.
„Nein. Eigentlich nicht. Früher vielleicht. Ich habe mir oft gewünscht, Dinge anders gemacht zu haben. Dass ich stärker gewesen wäre, klüger, vorsichtiger. Aber jetzt... ich glaube, ich habe endlich verstanden, dass alles seinen Sinn hatte. Dass ich nicht mehr gegen mich selbst kämpfen muss."
Sabine schmunzelte.
„Das klingt ja fast weise."
Er lachte leise.
„Ich habe von den besten gelernt."
Sie verdrehte die Augen, aber ihr Lächeln verriet, dass sie die Worte schätzte.
Ezra ließ seinen Blick durch das Cockpit wandern. Hera saß am Pilotensitz, während Kanan ruhig mit ihr sprach. Zeb und Chopper waren weiter hinten mit ihren üblichen Streitereien beschäftigt.
Es war seine Familie. Und dieses Mal würde er nicht zulassen, dass sie verloren ging.
Das Portal, welches zuvor blockiert war, er durfte es passieren. Die Fäden, die in der Macht gesponnen wurden, waren nie unveränderlich gewesen. Sein früheres Ich hatte es nicht gewusst, aber jetzt, mit seinem wahren Selbst vereint, mit der Erkenntnis über sein eigenes Schicksal, hatte er eingegriffen. Nicht drastisch. Nicht so, dass er das Gleichgewicht der Macht störte. Aber genug, um das Schicksal seiner Familie zu ändern.
Die Mission würde nicht wie zuvor enden. Sie würden überleben. Kanan, Hera, Zeb, Sabine .Sie alle würden leben.
„Sabine..." Er sah sie an, seine Stimme leiser, fast unsicher.
Sie drehte sich leicht zu ihm, ihre violetten Strähnen fielen ihr über die Schulter.
„Ja?"
Er zögerte kurz, dann lächelte er.
„Vergiss nie, dass wir immer eine Wahl haben. Egal, was kommt, du hast die Kraft, deinen eigenen Weg zu wählen."
Sie runzelte die Stirn.
„Das klingt, als würdest du dich verabschieden."
Ezra schüttelte den Kopf.
„Nein. Ich bin genau da, wo ich sein soll."
Und zum ersten Mal seit einer langen, langen Zeit wusste er, dass es wahr war.
-Ende-
Misaki Tetsuya 12.10.2025
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Der Wanderer
FanfictionIn einer Welt, wo es scheint, als wäre alles in Ordnung, lauern gefahren, die man nicht sieht. Sie schleichen um einen, greifen einen und lassen einen nie wieder los. Wie, als würde man in den Abgrund springen und trotzdem ihren krallen nicht entkom...
