N.

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[Sorry guys, I'm a crazy b!tch. Ich neige mein Haupt.]

Ich sah ihm in seine dunklen, braunen Augen. Eigentlich habe ich gedacht, dass ich zu ihm jegliches Gefühl verloren hätte, aber dem war nicht so. Seine Wärme füllte meinen Körper noch immer aus. Und trotzdem konnte ich mir nicht anders helfen, als meinem Vater die Haustür vor der Nase zuzuschlagen. Der Reflex hatte mich geleitet.
Natürlich wusste er, dass ich nach Korea gekommen war, er hatte auch die ganzen Anmeldungen vor Ort erledigt gehabt, aber trotzdem dachte ich, dass er mich in Ruhe lassen würde. Weil er mich damals verletzt hatte. Nicht physisch.
Er war einfach und nur des Geldes wegen, vor sechs Jahren, nach Korea gezogen und hatte mich und Mama alleine gelassen. Ich war elf gewesen und der Schock saß tief, als ich meinen Vater am nächsten Morgen nicht neben meiner Mutter vorgefunden hatte. In der Nacht hatte ich einen Alptraum gehabt, nur deswegen wollte ich mich vergewissern. Ahnungslos öffnete ich die Tür - ich hätte diesen Raum nie betreten, wenn ich gewusst hätte, dass mein Alptraum der kalten, harten Realität entsprach.
Nach diesem Tag hatte ich mir geschworen, das Schlafzimmer meiner Eltern nie wieder anzusehen, geschweige denn es zu betreten. Denn ich würde nur die kalte Seite sehen, auf der mein Vater schlafen sollte. Es aber nicht mehr tat. Sein Geruch war schon damals verschwunden gewesen. Nach diesem Tag hatte ich nicht mehr von ihm gesprochen, meine Mutter hat es, nach einigen Versuchen, akzeptiert. Aber ich wusste, dass Mama noch immer Kontakt zu ihm hatte. Ich wollte nicht.

Aber jetzt,- ich frage mich immer noch, warum er vor drei Tagen bei Hoseok aufgetaucht war und meine Jahre ohne Vater zu Nichte machte.

Meine Spindtür flog ins Schloss und ich schulterte meine Tasche. Die Schule hatte begonnen und jeder versuchte sich wieder, so gut wie möglich, an diesen bescheuerten Schulalltag zu gewöhnen. NamJoon hatte mich dankbarerweise heute zu Schule gefahren, da ich viel zu spät dran war, zudem keine Ahnung hatte, wie ich von hier aus fahren musste.
Den Anderen war ich bis jetzt aus dem Weg gegangen, in den ersten beiden Pausen bin ich auch nicht hoch auf die Dachterrasse gestiegen. Vor den Ferien hatten wir dort immer gemeinsam gesessen, auch wenn das heißen mochte, dass Jimin mir öfter gegenüber saß als er mir lieb war. Aber ich kam damit klar. Jetzt war ich mir nicht mehr so sicher. Ich wusste nicht, wie er auf mich reagierte oder ob wir uns wie die letzten Primaten verhauen werden. Jedenfalls mied ich deswegen Jimin, die anderen mied ich, weil ich nicht wollte, das sie zwischen uns standen und sich vielleicht für eine Partei entscheiden müssten, da wir wieder Kleinkinder spielten. Es ist ein Unnötiges hin und her. Ich überließ Jimin somit das Feld, weil er sie zudem länger kannte.
Und dann passierte das, was ich die ganze Zeit meiden wollte. Ich krachte volle Breitseite in Jimin herein, der aus der Jungsumkleide kam. Meine Bücher, die ich mir unter die Arme geklemmt hatte, verteilten sich auf dem Boden des Flurs und auch ich begrüßte die kalten Steine aus der Nähe. Mein Kopf knallte hart auf den Boden, weswegen ich die ersten dreißig Sekunden eine Art Schleier vor meinen Augen sah, der hauptsächlich aus Sternen bestand. Nachdem diese einigermaßen verschwunden waren, sah ich auf zu Jimin. Er hatte seine Arme vor der Brust verschränkt, dann tauchte plötzlich hinter ihm ein Schopf voller lilaner Haare auf. Ich erkannte, dass es Taehyung war. Sofort hatte er sich neben mich gekniet und half mir auf die Beine. Eine besorgte Miene lag auf seinem Gesicht.
"Wenn du nocheinmal in mich hineinrennst, nein, meinen Weg kreuzst, dann garantiere ich für nichts.", sagte Jimin monoton, trat nocheinmal gegen eins meiner Bücher, ehe er sich von mir abwandte und den Flur zur Cafeteria entlang ging. Einige sahen ihm entsetzt nach.
"Alles okay, Enya?", fragte Taetae und klopfte daraufhin meine Arme ab, die dreckig vom Boden waren. Ich nickte nur, denn ich hatte zuviel Angst vor meiner gebrochenen Stimme. Meine Schläfe massierend, begab ich mich zu meinen verteilten Büchern und hob sie der Reihe nach auf, Taehyung hatte sich neben mich gestellt und hielt meine Tasche in der Hand. Dankbar nahm ich sie ihm ab und warf sie über meine rechte Schulter. Mein Kopf schmerzte, als wir uns auf dem Weg zur Cafeteria machten, da Taetae mich zwang mit ihm zu gehen.

Die Maske | JiminGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt