Der Blick, der jetzt belustigt in meine Richtung schlug, verärgerte mich zutiefst. Ich war mir sicher, dass Eren das ganze hier wirklich genoss. Es schien, als würde er das, was eben passiert ist komplett außen vor lassen, zu 95% sogar verleugnen, wenn ich das hier vor seinen Freunden ausbreiten würde.
Dem Bulter einen Blasen, wie würdelos war das denn bitte?
Nun ja, nicht halb so schlimm, wie dieses Halsband, dass ich zu tragen hatte. Wenn blicke töten könnten, dachte ich, dann hätte dieser hier dich so was von in der Luft zerrissen, mein Freund.
„Ich weiß wirklich nicht, was dein Problem ist, Levi." Er erhob sich, ein wenig tänzelnd musste ich zugeben, meine Unterlegenheit mit jeder Sekunde zehnfach auskostend, sie in sich aufnehmend. Er labte sich an der Macht, die er an mir ausüben konnte, an der Weise, wie er mich erniedrigen konnte.
Mit einem eleganten Griff nahm er mir das Halsband ab, beäugte es und lächelte.
„Das dunkle Leder schmeichelt deiner..." Er zögerte, legte einen flinken, geschickten Finger an meinen Hals, fuhr langsam daran hinab bis zu dem Kragen des Shirts, welches ich trug. „...blassen Haut."
Plötzlich grub sich eine Hand in mein Haar, zwang mich zu ihm rauf, ich stand nur noch auf den Zehenspitzen.
„Ich will...", knurrte er jetzt, in einer ziemlich tiefen Stimmlage, die mir die Nackenhaare aufstellte, „... das du solang wir uns auf dieser Jacht befinden nicht wie mein Butler verhältst, klar?" Mein Atem stockte. Ich wollte eigentlich nicht wissen, was diese Ratte mit mir vorhatte. In meinen Hinterkopf schlich sich ein Gedanke ein. Es war sicherlich nicht das letzte Mal gewesen, dass ich diesen Raum betreten hatte.
„Ich will," riss er mich aus den Gedanken, die ich gerade aufrecht erhielt, um nicht in der Realität zu weilen, „Dass du das hier genießt."
Mein Kopf setzte komplett aus. Wie bitte was? Genießen?! Irgendwie verstand ich das, was Eren von mir wollte nicht so ganz. Er war-
Wer war das hier, und was hatte er mit dem arroganten, überheblichen Mistbock gemacht, der vor einer halben Stunde noch über mir gehangen und nach Frühstück gemeckert hatte? Da stimmte was nicht! Er hatte irgendwas im Hinterkopf, und das gefiel mir nicht.
So sehr ich unser kleines Rendezvous auch mit jeder Faser meines Körpers genossen und ausgekostet hatte, so sehr zweifelte ich jetzt an der Realität. Bestimmt hatte ich das bloß geträumt... nur, wieso trug ich dann diese Kleidung, die mir definitiv ein wenig zu groß war, zumindest das Hemd, und stand hier vor ihm, mit dem 'Befehl' mich zurück zu lehnen und nichts zu tun!
Was war in ihn gefahren? Wollte er mich um den Finger wickeln? Das könnte sein... Es könnte tatsächlich sein, dass die Kröte mich nur in Sicherheit wiegen wollte.
„Hm? Du siehst so blass aus." säuselnd trug sich die Stimme an mein Ohr heran, er wiederrum ließ sich in die Liege fallen, nahm sich sie Sonnenbrille vom Beistelltisch und grinste „Ist ja nicht so, als wäre dein Blut gerade anders verteilt." Diese Anmerkung war ganz klar unter der Gürtellinie, wortwörtlich.
Ich stand da, die Fäuste angespannt, ungern dabei zusehend, wie Eren das Halsband neben sich auf den Tisch legte und lachte, bevor er mich weg winkte.
„Und jetzt sei ein braver Hund und geh." Mein Blick verfinsterte sich, ich trat ein paar Schritte auf ihn zu und sah auf ihn herab. Ich verweigerte ihm Sonne, er sollte sie sich schon verdienen, wenn er mir die Freiheit gab. Ich sollte es genießen, das tat ich gerade.
Was könnte mir im Moment mehr Freude bereiten, als ihm zu widersprechen? Ihn aus diesem Stuhl zu ziehen und gegen die nächste Wand zu pressen, ihn nieder zu stieren und dann...
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OBEY
FanfictionJob: Butler. Monatliche Vergütung: 55.000 Euro. Welcher Idiot würde da schon nein sagen? Levi jedenfalls nimmt dieses groteske Angebot an. Es wäre ja auch töricht hier einfach abzulehnen, oder? Für ein bisschen Beaufsichtigung eines verzogenen Balg...