Neuller 3

2K 100 0
                                        

Als ich den Wagen starte schaue ich noch einmal auf die Uhr 4:37. Wenn heute kein Stau sein sollte, dann komme ich sogar mehr als pünktlich am Münchner Flughafen an. Es ist dunkel in meinem Auto, nur das Mondlicht bricht durch meine Scheibe. Mein Blick fällt auf das Thermometer, welches in meinem Audi angebracht ist. 17*C. Und das in der Nacht. Mal gespannt wie das Wetter in Amerika ist. Und in welchen Staat fliegen wir eigentlich? Ich weiß nicht ob ich mich freuen soll, oder weinen soll. 'Ich muss die ganze Zeit nur an Manu denken. Was macht er mit mir? Aber was ich für ihn fühle ist doch Liebe? Oder? Ich bin doch nicht schwul! Dennoch fühle ich das gleiche Gefühl wenn ich an ihn denke, was ich damals gefühlt habe, als ich mit Lisa zusammen war.' Ich vergesse diese Gedanken schnell. Sie sind zu absurd. Ich schlafe, durch meinen nicht genügenden Schlaf heute Nacht fast am Steuer ein. Konzentriert fahre ich noch den Rest der Strecke, ehe ich endlich am Flughafen ankomme. Völlig erschöpft gehe ich ins Innere, wo ich schon Holger entdecke. >>Na<< er schlägt mit mir ein. >>Hey Mann, du siehst scheiße aus.<< stellt er fest. >>Danke...<< murmel ich sarkastisch. Lamgsam gehen wir auf den Flieger zu, mit dem wir nach Amerika fliegen werden. >>Neben wem sitzt du im Flieger?<< frage ich den Bayer, in der Hoffnung, er würde sich neben mich setzen wollen. Denn ich habe momentan keine Lust auf irgendwen. Weder auf Manu, noch auf Philipp, noch sonst auf wen. Und da Holger keine nervigen Fragen stellt und einfach den Flug lang schlafen wird, wäre das die wohl beste Lösung für mich. >>Neben Sebastian, warum?<< Badstuber schaut mich an. Ich seufze. >>Na toll, ich dachte ich könnte neben dir sitzen.<< erkläre ich ihm ehrlich. >>Hm.. Ich wüsste jetzt keinen der nicht schon einen Sitzpartner hat.<< gibt er zu bedenken.
>>Du kannst dich ja neben mich setzen. Ich habe auch noch keinen Partner.<< höre ich Manus Stimme von hinten und erschrecke. >>Eh... Klar. Warum nicht?<< ich kratze mich nervös am Hinterkopf. "Na toll. Wie soll ich denn jetzt 10 Stunden neben ihm aushalten?"
Ohne noch etwas zu sagen steigen wir in den Flieger, in dem ich mich an einem Platz an ein Fenster setzte. Manu neben mich. Ich ziehe seinen wundervollen Duft ein. Er riecht einfach wunderbar. Frisch geduscht wahrscheinlich. >>Thommy, du siehst krank aus, geht es dir gut?<< fragt er fürsorglich und ich merke wie mir ganz warm wird und mir mein Blut in den Kopf steigt. >>Ja... Ich habe diese Nacht nur nicht geschlafen.<< murmel ich und schaue nach unten auf meine Hände. Ich merke, wie er näher zu mir rückt. Fest schlucke ich meine Spucke runter. >>Warum das denn?<< raunt er besorgt in mein Ohr, als wäre das etwas Geheimes. >>Weiß nicht.<< lüge ich, auch, wenn mir in dem Moment etwas klar wird: Ich liebe Manuel. Ja, ich bin verliebt in ihn. Warum weiß ich nicht. Ich stehe doch eigentlich gar nicht auf Männer?!

Neuller Fanfiction | Über einen Trip nach AmerikaGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt