Wenn man seinen Gefühlen freien Lauf ließ war es nicht immer gut, in dem Moment als ich Marco so überschwänglich in den Arm nahm wurde mir das auch schlagartig bewusst. Der Duft der direkt in meine Nase stieg, so nah, so warm, berauschte mich noch mehr als ich nicht so wieso schon war von diesem Trip. Ich hätte ihn vielleicht auch nicht mehr los gelassen, hätte er sich nicht leicht von mir gelöst um mich zu fragen ob ich Hunger hätte. Ich hatte nicht wirklich Lust auf Essen, es war nur eine sehr gute Ablenkung.
„Irgendwie zieht sich diese Sache mit den Pommes wie ein roter Faden durch unser Leben kann das sein?" stellte ich fest und schob mir erneut eine der frittierten Kartoffelstäbchen in den Mund, nach dem ich sie halb in Ketschup ertränkt hatte. „Nur das sich heute jeder seine eigenen leisten kann" mampfte Marco vor sich her. „Stimmt, aber vielleicht schmecken deine ja trotzdem besser" ich klaute ihm eine und steckte sie mir schnell in den Mund. „Mhmm köstlich. Viel besser! Hab ich es mir doch fast gedacht"-„das ist Diebstahl, ist dir schon klar oder?"-„Ne Mundraub!"-„Das gibt Rache" ehe ich mich versah, hatte er sich eine von meinen Ketschup Pommes genommen. „Wie kann man das nur mit so viel Ketschup essen?"-„Tja, das ist zur Abschreckung" über diesen dämlichen Dialog konnte man nur lachen, was ich auch tat. Wie aus dem Nichts, fing es an zu regnen. Dicke schwere Tropfen schlugen auf den Tisch an dem wir standen und es verschonte auch uns nicht. „Oh mein Gott geht die Welt jetzt unter?"-„Das ist die Strafe das du mir mein Essen geklaut hast" versicherte mir Marco tot ernst und wir verfielen in erneutes Lachen. „Wir sollten machen dass wir hier weg kommen" er hatte Recht, denn es sah nicht so aus als würde es so schnell wieder aufhören wie es angefangen hatte. Wir warfen unser restliches Essen weg und setzten uns wieder auf das Rad. Diesmal schmiegte ich mich fest an Marcos Brust weil mit dem Regen auch ein Wind kam und es wurde mir richtig kalt. Als ich kurz aufsah, konnte ich erkennen das Marco hoch konzentriert auf den Weg schaute und es ging nicht lang da waren wir wieder in der Straße in der sein Auto stand und wir stellten das Rad wieder da ab, wo wir es weg genommen hatten. Schnell rannten wir zum Auto und setzten uns rein. Marco ließ direkt den Motor an und drehte die Heizung auf „ich hoffe es wird gleich war" schnatterte ich und meine Zähne schlugen auf einander. „Wird schon werden, willst du meine Jacke?"-„Die ist doch auch nass und du hast doch bestimmt auch kalt"-„nur ein wenig"-„na also. Fahr lieber, dann wird der Motor bestimmt schneller warm". Er tat was ich sagte und ich kuschelte mich soweit es möglich war, in meine Jacke und den Sitz. Ich schloss die Augen und musste lächeln. Wieder einmal waren es Stunden die ich mit Marco verbrachte, die mich ausfüllten wie nichts Vergleichbares. Als ich meine Augen wieder aufmachte, standen wir vor einem Haus was mir unbekannt war. „Hey bist du am Schlafen?" Er stupste mich in die Seite, was mich automatisch zusammenzucken ließ. „Nee bin hell wach, nur kurz die Augen zu gemacht. Wo sind wir?"-„Bei mir. Du hast nämlich wirklich geschlafen. Hab dich nämlich gefragt wo Denise wohnt und da ich dich nicht zu dir fahren wollte und du mir nicht gesagt hast wo sie wohnt, fand ich es besser zu mir zu fahren damit wir in was trockenes kommen"-„sehr aufmerksam von dir" milde lächelnd schaute ich ihn an um dann doch zu schmollen „aber geschlafen hab ich wirklich nicht"-„nein! Natürlich nicht" er stieg aus, was ich ihm gleich tat und ging ihm hinterher.
„Bitte eintreten in mein Reich" sagt Marco als er die Türe aufgeschlossen hatte und mich rein winkte. Er machte Licht an, ging ein Stück weiter um in einem weiteren Raum einen Dimmer zu betätigen der offensichtlich das Wohnzimmer in ein warmes Licht tauchte. Mir wurde es nicht wirklich wärmer, da überall die Fenster offen waren und der kalte Wind durch die Wohnung ging. „Ich mach mal eben alles zu" als hätte er meine Gedanken gelesen, ging er und schloss die Fenster. „Setz dich doch" rief er und das Sofa lud wirklich ein es sich darauf gemütlich zu machen. Ich legte meine Tasche ab und versuchte aus meiner Jacke zu schlüpfen was nicht einfach war mit dem Gips. Es ging ewig bis Marco wieder kam und ich überlegte mir schon wie groß die Wohnung war als er um die Ecke kam und einen Stapel irgendwas vor sich her trug. „Ich hab hier für dich einen Jogginganzug und ein Handtuch, komm ich zeig dir das Badezimmer". Die Wohnung war wirklich nicht klein musste ich dann feststellen und das Badezimmer war auch keine Nasszelle sondern fast so groß wie meine Küche. „Willst du vielleicht heiß duschen?"-„Mit dem Gips?" ich schüttelte grinsend den Kopf. „Tüte drüber? So mach ich das auch wenn ich eine Verletzung hab oder glaubst du ich geh dann 4 Wochen nicht duschen?" zwinkerte und ging. Als er wieder kam, hatte er einen Müllbeutel dabei „also magst du heiß duschen?" Ich fuhr mir durch die nassen Haare und fand die Idee sehr verlockend, da ich auch immer noch fror. „Ich ... ähm ... ich überleg es mir. Du kannst die Tüte ja mal da hinlegen" sagte ich und zeigte auf das Waschbecken. Marco nickte und ging dann. Ich wollte gerade anfangen mich auszuziehen, als es klopfte und er seinen Kopf noch mal rein steckte. „Ich kann dir einen Tee anbieten wenn du magst" er sah aus als wäre er richtig stolz darauf solch ein ungewöhnliches Getränk im Haus zu haben das ich ihn mit einem Nicken belohnte. Dann entledigte ich mich meiner Kleidung, zog die Tüte über den Gips und ging heiß duschen.
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Und wenn es Liebe wird?
FanfictionLauras Kindheit bestand aus Fußball. Davon geblieben, sind ihr nur noch Erinnerungen und ihre beste Freundin Denise. Aber auch Kerstin gehört zu dem ungewöhnlichen Dreierpack. Alles ändert sich, als Marco bei Laura im Laden steht und ihr Leben in ei...
