Krankenhaus 15

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Denise Sicht:

Ich hatte schon die dritte Zeitschrift in der Hand die ich achtlos durchblätterte und dann wieder zurück auf den Tisch neben mir warf. Sinnloser quatsch über Stars und Sternchen lenkten mich gerade nicht sonderlich ab. Spätestens bei meinem nächsten Arbeitstag hatte ich wieder genug davon. Da dies also alles nichts half, musste ich einfach loswerden was mir auf der Seele brannte und ich drehte mich zu Laura „spinnst du eigentlich? Hast du noch alle Tassen im Schrank?"-„Ja Denise sag ihr mal was Sache ist!" Carsten saß mir gegenüber an der Wand, zum Glück aber so weit weg, dass ich ihm nicht den Hals umdrehen konnte. „Halt dich geschlossen du Penner!" Ich war sauer, wütend und alles was dazu gehörte. Ich konnte meine beste Freundin nicht verstehen und die ganze Situation wollte einfach nicht in meinen Kopf rein. Ich lag schon im Bett als auf einmal ein Anruf kam. Da es mir Lauras Nummer anzeigte, dachte ich schon es wäre etwas Schlimmes passiert. Laura klang auch, als wäre direkt die Welt am Untergehen und ich raste ohne lang nach zudenken, direkt zu ihrem Haus. Das ich aus dem Bett gerufen wurde, nur um Carsten ins Krankenhaus zu fahren, ließ meine Halsschlagader verdächtig dick anschwellen. Eigentlich war die Sache schon urkomisch nur das Prinzip störte mich ungemein. Als ich bei Laura ankam und sie mir direkt die Tür aufmachte, konnte ich hinter ihr einen Blut überströmten Carsten sehen der sich seine Hände ins Gesicht drückte. Das Blut drückte sich unaufhörlich zwischen seinen Fingern hindurch und ich glaubte im ersten Moment Laura hätte ihm vielleicht die Nase abgeschnitten oder so was in der Art. Laura hatte ein Handtuch in der Hand und Carsten maulte sie an „du dumme Kuh! Gib mir jetzt das Handtuch!" Wortlos gab sie ihm das gewünschte und er drückte sich das ins Gesicht. „Was ist hier passiert?" fragte ich dann doch mal, obwohl allein die Tatsache dass Laura hier war und Carsten auch, meine Wut im Bauch anschwellen ließ. „Sie hat mir eine Tasse Kaffee ins Gesicht geworfen!" Ich biss mir auf die Lippe um nicht zu lachen und wandte mich aber an Laura „ich würde lieber von dir wissen was passiert ist und warum du überhaupt hier bist? Hatten wir jetzt nicht lang genug über das Problem gesprochen?" Ich zeigte mit dem Daumen in Carstens Richtung und schaute abwartend Laura an und hoffte auf eine vernünftige Erklärung. „Du hast es ja gehört" sagte sie nur kleinlaut und ich konnte mir das nicht wirklich als ganze Geschichte vorstellen und ging davon aus, dass der größte Teil davon fehlte. „Du wirfst doch nicht einfach so mit Tassen, Laura? Erzähl das wem du willst aber nicht mir! Zudem beantwortet es nicht den Rest meiner Frage"-„Ach Denise das ist doch auch egal, bitte bring uns schnell ins Krankenhaus damit er behandelt werden kann!"-„ICH SOLL WAS?" Entsetzt, empört und alles ging in dem Moment durch mich durch aber sicher nicht das ich helfen sollte. „Bitte Denise mach mir einfach den Gefallen. Ich kann nicht fahren und Carsten kann so auch nicht fahren"-„wie wäre es dann einfach mit Krankenwagen?"-„Das will er nicht"-„ach weil der Herr das nicht will? Sag mal Laura tickst du noch ganz richtig?"-„Biiiittteeeee, ich erzähl dir dann auch später alles". Ihr Flehen trug bei mir Früchte und ich tat um was sie mich bat. Das brachte uns also hier hin, in die Notaufnahme und meinem kleinen aber feinen Ausbruch weil ich endlich wissen wollte was passiert war. Doch Laura schwieg weiter und schaute nur auf die andere Seite. Eine Schwester kam in den Warteraum und wollte dass Carsten ihr folgte. Der stand zwar auf, aber wartete wohl darauf dass auch Laura mitkam. Diese wollte auch wirklich aufstehen, doch ich konnte sie gerade noch am Handgelenk fest halten „das schaffst du allein Carsten, bist doch ein starker und großer Junge. Du bleibst hier!" Mit den Worten zog ich Laura zurück auf den Stuhl und Carsten ging wirklich, ganz ohne Widerworte. Kaum war er außer Sichtweite, sah ich Laura an „los jetzt! Sag was da passiert ist und warum du bei dir zu Hause warst"-„ich hab mich von Marco zu mir fahren lassen als wir fertig waren und ich wollte je eigentlich nur noch was holen und dich dann anrufen. Nur dann lief alles anders weil Carsten immer noch da war"-„na wo hätte er auch sonst sein sollen?"-„Na ich dachte er würde seine Sachen packen und gehen!"-„Du bist dumm, schlicht einfach dumm"-„jaaa ich weiß, ich hätte das nicht tun sollen"-„warum bist du dann geblieben und nicht einfach wieder bei Marco eingestiegen und zu mir gekommen?"-„Naja ich dachte mir, vielleicht kann ich wirklich nochmal normal mit ihm reden und es würde sich etwas aufklären"-„ich sag ja du bist dumm. Kerle wie Carsten sind nicht gemacht um mit ihnen zu reden. Die haut man um und dann .... Oh ups, das hast du ja gemacht" nun konnte ich wirklich nicht anders. Ich musste einfach lachen „dann erzähl mal den witzigen Teil. Den Teil, der erklärt warum wir hier sind"-„du bist doof" sie schupste mich mit ihrem Ellenbogen, doch auch über ihr Gesicht huschte auf einmal ein Lächeln. „Naja wir haben natürlich gestritten und ich hab mir einen Kaffee gemacht. Dann wollte er auf mich losgehen und irgendwie flog auf einmal die Tasse. Ich glaub sie brach ihm die Nase. Denn ich konnte deutlich hören das etwas knackte, aber die Tasse flog ganz auf den Boden und haute dort sogar eine Ecke aus der Fliese"-„Wow! Was für eine Tasse hast du da? Kloschüssel?"-„Neeeee, halt die große, dicke. Die, die ich halt immer hab"-„naja ich würde sagen, sie hat dir das Leben wohl gerettet"-„ich glaub schon" sagte sie leise, senkte ihren Kopf und schaute auf ihre Schuhspitzen. Sie tat mir leid, nicht wegen ihrer Naivität, sondern einfach weil sie so da saß. Ich zog sie in meine Arme, drückte sie fest, strich ihr über den Kopf und flüsterte „komm lass uns gehen. Der soll sich ein Taxi nehmen wenn er fertig ist".

Und wenn es Liebe wird?Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt