Denise Sicht
Ich wusste nichts mehr zu sagen auf das was mir das kleine Gör alles gerade gesagt hatte. Da konnte man auch nichts mehr dazu sagen wenn man die Wahrheit kannte. Wut war auch kein guter Ratgeber, darum schwieg ich dann doch. Es wunderte mich allerdings nicht, dass sie direkt zu ihrem starken Macho rannte und sich benahm als hätte ich ihr gerade den Sandeimer geklaut. Sie zog sogar ihre Sonnenbrille dafür aus und man konnte deutlich das zugeschwollene Auge sehen. „Die da hat gesagt, dass du arm bist und mir nur Lügen auftischst. Sie sagt das dir überhaupt nichts von allem gehört was du mir erzählt hast und das alles der da gehört!" Sie war wirklich aufgebracht wie ein kleines Kind und es rang mir schon ein Schmunzeln ab. „Ich wette er hat dir sicher auch von einer wichtigen Geschäftsreise erzählt vor ein paar Wochen was?" Ich hatte keine Ahnung wie ich auf die Idee kam, aber es war wie eine Eingebung und schien mir so richtig. Da sie ihre Augen aufriss und von Carsten zu mir und wieder zurück schaute, sah es so aus, als hätte ich mitten ins Schwarze getroffen. „Das warst du doch auch oder?"-„Natürlich Mäuschen, ich hab keine Ahnung was die da erzählt" er wandte sich an mich und kam schon leicht einen Schritt auf mich zu, überlegte es sich aber anders und blieb stehen. Mir war nicht klar warum er nicht auf mich losging, denn so wie er mich anschaute, war seine Wut noch schlimmer als es meine. Als ich Hände auf meinen Oberarmen fühlte und bei einem kurzen Schulterblick Robin sah, war mir klar warum. „Du solltest vielleicht bei der Wahrheit bleiben Carsten" ich wurde wieder mutiger, nicht als hätte mich bis jetzt der Mut verlassen, aber mit Robin im Rücken war es anders. „Ich wette das war in der Zeit als Laura wieder bei dir war?" Ich war selbst über meinen Gedankengang überrascht und schmunzelte. Dann schaltete sich Laura ein „was soll das heißen? Das geht schon länger oder was?"-„Oh Laura, ich glaub das geht schon sehr, sehr lange mit den beiden. Das ist die Tussi, die bei euch war als ich deine Klamotten geholt habe"-„ich glaub ich spinn!" Fuhr nun auch Laura auf „gerade eben erzählst du mir noch was von Scheiße gebaut und wunder was. Windest dich wie ein Wurm weil du am Betteln bist. Brauchst Geld, weil was weiß ich nicht alles und jetzt höre ich das die schon lang dein Betthase ist?" Sie tippte sich heftig gegen die Stirn, „das kannst du ja wohl abhaken das du auch nur einen Cent von mir bekommst. Carsten das Fass ist voll und läuft Wasserfallartig über. Es reicht jetzt und wenn du es noch einmal wagst mir zu nahe zu kommen, schwör ich, ruf ich die Polizei! Was ich jetzt im Übrigen mache wenn du nicht verschwindest!" Marco griff nach Lauras Hand und zog sie zu sich „ich finde das sollten wir so oder so tun"-„hab ich mir doch gedacht das du mich betrogen hast" wetterte Carsten los und bekam nur Unverständnis von allen Seiten. „Was ist denn jetzt? Bist du arm oder nicht?" fing das Kleinkind an zu jammern. „Man was willst du denn von mir? Bist wohl nur scharf auf Geld was? Wie meine Alte auch, darum hat sie sich auch den jetzt ausgesucht"-„Carsten ich bitte dich, hör jetzt auf und geh"-„ich will jetzt wissen ob du Geld hast?" Es war ein Durcheinander und jeder schnatterte dazwischen bis sich Robin in die Mittel stellte und für Ruhe sorgte. Es war zum Glück nicht viel los, aber die paar Gäste die da waren, hatten volles Programm und das ganz kostenlos. Robin brachte alle nach kurzer Zeit endlich zur Vernunft soweit man davon sprechen konnte und die Sache klärt sich einigermaßen auf. Dann stampfte das Kleinkind davon, Carsten ging in die andere Richtung und wir setzten uns wieder auf die Bank bei unserer Bahn. Wir gönnten uns noch eine Verschnaufpause und brachten endlich uns Spiel zu ende. Was gar nicht so einfach war, weil die Gemüter richtig lange brauchten um ein normales Level wieder zu bekommen. Laura hatte sich sogar einen Schnaps bestellt den sie in einem Zug runter kippte, danach hatte sie hübsche rosa Wangen. Natürlich gewannen die zwei das Spiel, doch freuen konnte sich keiner darüber. „Was haltet ihr davon wenn wir noch was essen gehen?" schlug Robin vor und ich sah ihn verwundert an „kann es sein das du, egal in welcher Lage man ist, an Essen denkst?" Er grinste und zuckte mit den Schultern „kann nix für, ist halt so", Marco schlug ihm vor die Brust „der Große braucht halt viel Nahrung, obwohl das Gegenteil vielleicht besser wäre, oder mehr Sport" er kniff seinem Freund in den Bauch und Robin schlug nach Marcos Hand. Die fingen an rum zu albern wie kleine Schuljungs und Laura und ich hatten dafür nur ein gespieltes Kopfschütteln übrig. „Hey, hey! Time Out" rief ich dann dazwischen „die Leute schauen schon" raunte ich in die Runde was uns alle zum lachen brachte. „Essen ist eine gute Idee und wo?"-„Vapiano?" Wir Frauen stimmten zu und wenig später gab es Pasta, Pizza und Salat.
Als wir alle uns bei mir vor der Haustüre uns verabschiedet hatten, blieb Robin noch an seinem Auto stehen und wir unterhielten uns über einen Film. Das brachte die anderen zwei dazu zu gehen und wir schiegen auf einmal. Verschämt, wie ich es sonst nie war, sah ich auf den Boden und malte mit meiner Fußspitze imaginäre Kreise auf den Asphalt. Ob er noch eine Nacht bei mir bleiben würde? Ihn fragen konnte ich nicht, denn ich wollte nicht das er glaubte ich wäre einsam und verlassen, hätte es nötig und stünde unter Feuer. „Ich glaub ich hab meinen Pulli vergessen" sagte er und ich hörte deutlich das Grinsen aus seiner Stimme heraus. War das die versteckte Bitte um eine Einladung in meine Wohnung? „Dann musst du ihn holen"-„ich weiß nicht, könnte ich doch auch noch morgen machen oder nicht?"-„Oder du nimmst ihn einfach morgen mit wenn du gehst?" Er macht seine Autotür zu und kam um das Auto herum, stellte sich ganz dicht an mich ran und zog mich auf einmal an sich ran. „Ist das eine Einladung?" Seine Augen, die tief in mich schauten brachten mich fast um den Verstand. „Eine Einladung das du morgen wieder kommen kannst"-„erst"-„du kannst aber auch sonst immer kommen wenn du erscheinst" frech schmunzelte ich und leckte mir koket über die Lippen. „Das ist ein Angebot was ich wirklich nicht ablehnen kann" und er fing an mich in die Richtung der Haustüre zu drücken in dem er mich immer wieder zusätzlich küsste.
DU LIEST GERADE
Und wenn es Liebe wird?
FanfictionLauras Kindheit bestand aus Fußball. Davon geblieben, sind ihr nur noch Erinnerungen und ihre beste Freundin Denise. Aber auch Kerstin gehört zu dem ungewöhnlichen Dreierpack. Alles ändert sich, als Marco bei Laura im Laden steht und ihr Leben in ei...
