Robins Sicht drei Jahre später
Erstaunlich wie die Zeit verging und sich Menschen ändern konnten. Viele Menschen konnten sich ändern, sogar Denise und ich! Meine anfängliche Angst vor einer Beziehung, wurde recht schnell genommen und ich verlebte mit ihr eine super tolle Zeit. Wir waren gut ein Jahr zusammen als wir endlich den nächsten Schritt wagten und zusammen zogen, danach wurde es fast noch turbulenter mit ihr. Schon komisch, da bist du mit jemanden fast den ganzen Tag zusammen und wenn man dann zusammen zog, war es als würde man den Menschen komplett neu kennenlernen. Natürlich gab es auch Streit aber das gehörte doch auch irgendwie dazu. Ich erinnerte mich an die Hochzeit von Marco und Laura die genau ein Jahr her war und wie sich die zwei noch kurz vor dem Altar anfingen zu fetzen. Klar war es die Anspannung durch den Event „Hochzeit", aber es zeigte auch dass nicht alles rosarot war, wie man so schön sagte. Das berühmte Salz in der Suppe und die anderen Floskeln die mir dazu durch den Kopf gingen, schob ich bei Seite. Das Ergebnis zählte und dies war wohl das „Ja" von beiden und der Wahnsinns Party danach. Was hatten wir in der Nacht gefeiert? Ich war mir sicher, solch eine Hochzeitsnacht wollte ich nicht verbringen, sollte ich denn Denise auch heiraten wollen. Das war zumindest damals mein Gedanke, heute wusste ich dass ich sie auf jeden Fall irgendwann zu meiner Frau machen wollte, vielleicht sogar schon sehr bald damit auch alles seine Richtigkeit hatte. Ich sah zu ihr rüber und winkte ihr, was sie direkt erwiderte obwohl sie sehr vertieft in ein Gespräch war mit Laura. Es waren zwei typische Weiber, ständig steckten sie die Köpfe zusammen und doch war es bei mir und Marco ja nicht anders. Wir waren eben alle, beste Freunde. Wenn ich zurück dachte an die Zeit als ich noch gegen die Mädchen gekickt hatte, hätte ich mir nie erträumt das es jemals zu solch einer Konsultation kommt wie wir sie heute bildeten. Eigentlich fehlten nur Marcel und Kerstin und wir wären komplett gewesen. Nur Laura war diejenige, die eigentlich mit Marco allein in Urlaub wollte. Kerstin konnte eh kein Frei machen und Marcel war auch verhindert, aber Denise ließ nicht locker und bekam dann auch noch Urlaub, also ergab es sich so wie es nun war. „Du bist ja richtig zufrieden" Marco stupste mir kräftig gegen den Oberarm und ich verfehlte meinen Mund mit dem Eis was ich in der Hand hatte. „Man Alter" maulte ich ihn an und dahin war meine gute Laune. Ich wischte mir das Eis mit dem Handrücken von der Backe um es dann am Handtuch unter mir, ab zu schmieren. „Musste das jetzt sein?"-„Warum nicht?" Marco gab mir genau in dem Moment einen erneuten Schups, als ich mit dem Eis wieder verdächtig nah an meinem Mund war, doch diesmal konnte ich mir selbst ausweichen. „Kannst du jetzt mal aufhören? Du benimmst dich voll daneben"-„Langweiler" es klang schon fast beleidigt aber er hörte auf. Ich sah wieder zu Denise und Laura rüber die es sich bequem gemacht hatten am Hotelpool in dem sie ihre Beine ins Wasser baumeln ließen. Es war aber auch ganz schön heiß und die Sonne hatte keine Gnade mit uns „wenn ich mir Laura so anschaue, war vielleicht Ibiza zur Hochsaison nicht das Beste" mitleidig sah ich dabei zu wie sie gerade aufstand mit ihrem dicken Bauch und sich in ein Handtuch einwickelte. „Sie wollte hier her, ich hab sie davon abhalten wollen und du kennst Laura"-„wie lang hat sie jetzt noch mal?"-„Es sind noch 4 Wochen, ich kann es kaum noch erwarten. Es hat schon was von Überraschungs-Ei aber was rede ich, bei euch wird es ja sicher auch bald so weit sein oder nicht?" Verschwörerisch zwinkerte er zu mir rüber und grinste dämlich, was mich zu der Annahme brachte das Denise bei Laura gequatscht hatte und die natürlich es direkt Marco erzählt hatte. „Wie was? Ich hab keine Ahnung von was du redest" tat ich es ab als wüsste ich von nichts was aber ich wusste es natürlich sehr wohl. Das Thema Kind, wurde kurz nach der Bekanntgabe von Lauras Schwangerschaft, ein sehr wichtiges bei uns und Denise wirkte nicht neidisch auf ihre Freundin sondern mehr traurig. Dann fing sie an von der inneren Uhr an zu reden und das wir nicht jünger werden würden, also hatte sie mich irgendwann überzeugt und wir ließen es darauf ankommen. Der Erfolg stellte sich recht schnell ein und ich dachte wir hätten es noch über den Urlaub hinweg geheim halten können, doch in Denise ihrem sexy Bikini konnte man schon den 3 Monatsbauch sehen. Ich sah ihn, weil ich es wusste ob dies auch für andere sichtbar war, keine Ahnung. „War nur so eine Vermutung" hörte ich von der Seite und dann ein Schlürfen „schon wieder leer, ich geh mal suchen ob ich jemanden finde der mir was Neues zu trinken gibt" mit den Worten stand Marco auf und ging ohne mich zu fragen ob ich noch was wollte. Dafür kam Denise und Laura wurde unterwegs aufgehalten von Marco. „Hey Süßer" sagte sie mit schnurrender Stimme, beugte sich zu mir runter um mich zu küssen und legte sich dann neben mir auf die Liege. Ich nutzte den Moment in dem wir noch allein waren „hast du mit Laura über das Baby gesprochen?"-„Sicher haben wir über das Baby gesprochen, ich bin so gespannt wie es aussehen wird"-„ich dachte wir wollten das zusammen machen?"-„Was?" verwirrt schaute sie mich an und als ginge die Erkenntnis durch sie hindurch, fing sie an zu kichern „ach du meinst unser Baby?!"-„Ja schon"-„ach quatsch hab ich nicht" sie lehnte sich zurück, zog sich ihren Sonnenhut aus und legte ihn neben sich auf den Boden. „Dann frag ich mich wie Marco auf die Idee kommt das es bei uns ja nicht mehr lange gehen würde?" Ich war enttäuscht und auch etwas angesäuert, machte darum auch überhaupt kein Hehl, doch Denise ließ das völlig kalt wie es schien. „Hat er solche Ideen? Woher die wohl kommen?" Sie strich sich über ihren leicht gewölbten Bauch, was mich selbst schon durch den Anblick irgendwie beruhigte „ich glaube Marco ist einfach nicht blind und da er sehr intensive die Schwangerschaft von Laura mitmacht, ahnt er vielleicht was. Was hast du ihm denn geantwortet? Weil dann hast du es ihm nämlich selber gesagt und ich müsste sauer werden" sie grinste breit und hatte mich erwischt, wie so oft. Schon leicht beleidigt, weil ich jetzt der Depp war der in die Falle gelaufen war, ließ ich mich auch zurück fallen auf die Liege und nahm mir Denise ihre Hand in meine. „Wann willst du es denn deiner besten Freundin sagen?"-„Ich wollte ja noch warten bis ihres da ist aber mir fällt es schon schwer noch länger den Mund zu halten" seufzte sie und sah zu mir rüber. Sie sah aber nicht nur einfach, sondern sah wie ein trauriger Hund mit vorgeschobener Unterlippe. Es war genau der Gesichtsausdruck, mit dem sie von mir alles bekam was sie wollte, so auch die Erlaubnis, noch am selben Tag den andern beiden Bescheid zu geben.
Der Tag war rum und es gab eine leichte Brise die die Hitze des Tages erträglicher machte. Wurde natürlich auch unterstützt von dem Wind der vom Meer her kam und der Ausblick den wir hatten, war abrundend das perfekte Bild. „Das Essen ist wirklich super hier, aber wenn ich jetzt noch einen Bissen in mich rein schieb, könnt ihr mich von der Terrasse runter kugeln"-„können wir das nicht eh schon?" Laura gab Denise einen Boxer gegen den Arm die sich direkt die Stelle rieb. „Hey Schwangere darf man nicht schlagen" und somit war dann auch schon die Bombe geplatzt. Ich hätte es mir ja etwas taktvoller vorgestellt und nicht so als Slapstick neben her. „Wie schwanger?"-„Hab ich es mir doch gedacht" kam es dann auch schon von Laura und Marco was zu einem Durcheinander führt dem ich schweigend folgte, irgendwann würden sie sicher ein Ende finden.
Als das Ende gefunden wurde, die Gemüter sich beruhigt und man alle Einzelheiten ausgetauscht hatte, gingen wir auf unsere Zimmer. Denise ging ins Bad um sich fertig zu machen für die Nacht und ich nutzte die Zeit um ein paar Kerzen anzuzünden und sie neben das Bett zu stellen. Ich wollte sie überraschen, was mir auch gelang wenn ich den Glanz in ihren Augen richtig deutete. Sie legte sich zu mir aufs Bett und kuschelte sich fest an mich ran „es war ein toller Tag und Laura hat recht, das Essen hier ist echt bombe" nuschelte sie an meiner Brust. „Ja war es ein toller Tag?"-„Perfekt sogar und ich kann endlich aufhören zu lügen. Die Ausreden wegen meiner Kotzerei wurden nämlich schon langsam sehr unglaubwürdig". Ich zog eine kleine Schachtel unter dem Kopfkissen hervor unter dem ich sie kurz vorher deponiert hatte und sagte „schau mal was hier liegt". Denise richtete sich leicht auf und sah auf die Schachtel „was ist das?"-„Keine Ahnung, es lag hier unter dem Kissen"-„dann mach doch mal auf"-„nee so neugierig bin ich nicht, das ist Weibergram" ich drückte ihr einfach die Schachtel in die Finger „wenn du wissen willst was drin ist, mach es selber auf". Verdutzt sah sie mich an, aber man konnte auch sehen, dass sie fast vor Neugierde platzte. Mein Vorhaben ging also auf und schon zog sie die Schachtel auf. „Heilige Scheiße Robin schau dir das Ding an" wenn ihre Augen wegen der Kerzen glänzten, so waren es jetzt ganze Sterne die aufleuchteten. „Was denn?" Spielte ich weiter den Ahnungslosen und tat als würde ich versuchen auch in die Box zu schauen. „so was lässt doch keiner hier rum liegen" vorsichtig zog sie den Ring raus und hob ihn ins Licht „der muss doch extrem teuer sein und zudem, hallo? Wie wird denn hier geputzt und überhaupt ..." sie sah mich an und ihre Augen wurden größer. „Sag mal, das geht doch gar nicht, wir sind doch schon die zweite Nacht hier. Den hätten wir doch schon dann die letzte Nacht finden müssen, das ist doch ..." ich sagte nichts und ließ sie selbst Detektiv spielen, musste mir aber gewaltig das Lachen verkneifen. „Du ... also ... hä?" Dann schlang sie die Arme mir urplötzlich um den Hals „der ist von dir, man wie dumm bin ich eigentlich?" stürmisch fing sie an mich zu küssen und zwischen jeden Kuss gab es ein Danke. „Willst du nicht mal versuchen ob er überhaupt passt?"-„Oh sicher, natürlich!" Er passte natürlich wie angegossen, schließlich hatte ich einen ihrer Ringe mitgenommen zum Juwelier. „Was für ein tolles Geschenk! Womit hab ich das denn verdient?" Sie sah mich wieder mit diesem Hundeblick an und ich grinste „naja, ich dachte, verdient hast du ihn nicht wirklich aber vielleicht magst du ja ihn auch irgendwann als Ehering nutzen" ich ließ es so beiläufig wie möglich klingen, mit dem Wissen das meine Planung von A bis Z reibungslos verlief. „Ehering? Oh Goooooott natürlich JA!"
Als sie sich endlich beruhigt hatte und wir einfach nur eng umschlungen so da lagen, hielt sie ihre Hand in die Höhe und ließ den Ring im Schein der Kerze funkeln. „Und wenn es Liebe wird, wird alles gut" murmelte sie vor sich hin und ich zog sie enger an mich ran um ihren Nacken zu küssen.
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Und wenn es Liebe wird?
FanfictionLauras Kindheit bestand aus Fußball. Davon geblieben, sind ihr nur noch Erinnerungen und ihre beste Freundin Denise. Aber auch Kerstin gehört zu dem ungewöhnlichen Dreierpack. Alles ändert sich, als Marco bei Laura im Laden steht und ihr Leben in ei...
