Denise Sicht
„Jetzt nochmal langsam zum Mitschreiben. Du bist also zum Trainingsgelände umsonst und dann hat dich Marco abgeholt?"-„Genau"-„Dann seid ihr Laufschuhe kaufen gegangen obwohl du so was überhaupt nicht brauchst und seid dann essen gewesen?"-„Du hast es erfasst"-„dann kommen wir zum Rest, den ich glaub nicht verstanden habe"-„Denise so schwer kann das doch nicht sein?" lachte Laura doch es war schwer für mich zu verstehen. Ich wollte einfach nur kein Detail verpasst haben und ich konnte es nicht wirklich glauben was ich da von meiner besten Freundin gehört hatte. Ich saß bei ihr im Büro, mit einer Schale Nudeln vor mir und verbrachte so meine Mittagspause bei Kerstin und Laura. Es war sonst nicht mein Ding soweit durch die Stadt zu fahren, doch Laura hatte mir eine Nachricht geschrieben dass ich doch bitte kommen soll, weil sie mir unbedingt etwas erzählen musste. Was tat man nicht als Freundin? Ich fuhr dann auch noch direkt beim Italiener unseres Vertrauens vorbei und packte unser Lieblings Essen ein. Ich kaute genüsslich auf den Nudeln herum und hörte gespannt Laura zu die gerade anfing die Schultern hängen zu lassen. „Es war alles so ja nicht geplant und irgendwie weiß ich auch gar nicht ob das nicht doch ein Fehler war"-„was soll daran ein Fehler gewesen sein? Hast du Spaß gehabt?"-„Und wie" schwärmte Laura und schaute total verträumt aus der Wäsche um im nächsten Moment dann doch wieder ernst zu werden „ich glaub aber das ich mit Marco nicht mehr befreundet sein kann"-„naja, das glaube ich auch. Dafür könnte es ja was ernster werden oder nicht?"-„Wie ernster? Ich glaube nach der Zeit mit Carsten wollte ich nicht direkt wieder was Neues haben. Zudem finde ich die Sache mit Marco so wie sie ist ganz gut. Nur dieser Kuss hätte nicht sein dürfen". Ich konnte nicht glauben was ich da zu hören bekam. Erst dachte ich Laura würde mir die Geschichte ihres Lebens erzählen und dann hörte ihre Zweifel und diese Traurigkeit wegen einem Kuss. „Ich hätte schneller reagieren müssen und vor allem, Kopf ein schalten" jammerte sie rum. „Du spinnst wirklich meine Liebe" gab ich ihr nur als Antwort auf das Geheul. "Sie ist echt schlimm" gab mir Kerstin Recht und stopfte sich eine weitere Gabel voll Pasta in den Mund. Wo steckte die Frau das nur hin? Mit neidischem Blick schaute ich auf sie und stellte fest dass ich nie wieder Kleidergröße 36 haben werde. "Mal im ernst Laura" wandte ich mich wieder an diese "er tut dir gut. Lass es doch einfach zu"-"ihr wollt das nicht verstehen oder?" Laura knallte ihre Gabel ins Essen und stand auf. "Carsten mag euch vielleicht nicht gefallen aber er war sehr lange an meiner Seite. Ich ersetze ihn doch jetzt nicht einfach so!" Sie war richtig wütend und ich konnte das überhaupt nicht verstehen. Wir wollten doch nur das Beste für sie! "Mag alles sein Liebchen, aber er tat dir nicht gut und Marco tut es. Ich finde schon dass man da ne Ausnahme machen kann"-"meinst du! Ich aber nicht. Das ist ja fast als würde Marco als Lückenfüller herhalten müssen und das ist nicht Sinn der Sache und wäre auch gegen meine Überzeugung"-"darum auch der Kuss" warf Kerstin dazwischen. "Ich sag ja ihr versteht das nicht!" Laura wurde richtig laut und es schien mir als würde diese Unterhaltung kein gutes Ende nehmen. "Dann erkläre es uns" forderte ich sie auf doch sie winkte nur ab. Nahm ihre Schale, warf die Gabel in die Spüle und den Rest in den Mülleimer. "Ich muss zurück an die Arbeit" schon war sie weg. Ich konnte gar nicht so schnell reagieren und sah ungläubig zu Kerstin die seelenruhig weiter am Essen war. "Was sollen wir machen?"-"sie am besten erst mal laufen lassen. Sie wird noch merken das ihr da was entgeht"-"das ist alles was du dazu sagen kannst?" Kerstin leckte genüsslich ihre Gabel ab und wischte dann die Ecken der Schale mit dem Finger aus um auch den letzten Rest der Soße zu verputzen. "Hör ma, ich habe dir von Anfang an gesagt das es eine dumme Idee ist Laura von Carsten zu trennen ..."-"du warst dabei als sie endlich ausgepackt hat und du bist auch mit zu ihm hin um ihre Sachen zu holen!" Fiel ich ihr ins Wort und das unbeabsichtigt laut. "Mach mich nicht an!" War dann auch ihre Reaktion darauf, "ich sag nur dass ich nicht dafür war. Es wurde nur dann eine Art von Gefahr in Verzug. Aber wenn sie jetzt sich nicht direkt in was Neues stürzen will musst du sie nicht auch noch drängen. Du hast doch davon überhaupt keine Ahnung! Wie lang war deine längste Beziehung? Zwei Tage oder drei? Lass sie sich doch erst mal von Carsten ganz trennen"-"soll sie sich so von ihm trennen wie du es getan hast von Mike? Ihr wart doch erst die Tage zusammen weg oder nicht?" Mag sein das ich keine Ahnung hatte von langen Beziehungen, was bestimmt nicht nur alleine an mir lag. Doch so ein hin und her wie es Kerstin trieb musste ich es auch nicht haben. Zudem war Carsten nicht nett! "Du kapierst das nicht Denise. Verlieb dich mal anständig mit Haut und Haar, dann reden wir weiter" sie ging auch und ich saß allein im Aufenthaltsraum. Gefrustet lehnte ich mich nach hinten, verschränkte die Arme vor der Brust und schmollte. Ich hatte gerade die Arschkarte in dem Spiel gezogen und fühlte mich dennoch im Recht. Vielleicht wollte ich mir solche Deppen auch mit Absicht nicht ins Haus holen weil man eben nur Ärger mit ihnen hatte. Carsten tat Laura nicht gut und das konnte auch ein Blinder sehen. Warum war es dann falsch Laura von diesem "etwas" fern zu halten? Ich war stink sauer auf meine Freundinnen und brauchte auf diese Wut eine Zigarette. Also räumte ich schnell den Tisch leer und ging ohne mich noch einmal nach den beiden umzudrehen. Kaum hatte ich die Tür des Ladens hinter mir, da zog ich meine Packung und das Feuerzeug aus der Tasche. Tief sog ich den Rauch in meine Lunge ein und merkte wie mein Zorn langsam verflog. Ich musste etwas tun. Etwas ändern. Aber was? Mein Kopf war leer und ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass ich schon 10 Minuten zu spät war um pünktlich zurück im Salon zu sein. "Fuck!" Sprudelte es aus mir raus und ich warf die Zigarette auf den Boden.
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Und wenn es Liebe wird?
FanfictionLauras Kindheit bestand aus Fußball. Davon geblieben, sind ihr nur noch Erinnerungen und ihre beste Freundin Denise. Aber auch Kerstin gehört zu dem ungewöhnlichen Dreierpack. Alles ändert sich, als Marco bei Laura im Laden steht und ihr Leben in ei...
