Kapitel 17

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Eine Person weniger, für die man sterben würde!

„Ich kann dich da doch nicht alleine hingehen lassen!" sagte Leon verzweifelt. „Wie weit ist meine Schulter?" fragte ich den Arzt. „Milea, bitte! Wir wissen nicht, was sie mit dir besprechen wollen, es könnte sonst was sein!" „Fast fertig!" 

In dem Moment platzt Luke, einer der Amerikaner, in den Raum. „Nicht jetzt Luke!" schnauzte ihn Leon an, bevor er überhaupt etwas sagte. „Es ist wichtig!" „Wir haben dafür aber keine Zeit!" meckerte Leon ihn an. 

„Glaub mir, so wichtig kann euer Problem nicht sein, dass ihr das ignoriert, was ich euch jetzt zu sagen habe!" Leon wollte ihn schon wieder irgendwie loswerden, doch bevor er etwas sagen konnte, redete ich. 

„Halt dich kurz und rede!" „Du hast eine Einladung vom amerikanischen Präsidenten bekommen! Du musst ihm erklären, warum Cassy umgekommen ist!" „Weil sie umgebracht wurde?" Luke stöhnte. „Der Präsident weiß, dass du sie nicht leiden konntest! Du wirst dich rechtfertigen müssen, warum du sie nicht gerettet hast, obwohl du die Chance dazu hattest!" 

Mir wich sämtliche Farbe aus dem Gesicht. „Bitte was?" Er überreichte mir einen Brief mit Siegel, danach verließ er den Raum. Ich schloss kurz etwas länger die Augen, um bei meiner jetzige Situation nicht noch den Verstand zu verlieren. 

„Du kannst mich fahren!" sagte ich schließlich, als ich mich wieder einkriegte. Leon nickte, der genauso sprachlos war wie ich. Der Arzt ließ schließlich von mir ab und machte mir so klar, dass er fertig war. 

„Okay, dann eins nach dem anderen! Wenn ich wieder da bin, schauen wir uns den Brief genauer an!" Leon nickte erneut. Zusammen gingen wir in die Garage und fuhren mit einem Auto zum Palast. 

Nervös kaute ich auf meiner Lippe herum. „Was denkst du wollen sie von dir?" „Ich weiß es nicht!" Leon parkte direkt vor dem Eingang und ließ mich raus, bevor ein Polizist ihn anmeckern konnte, dass man da nicht parken durfte. 

Immer noch leicht nervös lief ich schnell die Treppen hoch. Am Eingang hielten mich die Soldaten meines Vaters kurz auf. 

„Wir müssen sie nach Waffen durchsuchen Miss!" Ich hatte mir noch extra die Waffe geholt, die mir einst Niklas gegeben hatte, damit ich mich verteidigen konnte, falls ich von Rebellen angegriffen wurde. 

Ich holte sie aus meiner Tasche und sofort richteten alle ihre Waffen auf mich. „Ich lege sie nur hier hin! Ich wollte euch Arbeit sparren, sorry!" „Warum haben Sie eine Waffe?" „Ich habe sie vom König bekommen, um mich gegen die Rebellen verteidigen zu können." 

Sie checkten mich von oben bis unten durch und erst als sie sich hundert prozentig sicher waren, dass ich keine Waffen bei mir hatte, ließen sie mich richtig in den Palast. 

Keil brachte mich in einen Raum und ließ mich danach alleine. Das Zimmer hatte in der Mitte des Raumes einen großen Tisch stehen, drum herum waren Stühle verteilt. Ich setzte mich auf einen und wartete, dass endlich jemand kam und mir erklärte, warum ich hier her zitiert wurde. 

Langsam machte sich die Müdigkeit breit. Damit nicht auffiel, dass ich die Nacht nicht geschlafen hatte, unterdrückte ich meine Müdigkeit. Der Raum war von Kameras gefüllt, die mich die ganze Zeit beobachteten. 

Nach einigen Minuten kamen fünf Soldaten in das Zimmer und schoben einen Fernseher mit sich mit, denn sie an das andere Ende des Raumes stellten. 

Keil betrat ebenfalls den Raum. Er schien der einzige zu sein, der eine Waffe bei sich trug. Kurz darauf kamen auch mein Vater, Niklas und Rabea in den Raum. 

Scheinwelten - Bronzenes ArmbandWo Geschichten leben. Entdecke jetzt