Kapitel 18

53 5 8
                                    

Der Deal der ein Doppelleben zu einem dividierte

Als die Nachrichten zu ende waren, sahen sich Leon und ich noch einen der schnulzigsten Liebesfilme an, die ich je gesehen hatte. 

Im Grunde waren Liebesfilme immer gleich. Frau verliebt sich in Mann, Frau und Mann streiten sich, ihre ganze Beziehung, bricht auseinander, sie sind traurig darüber und am Schluss kommen sie zusammen. 

Als dieser Film mir doch echt zu romantisch wurde, beschloss ich meine Aufmerksamkeit lieber auf Leon zu lenken. Ab der hälfte des Filmes knutschten wir nur noch miteinander rum. Seine Hände schienen über all zu sein. 

Als er dann schließlich am Ende des Filmes duschen musste, um dann zu gehen, zog ich mir wieder meinen BH an, doch bevor ich mich aus den Pulli befreien konnte, zog er ihn aus, so dass ich ihn an hatte. Während er sich aus den Tiefen des Pullis befreite, küsste er noch kurz meine Brüste zum Abschied. 

Als er mit einem breiten Grinsen und nassen Haaren wieder kam, um sich seine Jacke und T-Shirt zu holen, schnappte ich mir schnell seine Jacke. „Darf ich sie behalten?" Er begann zu grinsen. „Irgendwann werde ich wegen dir noch nackt rum laufen müssen!" „Okay, damit habe ich kein Problem." 

Ein schiefes Lächeln machte sich in seinem Gesicht breit. „Na gut, dann nehme ich mir eine neue aus dem Schrank." Er zwinkerte mir zu und holte sie sich, um danach zu gehen. 

Kurz bevor er die Wohnung verließ, zog er mir seine Jacke an und machte sie danach zu. Zwar sah es vielleicht so aus, als hätte das keinen bestimmten Grund gehabt, doch ich wusste, dass er nicht wollte, dass diejenigen die mich beobachteten,  zu viel von meiner nackten Haut sahen. Meinen halb nackten Anblick schien er nicht gerne Teilen zu wollen. 

„Bis morgen, Le!" sagte er und drückte mir einen Abschiedskuss auf die Lippen. Hinter ihm schloss er die Tür zu meiner Wohnung und ich war wieder allein. 

Ich musste die ganze Nacht alleine rumschlagen. Die ganze Nacht machte ich kein Auge zu. Über die vielen Stunden, die ich alleine in meinen Bett lag und nicht wusste, was Sache war, begann ich meinen Vater zu hassen, die Regierung zu hassen, die Vereinte Republik zu hassen, ja sogar Niklas zu hassen, doch vor allem begann ich Rabea zu hassen. 

Wie konnte sie mich nur in diese Lage bringen? Was war mit unserer Freundschaft? Hatte sie ihr gar nichts bedeutet? Ich hätte für sie mein Leben geopfert und sie verrät mich an die Regierung? Was ist passiert, dass unsere Freundschaft eine solche Wendung hingelegt hatte? 

Egal, wie ich es drehte und wendete, ich fand keine Antwort. Das einzigste, was ich damit bewirkte, war dass ich Aggressionen bekam, die ich jedoch herunter schlucken musste, da ich vielleicht sogar beim „Schlafen" beobachtet wurde. 

Neben den Aggression machte ich mir auch noch Sorgen. Was war, wenn irgendetwas schief ging und mein Vater, Keil oder sonst irgendjemand Leon umbrachte oder sie ihn wieder gefangen nahmen? Was war, wenn Delia oder Alice verletzt wurden? 

Ich konnte nicht schlafen, meine Gedanken waren größer als meine wartenden Träume. Ich schlief die ganze Nacht nicht. Irgendwann um Neun kam Leon in mein Zimmer und legte sich leise zu mir. 

Anscheinend dachte er, ich würde schlafen. Er nahm mich in Arm und küsste meine Schläfe. Ich drehte mich um und zog ihn näher an mich und ließ ihn nicht mehr los. „Das werde ich nicht nochmal machen!" flüsterte ich, so leise, dass kein Mikro der Welt mich hören konnte, abgesehen von ihm. 

„Du musst!" „Ich muss einen Scheiß!" zischte ich. Ich setzte nicht noch einmal mein Schicksal in die Hände von anderen! Er sah mir in meine Augen. „Ich kette dich an dein Bett und lass es wie ein Sexspiel aussehen!" knurrte er. 

Scheinwelten - Bronzenes ArmbandWo Geschichten leben. Entdecke jetzt