Unwissend schauen ich mich um, und versuche zu verstehen was Code Schwarz bedeutet, als mich jemand plötzlich am Arm packt.
,,Komm wir müssen gehen."
Harry nimmt mich an die Hand und führt mich zur Umkleidekabine, wo ich schnell meine Sachen nehme und Harry seine.
,,Was ist hier los?", frage ich mit Herzrassen.
,,Ein Lehrer steht vor der Tür. Wir müssen verschwinden damit wir keinen Ärger bekommen.", erläutert Harry und nimmt meine freie Hand.
,,Wir müssen hier entlang."
Ohne Widerspruch folge ich ihm und wir erreichen den Ausgang von den Umkleidekabinen und bleiben vor einem Fenster stehen.
,,Und jetzt?", frage ich etwas beängstigt. Ich will nicht erwischt werden und ich weiß auch gar nicht, was mich erwarten würde.
,,Jetzt springen wir aus dem Fenster.", verkündet Harry, während er schon das Fensterriegel hinunter drückt und das Fenster öffnet.
,,Es ist keine zwei Meter hoch. So schlimm ist das nicht."
Ohne nachzudenken steige ich auf die Bank, die unter dem Fenster steht, und schmeiße meine Sachen durchs Fenster. Als nächstes die setze ich mich auf das Fensterbrett, und Schwinge meine Beine auf die andere Seite und springe, mit leicht angewinkelten Knie, hinunter.
Heil lande ich auf meinen Beinen, und sammle meine Sachen zusammen.
Mit einem leisen Seufzer landet auch Harry hinter mir, der genauso wie ich, nur seine Badesachen an hat.
,,Wir müssen weiter.", sagt Harry, als er seine Sachen aufgehoben hat.
Wir haben Februar und ich renne mit einem Bikini und ohne Schuhe draußen herum. Wenn das keine Erkältung geben wird.
Der Untergrund ändert sich oft, während ich Harry folge. Einmal laufen wir über Grass, dann über Kieselsteine und bevor wir wieder auf Grass laufen, fühlt sich der Boden wie Asphalt an.
Ein paar Meter vor dem Eingang vom Mädchenwohnheim bleiben wir stehen.
,,Wir sollten den Hintereingang benutzen.", schlägt Harry nachdenklich vor.
,,Die Eingangstür wird bestimmt kontrolliert und der Hintereingang nicht."
,,Okay.", antworte ich knapp, da ich sowieso nicht weiter weiß, also lasse ich Harry denken wie wir hineinkommen ohne erwischt zu werden.
Wieder folge ich Harry, als wir hinter das Wohnhaus gehen. Wir bleiben vor der Tür stehen und Harry holt einen Schlüsselbund aus seinen Hosen hervor.
Leise und langsam schiebt der den Schlüssel ins Schloss, und dreht ihn zwei Mal nach Links, bevor er sie einen kleinen Spalt weit aufmacht und schaut ob die Luft rein ist. Ich würde ihn jetzt gerne fragen woher er den Schlüssel hat, weil ich mir ziemlich sicher bin, dass nicht jeder den Schlüssel zum Hintereingang hat, aber ich denke nicht, dass jetzt der richtige Moment dafür wäre.
,,Niemand hier.", flüstert er mir zu. ,,Nimm die Treppe und versuch dich nicht erwischen zu lassen. Dein Zimmer ist nicht weit von dem Treppenaufgang entfernt, deshalb schau erstmal ob ein Lehrer davor steht und wenn nicht, rennst du schnell zu deinem Zimmer. Es sind immer nur zwei Lehrer die 'Wache' halten. Einer im Erdgeschoss und der andere geht abwechselnd durch die restlichen Stockwerke."
,,Okay."
Mein Körper fängt vor Kälte an zu zittern. Ich hoffe nur, dass das alles so leicht ist wie es sich angehört hat.
,,Noch einmal danke.", bedanke ich mich bei Harry. ,,Hoffentlich wirst du nicht erwischt."
,,Kein Ding.", winkt Harry ab, als ob es keine große Sache wäre. Für mich ist es eine große Sache.
,,Wir sehen uns dann morgen."
Harry verschwindet in die Dunkelheit und ich schleiche mich hinein, schließe leise die Tür hinter mir und gehe leise, aber so schnell wie möglich die Treppen, bis zum zweiten Stockwerk hinauf.
Plötzlich sehe ich, wie das Licht einer Taschenlampe den Treppenansatz erhellt.
Sofort erinnere ich mich daran was Harry mir gesagt hat, also renne ich wie aus der Pistole geschossen zu meinem Zimmer und hoffe, dass es nicht abgeschlossen ist.
Mein Herz schlägt mir bis zur Brust als ich die Türklinge hinunterdrücke. Die Tür geht auf und ich gehe erleichtert hinein und schließe die Tür langsam und mit zitternden Fingern hinter mir. Meine Sachen schiebe ich unter mein Bett, lege mich aufs Bett und decke mich zu. Mein Bikini ist immer noch nass und erst jetzt verspüre ich wie kalt mein ganzer Körper von der Temperatur draußen ist. Jetzt wäre ein heißes Bad genau das Richtige, aber leider ist es nicht möglich.
,,Sky?"
Ich schrecke auf, da ich so in Gedanken versunken war und mein Herz noch in einem schnellen Rhythmus schlägt.
,,Ja?"
,,Wo ist Leah?", fragt Joleen, weshalb ich erstarre.
Verdammt! Ich wollte doch auf sie aufpassen. Das alles ist so schnell passiert und Harry hat mich Wort wörtlich hinter sich hergezogen.
,,Ich weiß es nicht. Die Party wurde durch einen Lehrer unterbrochen und dann hat mich Harry an der Hand genommen und hat mir geholfen nicht erwischt zu werden.", flüstere ich, damit der Lehrer draußen nichts davon mitbekommt, falls er sich in der Nähe von unserem Zimmer aufhält.
,,Du hast sie einfach zurückgelassen?", fragt sie empört und setzt sich auf.
Ich setzte mich ebenfalls auf.
,,Hey! Sie hat mit einem anderen Jungen gekuschelt, da wollte ich sie nicht stören. Und falls er so schlau wie Harry war, dann wurden sie bestimmt auch nicht erwischt.", versuche ich mich zu rechtfertigen.
,,Was könnte schon die Konsequenz für sie sein?"
,,Drei Wochen nachsitzen vielleicht. Von der Schule wird sie bestimmt nicht geschmissen. Bis jetzt hat sie noch keinen Blödsinn veranstaltet. Erst seitdem du hier bist."
Ich spüre Joleen's Blick auf mir.
,,Du hast Recht. Tut mir leid, es ist ja nicht so, als ob sie freiwillig mitgehen wollte.", kontere ich nun etwas beleidigt, dass ich für alles verantwortlich gemacht werde.
Da mir nun noch kälter wird, stehe ich auf und ziehe mich um. Jetzt bin ich wenigstens nicht voller Adrenalin und kann klar denken. Mit frischer Unterwäsche und einem Pyjama gehe ich ins Badezimmer, ziehe mich um und putze mir noch die Zähne. Als ich fertig damit bin und aus dem Badezimmer trete, wird die Zimmertür geöffnet.
Leah kommt lächelnd ins Zimmer hineinspaziert.
,,Wurdest du erwischt?" Ist meine erste Bemerkung, wobei ich es nicht vermute, da sie so glücklich aussieht.
Sie nickt. ,,Ja, aber nicht so schlimm. Ich werde wahrscheinlich mit den anderen jeden Tag die Schwimmhalle und Umkleidekabinen putzen müssen."
Stirnrunzelnd mustere ich sie. Ist sie high oder wieso macht sie das so glücklich?
,,Okay, und du lächelst jetzt aber nicht deshalb oder?"
Leah schüttelt verneinend den Kopf. ,,Nein. Aber es hat sich gelohnt dort hinzugehen. Lukas ist so süß."
,,Ach okay.", sage ich nur und lege mich wieder ins Bett.
,,Merk dir eines Leah, ohne mich hättest du diesen Abend nicht erlebt."
Joleen schnaubt missbilligend, da sie meine Anmerkung verstanden hat.
,,Ja, und dafür bin ich dir dankbar.", schwärmt Leah glücklich.
,,Mal sehen wie lange das hält.", meint Joleen noch, bevor ich einschlafe.
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Let Me Love You
FanfictionSeit einem tragischen Schicksalsschlag verschließt Sky ihre Gefühle und richtet ihr Interesse auf Alkohol und Parties... Bis es ihrem Vater reicht und er sie auf ein Internat schickt. Auf dem Internat hat sie Schwierigkeiten sich einzuleben. Sie ist...
