15 - Über Harry

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In der ersten Stunde habe ich zuerst Technologie und Design, danach Geografie und erst in der dritten Stunde werde ich Französisch haben. Also werde ich Harry erst später antreffen. Gerade möchte ich in die Klassen hineingehen, als mich jemand am Handgelenk packt und aufhält. Entsetzt drehe ich mich zu Person um. Als ich zum Gesicht blicke, verschwindet meine Wut.

,,Ich muss mit dir reden.", meint Liam und zieht mich zur Seite.

,,Okay, worüber?", frage ich ahnungslos und kann mir nicht vorstellen über was wir zwei reden könnten. Es scheint nämlich sehr wichtig zu sein.

,,Über Harry.", antwortet Liam flüsternd und schaut sich um, damit niemand etwas mitbekommt.
,,Ich weiß, dass irgendwas zwischen Harry und dir läuft und ich finde das nicht gut. Ich weiß wie er Mädchen behandelt -"

Bevor Liam noch weiter schlecht über Harry reden kann, unterbreche ich ihn.
,,Danke Liam, ich weiß deine Sorge sehr zu schätzen, aber ich bin schon groß und kann selber auf mich aufpassen. Und ich weiß wie Harry andere behandelt."

Ich brauche keinen Beschützer. Zu den naiven Mädchen zähle ich nicht. Ich habe meinen eigenen Kopf und niemand wird mir irgendwas einreden. Auch kein Liam.
Liam und ich wechseln kein Wort mehr miteinander. Er scheint beleidigt zu sein, was ich nicht nachvollziehen kann. Er sollte sich einfach nicht in fremde Angelegenheiten einmischen.
Wortlos gehe ich in die Klasse und setze mich nach hinten, auf einen freien Platz.

,,Na Kleine?", flüstert mir jemand von hinten ins Ohr.

Entnervt drehe ich mich um und frage:,,Was ist?"

,,Wieso so schlecht drauf heute?", fragt Zayn mich überrascht und setzt sich neben mich.

,,Ich hatte einfach zu wenig Schlaf.", antworte ich missmutig und seufze müde. Wie gerne ich jetzt ins Wohnheim gehen würde, um zu schlafen.

,,Oh, vielleicht sollte ich beim nächsten Mal vorbeikommen.", schlägt Zayn flirtend vor.

,,Ist keine so gute Idee.", kontere ich naserümpfend und hoffe jede einzelne Sekunde, dass endlich der Unterricht beginnt.

Das ist der Unterschied zwischen Harry und Zayn. Harry's Anwesenheit lässt mich nie so sehr hoffen, dass mich jemand von der Unterhaltung erlöst. Glücklicherweise ist Zayn nicht mein Sitznachbar, sondern Leah, die etwas zu spät in die Klasse kommt.

***

Technologie und Design war ganz lustig und interessant, da ich Leah als Sitznachbarin hatte. In Geografie hatte ich Niall wieder bei mir. Gemeinsam gehen Niall und ich zur Cafeteria. Am liebsten würde ich für die fünfundzwanzig Minuten hinauf in mein Zimmer gehen und ein Nickerchen machen, allerdings würde ich nicht mehr aus dem Bett steigen. Deshalb versuche ich mich mit Niall und Kaffee wachzuhalten.
Zum ersten Mal finde ich weder Leah noch Joleen oder Liam in der Cafeteria, weshalb ich bei Niall bleibe.

,,Ich hole mir nur schnell was zu essen.", sagt mir Niall Bescheid und geht zum Buffet.

Während Niall sein Essen holt, gehe ich auf den mittleren Tisch zu, wo Harry alleine sitzt und auf sein Handy schaut. Gespannt darauf was Harry nun von sich geben wird, setze ich mich gegenüber von ihm. Er blickt von seinem Handy auf, und scheint sich zu freuen, dass ich vor ihm sitze.

,,Wen haben wir denn da? Hast du mich etwa schon vermisst?", fragt er mich neckend.
,,Du weißt doch, dass wir uns in der nächsten Stunde sehen würden."

Mit einem schiefen Blick schaue ich ihn an und schüttle den Kopf.
,,Ich bin wegen Niall hier.", korrigiere ich seine Annahme und schaue wo Niall bleibt.
Niall steht noch grübelnd am Buffet. Scheint wohl eine harte Entscheidung für ihn zu sein.

,,Ach, und wie geht's deinem Knöchel?", fragt mich Harry und ändert wieder seine Stimmung.

,,Ganz gut. Auf jeden Fall besser als gestern.", versichere ich ihm und spiele leicht gelangweilt mit meinen Fingern herum.

,,Dann könnte ich dich heute ohne Behutsamkeit rannehmen?", fragt Harry mich hoffnungsvoll, was mich etwas sprachlos macht.

,,Nein.", antworte ich knapp. ,,Außerdem wollte ich nochmal mit dir darüber reden.", sage ich als ich sehe, dass Niall auf uns zu kommt.

,,Und? Worüber habt ihr geredet?", fragt Niall uns, als er sich zu uns setzt.

Um nichts sagen zu müssen, nippe ich an meinem Kaffee. Harry räuspert sich und antwortet ohne zu zucken:,,Über die Französisch Hausübung. Nichts Wichtiges."

,,Ach okay.", meint Niall nur, bevor er einen Bissen vom Bagel nimmt.

Die Pause war ohne Joleen und Leah gar nicht so schlimm. Niall und Harry haben sich die meiste Zeit unterhalten und das über unsinnige Sachen, die mich zum Lachen gebracht haben. Nach der Pause gehen Harry und ich gemeinsam zum Klassenzimmer, während Niall zu einem anderen geht, da er Spanisch gewählt hat. Mittlerweile habe ich mich an Harry gewöhnt und er scheint für mich wie ein Freund zu sein, der ab und zu etwas perverser ist. Aber ich finde ihn okay. Auf jeden Fall um einiges besser als Zayn.

,,Also worüber willst du mit mir reden?", fragt Harry mich auf dem Weg zur Klasse.

Die Flure sind nur so von Schülern gefüllt und ich kann nur schwer Schritt halten mit Harry. Außerdem schmerzt mein Knöchel etwas, aber ich stehe das schon durch.

,,Über uns und das was du für mich empfindest.", antworte ich Harry als ich ihn endlich eingeholt habe.
,,Allerdings nicht jetzt."

Harry bleibt stehen und schaut mich fragend an.
,,Okay. Und wann?", fragt er offen nach.

,,Wie lange hast du heute Unterricht?", will ich wissen und bleibe vor ihm stehen. Ein wenig zu dicht. Harry schlingt seine Arme um meine Taille und zieht mich näher an sich. Komischerweise will ich seine Nähe spüren. Ich möchte seine Hände auf meinem Körper spüren und ihn genauso wild küssen wie gestern.

,,Bis vierzehn Uhr.", antwortet er.

,,Gut, ich auch.", erwidere ich und kann meine Augen nicht von seinen wenden.

Sein Gesicht kommt meinem näher und ich kann kaum erwarten, dass seine Lippen auf meinen liegen. Mir egal, was die anderen davon halten und ob Lauren etwas mitbekommt. Ich schließe meine Augen, als ich Harry's Atem spüren kann und lehne mit etwas nach vorne. Und dann explodiert etwas in mir. Seine Lippen wieder auf meinen zu spüren ist wie ein Segen. Es befreit mich von all meinen Gedanken und Gefühlen. Ich gebe mich ihm hin und genieße den Moment. Meine Hände lege ich um seinen Nacken und streiche ihm mit den Fingern durch das Haar. Zart beiße ich ihm auf die Unterlippe und drücke meinen Körper an sein. Seine Arme wandern von meiner Taille, zu meinem Hintern, den er festdrückt. Harry und mir entkommt gleichzeitig ein Stöhnen, worauf sich Harry schweratmend von mir trennt.
Er legt seine Stirn auf meine und sagt:,,Wenn wir weiter machen, werde ich dich hier nehmen. Mir egal, ob du das willst oder nicht."

Mir entweicht ein leichtes schmunzeln, weil ich die Macht habe Harry um den Verstand zu bringen.

,,Ich hole dich dann um vierzehn Uhr fünfzehn ab. Wir gehen in dieses Café um die Ecke.", gibt er mir Bescheid.

Einverstanden nicke ich und trenne mich ganz von Harry. Jedoch legt er eine Hand um meine Taille, und so gehen wir zum Klassenzimmer.

(Es ist nicht so lang, aber ich wollte heute wenigstens etwas posten. ☺️
DANKESCHÖN FÜRS LESEN! ❤️❤️❤️)

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