MOMENT NR.18

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Sie hatten bis zum Morgengrauen gewartet, bis am Bahnhof die ersten Züge einfuhren, die Obdachlosen sich auf den Weg in die Innenstadt machten und dabei die gestressten Anzugträger mit Frühschicht um Geld baten. Die Stadt erwachte langsam. Doch dort standen sie nun. Die beiden Grenzgebietler. Auf dem oberstem Parkdeck eines Kaufhauses, bereit, zu springen. Sie betrachteten den Gehweg , der eine Menge Meter unter ihnen auf sie wartete. Bald hätte sein Warten ein Ende. Denn schon morgen würden in der Lokalzeitung, die auf der anderen Straßenseite in einem der vielen Kioske dieser Stadt auslag, von zwei Selbstmördern die rede sein. Ein Hausmeister und ein Sicherheitsangestellter, die vom Parkdeck des Kaufhauses gesprungen waren, in dem sie gearbeitet hatten. All ihre Kollegen und Freunde wären unglaublich bestürzt. Aber nur die beiden Männer wussten, dass sie das nicht sein würden. 

"Nun, wollen wir?", fragte der Hausmeister. "Ich denke es ist Zeit", anwortete der Sicherheitsangestellte. "Meine Rede, gemeinsam?" - "Selbstverständlich"

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"Die Stadt am Waldrand stürzt ein, weil sie erschüttert. Bei jedem Sprung, den jemand aus einem Fenster macht"- Lilly Lindner

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Das war eine Art Experiment. Hoffe, es gefällt. Es wird ab jetzt ein kleine Pause geben, weil ich momentan fertig mit der Welt bin. Ich nehme momentan solche Antidepressiva (Citalopram) und die machen etwas lethargisch

Suizid die ersteWo Geschichten leben. Entdecke jetzt