Gimlis große Gefühlswelt

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Legolas

Mit gespanntem Bogen blinzelte ich in das grelle Licht.
Anaria stand neben mir und hielt ebenfalls einen Bogen in der Hand.
Ihre kurzen, schwarzen Haare wehten leicht im Wind.
Ich konnte meine Augen nicht von ihr abwenden.
Was war nur mit mir geschehen?
Ich musste mich konzentrieren.

Ich schoss einen meiner Pfeile ab, der sofort abprallte.
Aragorn sprach einige Worte zu dem Zauberer.
"Zeige dich!", rief er zuletzt.

Ich konnte es nicht glauben.
War das etwa Gandalf?
Nein, das musste eine verräterische Täuschung sein.
"Wer seid Ihr?", fragte Anaria.

"Ich bin aus dem Licht erstanden.
Ich lebte einst, doch ich ging.
Aber ich bin wieder hier."
Sie näherte sich mir mit immer noch  gespanntem Bogen.
"Was ist mit dem los?
Hat der zu viel getrunken oder ist es eine Teufelei?"
"Gandalf?", fragte Aragorn ruhig.
"So hieß ich, glaube ich", antwortete er.
Aragorn legte sein Schwert bei Seite und kniete.
Ich tat es ihm gleich.
"Unser anfängliches Misstrauen tut uns Leid, Herr Gandalf!", sagte ich.
Gimli haute seine Axt in den Boden und verbeugte sich tief.
Einzig und allein Anaria schien dem Zauberer zu misstrauen.
"Glaubst du er ist es, Blondi?"
"Ich weiß es!"

Wir hörten davon, dass die Hobbits sicher seien.
Einige Zeit erzählten wir von der Reise. Er berichtete uns von dem Kampf gegen den Balrog aus Moria.
Später sattelten wir auf.
Gandalf lief ein weißes, stolzes Pferd zu. Nicht irgendeines.
Wenn mich meine Augen nicht täuschten, so war es der Fürst der Pferde.

Anaria stand noch da.
"Mit wem reite ich?", wollte sie wissen.
Ich zog sie auf mein Pferd.
"Was für eine Frage war das denn?", raunte ich ihr zu. Sie lächelte in sich hinein.

Ihr Haar streifte meine Hand. Es war etwas länger geworden. Es stand ihr sehr gut. Ich wollte, dass das hier nie enden würde. Sie war meine zukünftige Prinzessin und deshalb wollte ich sie irgendwo sicher wissen. Ich musste diese Reise hier überstehen. Ich hoffte, dass Sauron irgendwie besiegt werden konnte. Es musste einen Weg geben. Aber ich konnte nicht mehr so weiter machen. Anaria war ständig in Gefahr. Aber sie würde niemals weggehen, um sich selber zu schützen.
Und ich konnte es ihr nicht übel nehmen.

Anaria

"Und? Du und das Prinzlein. Freunde für immer?", fragte Gimli.
Ich antwortete ihm:
"Er ist auch noch hier, das Prinzlein meine ich. Ich denke wir sollten uns später über unsere Freundschaft unterhalten."
Aragorn lachte schelmisch.
"Und du Gimli? Hast du eine Frau", fragte ich ihn.
Er strich an seiner Axt entlang und schaute nicht auf.
"Also ... Na ja. Ich habe viele Verehrerinnen, aber als Kriegsheld habe ich soviel zu tun ..."
Ich nickte lächelnd.

Gimli

Im Erebor standen die Frauen Schlange.
Leider waren sie nicht oft von männlichen Zwergen zu unterscheiden.
Und vielleicht hatte ich auch vergessen zu erwähnen, dass sie nicht bei mir Schlange standen.
Eher unwichtig oder?
Sicher, Gimli! Wo bleibt dein Selbstvertrauen?!
Es war wirklich lang her, dass ich jemanden gemocht hatte. Mehr als gemocht.
Ich muss schon sagen, dass ich bei Anarias unerwarteter Ankunft schon ein bisschen überwältigt von ihr gewesen war.
Sie war anders.
Sie strahlte Standhaftigkeit und Mut aus.
Außerdem war sie wirklich hübsch, auf ihre Art.

Aber Elb passte zu Elb und nicht zu einem Zwerg.
Legolas war ein Elb.
Ich mochte Elben nicht, jedoch musste ich ihm zugestehen, dass er trotz seines komisch gelben Haars irgendwie gut aussah.

Anaria hatte sich in diesen Blödmann verguckt.
Arrrgh!
Und der Prinz auch in sie.
Das sah sogar ein humpelnder Ork ohne Augen!
Ach, wieso konnte denn nicht einmal etwas klappen in diesem Stall namens Mittelerde?

Anaria

Am Nachmittag trafen wir in Edoras ein.
"Passt auf!
Ich rate euch das Sprechen mir zu überlassen," raunte Gandalf, als er vom Pferderücken hinabstieg.

Ein Soldat, befahl uns die Waffen, die wir bei uns trugen, abzulegen. Ich wagte es eine Frage zu stellen: "Ich werde schon niemanden angreifen. Warum soll ich meine Waffen hierlassen? Sie sind sehr wertvoll."

"Ein Befehl des Königs. Ich glaube kaum, dass eine wie Ihr gute Waffen bei sich trägt!" Der Soldat krümmte sich vor Lachen.

Ich lächelte und hielt ihm mein Schwert an den Hals:

"An Eurer Stelle würde ich mich zurückhalten. Mit den Klapper-Waffen könnt Ihr bei einem Kindergeburtstag punkten, nicht hier!"

Legolas lachte spitz und nahm mir meine Waffen ab und dann legte sie einem alten Mann in die Hand:
"Verwahre sie sicher!"
Der Alte nickte unbeholfen.

Legolas war einfach zu arrogant.
Aber ich hatte nichts dagegen.
Nicht im geringsten.

Als die anderen schon drinnen waren, stand ich noch draußen.

"Jetzt aber hinterher, Anaria!", sagte ich zu mir.

Da zog mich jemand am Arm und lächelte mich an.
Er küsste mich stürmisch und ich erwiderte den Kuss.
Ich versuchte Halt zu finden, indem ich mich an seinem Hals festklammerte.
Er zog mich näher an sich. Ich hatte mich ihm völlig hingegeben.
Mein Kopf war leer.
Niemand hatte mich je so glücklich gemacht.

"Ich habe keine Lust auf das", sagte er.
"Was?", stieß ich keuchend hervor.
Das meinte er doch nicht ernst?!
"Ich möchte mit dir zusammen sein. Nichts anderes.
Ich will, dass das endet und ich mit dir zusammen sein kann. Allein. Wir waren noch nie allein. Für uns.
Ich möchte dir soviel zeigen, aber wir sind in diesen Krieg verwickelt ..."
Ich nickte und küsste ihn auf die Wange.
"Mag sein, doch ohne ihn hätten wir uns nie gefunden.
Ich sorge schon dafür, dass wir heute Abend allein sind", flüsterte ich.
Lächelnd gab er mir wieder einen Kuss.
"Ich helfe dir!"

Frohe Weihnachten!
Ich hoffe, dass Kapitel gefällt euch.
Ihr könnt gerne mal voten und kommentieren.
Würde mich freuen.
Esst viel und denkt an Leggy!
Liebe Grüße und nochmal frohe Weihnachten
Amelie

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