Ich lag auf meinem Bett.
Es wurde mir zugewiesen.
Mein Körper lag einfach nur da. Losgelöst vom Denken. Das tat gut.
Nicht an diesen Ring Krieg denken zu müssen.
Und nicht an den ganzen anderen Schrott.Ich schlief ein und wachte auf, als jemand an meiner Zimmertür klopfte.
Ich stand auf und öffnete die Tür einen Spalt breit.Aragorn.
"Was ist?", frage ich mit rauer Stimme.
"Sie brechen auf. Die Einwohner fliehen nach Helms Klamm. Der König lässt die Stadt räumen", antwortete er mir ebenso wenig begeistert.
"Ich muss zugeben, dass ich noch nie etwas von Helms Klamm gehört habe, aber auf dem Weg sind sie vollkommen ungeschützt. Der Feind wird um einiges stärker sein. Die ganzen Wehrlosen, nicht jeder hier ist ein Reiter der Rohirrimi."
Er nickte ernst. Sein Gesicht wirkte viel sorgenvoller und älter als sonst.
"Ich stimme dir zu. Sie sollen nicht im freien Felde herumziehen, wo sie sich verteilen und schwach sind. Hier schützen sie Mauern, wenn auch nicht starke. Dennoch ist es besser als seine Schwachstelle so offen darzulegen. Sie sollten hier kämpfen!"Ob dieser König wirklich seine Geisteskrankheit los geworden war?
Wenn uns Orks entdecken würden, was sehr sicher war, würden wir alle zerfleischt werden. Es war ja nicht so, dass irgendwelche kleinen Orktrüppchen fröhlich durch die Lande ritten.
Nein, meistens waren sie zahlreich und nicht friedlich gestimmt. Letzteres waren sie nie, wenn man es genau nahm. Orks waren nicht friedlich."Verhindern können wir wohl nichts mehr. Wenn du mit uns kommen magst, dann solltest du in zwei Stunden vor der Goldenen Halle erscheinen."
"Kommen alle mit. Aus der Gemeinschaft?", fragte ich.
"Gandalf kommt nicht mit. Er sagt, dass er da sein wird." Man merkte, dass Aragorn stark daran zweifelte, ob Gandalf, wenn er einmal weg war, noch rechtzeitig da sein konnte.
Er nickte mir zu und schloss die Tür behutsam.
Die Zeit verflog nur so, bis die Reiter aufbrachen. Wie ich es gewohnt war, schob man mich auf ein lahmendes Pferd ab, das eher einem Pony ähnelte. Sein Name war Lambert. Lambert erinnerte mich an Legolas. Er war das arroganteste Pferd, das ich kannte. Und ich kannte viele Pferde. Nicht das ich eine Beziehung mit Pferden führte, ich war nicht gestört.
Da mein Pferd das langsamste aller war, ritt ich irgendwo zwischen den Frauen. Mit Legolas hatte ich es mir gewaltig verschissen, denn Gimli saß jetzt auf meinem Platz. Es war meiner. Ich war Gimli nicht böse, sondern Legolas. Dieser Mistkerl war so verdammt launisch. Wahrscheinlich kam er nach seinem hohen Herr Vater, der war ja auch nicht gerade für seinen immer freundlichen Ton bekannt. Ach, was hätte schon aus uns werden können?! Sein Vater hatte ihm sicherlich schon einer gutgestellten Elbin versprochen. Sicherlich hatte er mich angelogen und mir von nichts erzählt. Ein bisschen Spaß war ich vielleicht gewesen.
Ich vergoss eine einsame Träne.
Sofort wischte ich sie weg. Warum sollte ich um diese Zeit weinen? Ich wollte nicht in Selbstmitleid ertrinken, während Legolas da vorne schon nach jemandem Neuem suchte, der ihm heute Nacht das Bett wärmen würde.
Die Menge an Alten, Frauen und Kindern spaltete sich. Einige rannten, so schnell sie es eben konnten, in eine vollkommen falsche Richtung.
"Was tut ihr denn?", rief ich unwissend.
Eine alte Frau schrie mir zu: "Reite fort, solange du kannst, Kind! Orks sind hier!"
Orks. Was für eine nette Ablenkung. Ich trieb Lambert an. Wie ich das dumme Pferd kannte, stolzierte es stolz zum Schlachtfeld, warf mich aber ab, als es den ersten Warg auch nur aus der Nähe sah. Entnervt stand ich auf, nahm mein Schwert in die Hand und hängte mir meinen Bogen über die rechte Schulter. Der erste Warg stürzte auf mich zu. Kurz bevor er mich mit weit aufgerissene Mund zerrissen hätte, sprang ich zur Seite holte mit meinem Schwert aus und schlug dem Tier den Kopf ab. Ich spannte meinen Bogen und schoss einem Ork in den Kopf, der Warg auf dem er saß, rannte zornig auf mich zu, doch auch ihn erledigte ich durch einen Pfeil. Ich stapfte weiter, erschoss einige Orks und entdeckte Gimli, der gerade mit seiner Axt um sich herum schlug. Legolas sah ich nicht. Doch Aragorn bemerkte ich gerade noch rechtzeitig. Ich rannte zu ihm. Aragorn schliff hinter einem Warg her. Ich rannte hinter ihnen her. Ich versuchte Aragorn irgendwie zu retten. Durch irgendwelche Gründe schaffte ich es schließlich auf Aragorn Höhe zu rennen. Er streckte mir seine Hand hin. Ich nahm sie und ich zog. Ich zog. Aber ich zog nicht fest genug.
Legolas
Mit einem schnellem, glattem Schnitt tötete ich einen Warg. Ich drehte mich um, um einen Ork zu erschießen. Immer mehr Orks und Warge mussten dran glauben. Ich drang immer weiter vor. Ich hörte Schreie. Ich sah Anaria. Ich sah sie mit Aragorn und einem Warg fallen. Geschockt blieb ich stehen. Dann sprintete ich wieder. Doch als ich die Klippe herunter sah, war es, als wäre nie jemand in die Fluten des Flusses, ganz weit dort unten, gefallen. Gimli und der König kamen neben mich. Sie sahen ebenso wie ich in die Fluten, deren Rauschen selbst hier oben noch zu hören waren.
"Was ist los, Herr Elb?", fragte Gimli. Ich schluckte.
"Sie sind tot. Aragorn und ..." Gimli hatte Tränen in den Augen. "Was?!", schrie er. Eine dreckige Stimme lachte. Ich drehte mich mit gespanntem Bogen um. Gimli bedrohte den Ork mit seiner Axt. "Sag mir was geschehen ist, dann erleichtere ich dir deinen Abschied!", meint er. "Er ist tot. Er ist da drüben einfach von der Klippe gestürzt. Das Mädchen hat versucht ihn zu retten. Das hat nicht geklappt." Wieder gab er dieses dreckige Lachen von sich.
"Du lügst!", schrie ich.
Gimli schaute verbittert in die Gegend.
Der Ork starb röchelnd und nach Luft schnappend.
"Sie war es? Das Mädchen war sie, nicht?", vermutete Gimli.
"Ja, Anaria."
Ich ging weg von den Zweien und weinte. Ich wusste nicht, ob ich jemals in meinem Leben geweint hatte. Dieses Mal tat ich es. Um die Frau, die ich geliebt hatte. Die ich immer lieben würde. Die, die ich verloren hatte. Jeden den ich geliebt hatte, hatte ich verloren.
Hello. Ich habe schon lange nicht mehr geupdatet, dass tut mir wirklich leid. Aber ich bedanke mich bei denen, die mir Kommentare geschrieben haben oder gevoted haben. Das hat mich motiviert weiter zu schreiben, sonst wäre wahrscheinlich erst in 1000 Jahren ein neues Kapitel gekommen, aber ich war auch ziemlich oft weg und hatte leider nicht soviel Zeit zum Schreiben. LG
Amelie:)))
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Home is behind the world ahead
FanfictionWidersacher und Anderlinge. Als diese werden die Dracaster-Elben in ganz Mittelerde verurteilt. So denkt auch Legolas. Nachdem er den Düsterwald nach der Schlacht der fünf Heere verlassen hat, streift er jahrelang durch die endlosen Länder von Mensc...