Als es schön war

315 17 0
                                    

Wie gelähmt stand ich da.
Mir war schrecklich zu Mute.
Mein Kopf dröhnte und mein Herz schlug mir bis zum Hals.

Es war nicht Boromirs Tod.
Nicht, dass ich ihn nicht bedauerte, aber ich hatte ihn nicht gut gekannt, was ich nun bereute.

Für mich war das hier bis jetzt irgendwie nicht richtig gewesen.
Ich war hinter der Gruppe hergestapft und hatte mich selbst bedauert.
Mir war klar gewesen, dass ich mich auf eine Reise nach unten begeben hatte.
Ich stieg in die Hölle hinab. In die Feuer des Schicksalsberges.
Und ich drohte qualvoll und langsam zu verbrennen.
Denn aus der Hölle war noch niemand wieder gekommen.

Aragorn stand auf.
Er kam auf uns zu.
Gimli murmelte etwas, ich wollte es nicht hören.
Legolas sprach ein elbisches Totengebet.
"Sam und Frodo sind weg.
Sie sind alleine weitergeggangen", verkündete Aragorn.
"Was?", rief Legolas.
Er lief los, doch Aragorn zog ihn an seinem Ärmel wieder zurück.
"Lass los!", mahnte er ihn mit rauer Stimme.
"Sie gehen ihren Weg allein weiter. Akzeptiere das, Legolas."
"Was willst du? Mir sagen, dass ich aus dem Waldlandreich nur hergekommen bin, damit ich jetzt wieder Heim reisen kann und die Hobbits dem Tod überlasse?", forderte Legolas ihn heraus.
"Du bist nicht umsonst hierher gekommen. Unsere Reise geht weiter. Zwei unserer Gefährten wurden gefangen genommen."
Aragorn klopfte Legolas auf die Schulter:
"Wir lassen niemandem im Stich!"
Legolas schien nachzudenken.
Schließlich nickte er.
Aragorn lächelte.
"Und wo geht es hin?", fragte ich gespannt.
Legolas lächelte mich fröhlich an und hackte mich unter:
"Meine Dame, gehen wir doch vorerst hier entlang!"
Langsam schritten wir den Hang hoch.
Und irgendwann wurde aus dem Schreiten ein Wettrennen.
Ich vergaß das Leid und die Trauer.

"Anaria?", fragte Legolas ganz unbeschwert.
Schon seid Stunden liefen wir ohne eine kurze Pause.
"Hm?", schnaubte ich.
"Ich bin froh, dass du den Kampf so gut überstanden hast."
"Hast du geglaubt, dass ich zu schwach wäre?"
Schlagartig blieb ich stehen.
Das musste geklärt werden!
So leicht ließ ich den, ziemlich hübschen, Prinz Ignoranz nicht entkommen.
Mit den Händen in die Hüfte gestämmt blickte ich ihn zornig an.
"Nein, ich weiß, dass du sehr stark bist. Du bist so anders. Du kämpfst, als hättest du es schon immer getan. Du bist so gesprächig wie ein Wasserfall, doch es ist schön deine Stimme zu hören und deinen Worten zu lauschen.
Ich will dich doch nur beschützen!
Versteh das doch!"
Er sah verzweifelt aus und in seinen Augen flackerte Angst auf.
"Ich kann das auch ganz gut selbst", ich lachte trocken und starrte auf meine wippenden Füße.
"Und du bist verdammt arrogant und stolz!", behauptete er.
Wütend sah ich zu ihm auf.
"Nehm das zurück, Prinzchen! Denn du kannst ja auch nicht gerade behaupten, dass du nicht arrogant wärst!"
Er zog seine Augenbrauen hoch und blickte mich unglaublich unwiderstehlich an.
Ich schmolz dahin, wie der eine Ring es irgendwann hoffentlich im Schicksalsberg tun würde.
Hm, schlechter Vergleich.

"Ach ja?"
Er drehte sich weg.
"Komm!", herrschte er mich an.
"Wir müssen uns beeilen! Die Anderen sind schon weit weg."
Verdutzt fing ich an hinter ihm her zu rennen.
"So war das nicht gemeint! Jetzt nimm doch nicht alles so ernst, Legolas!", schrie ich.
Er rannte einfach weiter und ließ mich in dieser dreckigen, grauen Steinlandschaft stehen.
Was hatte ich denn getan?
Ach, ich verstand ja selber nicht mehr was ich von ihm hielt!

Hi:)
Ein kurzes Kapitel, da wir den ersten Teil der drei Filme ja abgearbeitet haben.
Was wünscht ihr euch?
Schreibt mir eure Ideen in die Kommentare, es würde mich freuen!
LG
Ami:*

Home is behind the world ahead Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt