That day we met a woman telling us something about Love. I still know how she said:
„Love doesn’t come when we want it. And it definitely doesn’t come to a suitable moment. But when it’s there, and you feel it, you shouldn’t fight against it. Because it’s probably the most amazing feeling you will ever have in life. And having luck in Love? This is the biggest prize you’re able to have. So don’t you dare fight it, just because someone who you loved ever hurt you. And don’t you dare give up and lose it. It’s too worthy to lose it.”
“Was ist Liebe?”, rief Jason theatralisch aus, als Melissa am darauffolgenden Freitag erneut in ihrer Arbeit versank, „ist es das, was uns den atemraubt? Was unser Dopamin dazu bringt, Purzelbäume zu schlagen? Ist es dieses Glück, dass uns die Sprache verschlägt, dass und den Atem raubt? Oder ist es das Ziehen in der Brust, das wir spüren, wenn wir jemanden in die Augen sehen, denn wir lieben? Was ist Liebe, wenn nicht all das zusammen? Ohne das Kribbelnde Gefühl, überall da, wo wir von dem anderen berührt wurden, ohne all die Träume, die wahr werden, ohne all dies verrückte Glücklich sein, was wäre Liebe dann schon? Auf jeden Fall nicht richtig, oder? Aber Liebe ist doch viel mehr. Sehen wir uns doch nur ein Mal Kate und Chris an: Sie haben gegen die Hälfte der Welt gekämpft, standen sich mit ihren Dickköpfen immer und immer wieder selbst im Weg und jetzt haben wir uns endlich versammelt, um die ein oder andere Träne zu verdrücken, während wir dabei zuhören, wie die beiden ‚Ja‘ sagen. Ganz abgesehen von dem kleinen Fratz, der da im Bauch unserer Kate wächst, wir wissen, dass die beiden für einander bestimmt sind. Und dass sie es für immer sein werden. Ich wüsste nichts, dass die beiden auseinander bringen könnte. Ehrlich, vermutlich würde nicht einmal eine Atombombe die beiden trennen können. Ganz abgesehen von ihrer Liebe. Wisst ihr, es kommt vielleicht ein wenig doof, aber immerhin rede ich gerade als gestander Mann von Liebe, also kann ich mich hier nicht mehr blamieren, deshalb sage ich euch einfach, wie es ist: Ich kann mir kein Paar vorstellen, dass in meinen Augen Liebe noch deutlicher zu schau stellt. Die beiden habe eine Geschichte zusammen. Eine, die nicht an allen Stellen sonderlich glücklich verlaufen ist. Ich möchte euch nicht mit den Einzelheiten nerven, aber doch möchte ich euch etwas erzählen.
Wisst ihr, als Melissa und ich die Hochzeit unserer Glückspilze hier organisiert haben, haben wir uns so eine Band angehört. Ja, genau die, zu der ihr vorhin getanzt habt. Und wisst ihr, da war so eine Frau, nein, es war eine schon etwas ältere Dame. Eine von der Sorte, der man in die Augen sieht und genau erkennt, dass sie schon einiges im Leben erlebt hatte. Eine Dame der man von Anfang Respekt zollt. Und diese Frau hat sich während wir der Band lauschten, zu uns an den Tisch gesellt. Fragt mich nicht wieso, fragt mich wirklich nicht. Aber irgendwann haben wir ein Gespräch mit ihr begonnen. Und sie hat uns von ihrem Mann erzählt. Und ihre Augen, die anfangs schon geschafft vom leben wirkten, waren auf einmal hellwach und glänzten, so, wie nur die Augen eines Liebenden glänzen können. Und dann erzählte sie uns etwas über Liebe. Ja, ich weiß noch genau, wie sie sagte: „Liebe kommt nicht, wenn wir es wollen. Wir können sie nicht erzwingen. Sie ist launisch wie diese alten Damen, denen man immer vorwirft, verbittert zu sein. Und das schlimmste an der Liebe? Sie kommt zu den Unpassendsten Zeitpunkten. Sie schleicht sich in unser Leben rein, genau dann, wenn wir es am weinigsten gebrauchen können. Und dann trifft sie uns wie ein Schlag ins Gesicht, und lässt uns all unsere Sorgen vergessen. Und wisst ihr warum? Weil sie uns mehr Sorgen gibt, wie alles andere. Liebe ist vermutlich das schwerste Stück Arbeit in unserem Leben. Sie raubt uns unser herz, dann unseren Atem und zu guter Letzt unseren Verstand. Und dann trifft noch die richtigen Entscheidungen! Aber dennoch sollte man nie gegen sie kämpfen. Selbst der stärkste Krieger hätte keine Chance gegen die Liebe. Die Liebe ist stärker wie alles, was wir kennen. Und wenn ich ehrlich bin, bringt es uns nur leid, gegen diese verflixte Liebe anzukämpfen. Und das Dümmste? Wir würden gegen das vermutlich schönste Gefühl ankämpfen, dass wir haben können. Also wer würde so etwas schon tun? Und wenn wir für sie kämpfen und wir haben Glück, so ist dass vermutlich der größte Preis, denn wir im leben haben können. Ihr könnt Erfolg haben, überall, wo ihr wollt. Aber wirklich glücklich wird euch immer nur Glück in der Liebe machen. Und dann ist es ein unersättliches Glück. Ewiges Glück. Also wagt es ja nicht, gegen Liebe zu kämpfen. Selbst, wenn ihr schon einmal von jemanden verletzt worden seid, denn ihr liebt. Ihr solltet nie gegen liebe kämpfen, nie. Sie ist zu wertvoll, als dass ihr euch so etwas erlauben könntet. Glaubt mir. Erst die Liebe hat mein Leben vollkommen gemacht. Erst wenn ihr geliebt habt. Erst, wenn ihr gelernt habt, wie man liebt, dann solltet ihr bereit sein zu gehen.“
Der Mann dieser Frau ist vor einigen Jahren gestorben. Als ich die frau gefragt hatte, ob sie ihn den nicht vermisse, hat sie mir nur gesagt: „Warum denn? Er wartet im Himmel auf mich, auf das wir zu immer zusammen sein können. Wir werden für immer zusammen sein, und unsere Zeit hier auf der Erde war nur der Anfang von einer langen, unendlichen Zeit. Ich bin nur noch hier, um euch jungen Leuten den richtigen weg zu weisen. Damit ihr euch nicht so töricht anstellt wie ich es getan habe, damals.“
Und dann hat sie gelacht, hat mir auf die Schulter geklopft und ist gegangen. In diesem Moment haben Melissa und ich entschieden, dass wir die Band einstellen, denn mal ehrlich: Wenn eine Frau Ahnung von Liebe hatte, dann ja wohl sie, und sie hat die Band gemocht. Also waren sie die perfekte Wahl, oder etwa nicht?
aber kommen wir zurück zu meiner Frage: ‚Was zum Teufel ist Liebe?“, Jason hielt inne und sah zu Melissa, die ihm eigentlich versprochen hatte, zu zuhören.
„Wisst ihr, ich habe die letzten Monate mehr als genug Zeit mit Madame Diable, also der Frau des Teufels, besser bekannt als Melissa verbracht“, fuhr Jason nun extra laut fort, doch Melissa hob immer noch nicht ihren Kopf von ihrem Handy. Stattdessen hackte sie nur noch mehr auf dem kleinen Ding herum. Es war ein wunder, das es nicht zerbrach, bei der Wut, die Melissa mittlerweile bei jeden Buchstaben, denn sie tippte, aufbrachte. Jason grinste vor sich hin. Klar, Melissa sagte zwar immer, dass die Arbeit an ihren Magazin das wichtigste in ihrem Leben war, aber Jason war da anderer Meinung. Sie brauchte Froide, was übrigens mit gefühlskalt zu übersetzen war, nur, um Leute durch die Gegend zu jagen. Das war nämlich mit abstand ihre absolute Lieblingsbeschäftigung. Woher er das wusste? Nun, er hatte schon oft genug am eigenen Leib zu spüren bekommen. Nicht, das es ihm etwas ausgemacht hatte, er wusste, wie er sich gegen sie zu wehr zu setzten hatte. Aber er sah jedes Mal, wenn er ihr wiedersprach ein wenig mehr Zorn in ihren Augen aufflackern. Würde er sie in solchen Momenten nicht immer gleich küssen, er würde wahrscheinlich nicht ohne die eine oder andere Ohrfeige durchgekommen. Wobei sich die Anzahl dieser Ohrfeigen vermutlich in Schwindel erregender Höhe befinden würde. Und Jason hatte wirklich keine Höhenangst, was heißt, dass die Zahl wirklich, wirklich hoch sein müsste. Aber Gott, ehm, dem Teufel sei Dank, wusste Jason, wo die schwächen von Melissa lagen. Und vor allem wusste er mittlerweile, wie er sie zu seinem Vorteil nutzen konnte. Wenn er zum Beispiel sagte, er müsste ins Bietz, waren alle Aufgaben gleich vergessen und das einzige, was noch wichtig erschien, war die Frage ob sie mit kam oder nicht. Oh, und was sie anziehen würde, natürlich. Jason gefiel es immer noch, wie schlicht Melissa sich kleidete, wenn sie mit ihm ins Bietz ging. Es gefiel ihm viel mehr, als sonst. Zum Glück begann sie mittlerweile damit, in seiner Wohnung genauso herumzulaufen. So wie eben jetzt. So saß Madame Diable in diesem Moment mit ungemachten, zu einem losen Dutt zusammengebundenen haaren, Jogginghose, Schlappertshirt und ungeschminkt auf seinem Sofa. Und die Zornesröte, die ihr ins Gesicht stieg und normalerweise von der Schichte Make – up überdeckt wurde, die sie trug, ließ sie beinahe süß aussehen. Na ja, beinahe zumindest. Es kam relativ nahe an süß heran, auch wenn jeder andere, dem Jason dies erzählen würde, nur verständnislos mit dem Kopf schütteln würde. Nun, sie kannten sie eben nicht so wie er sie kannte.
„Und diese Madame Diable, die in ganz Paris unter diesem Namen bekannt ist, konnte mir keine Antwort bieten. Im Gegenteil“, improvisierte Jason lautstark weiter, während er sein Vorhaben, eine Rede für Kate und Chris‘ Hochzeit zu schreiben, langsam in den Sand steckte – er war einfach nicht für die Dinge diese Art gemacht. „Sie hat angst vor der Liebe. Sie wusste nichts darüber und das schlimme war, dass ich es ihr zeigen musste. Durch Küsse, durch Sex. Nun, so konnte ich ihr zumindest körperliche Liebe zeigen, die, wenn wir einmal ehrlich sind, viel besser ist wie dieser ganze Gefühlskram“, log Jason und lief näher an Melissa heran, die noch immer keine Anstalten machte, ihren Blick zu heben. Jason runzelte die Stirn. Scheinbar würde er die harten Geschütze ausfahren müssen, um sich heute ihre Aufmerksamkeit zu verdienen. Die letzten tage war sie schon so gewesen. So gehetzt. Nur wenn sie gemeinsam im Bietz waren, schien sie sich zu entspannen. Jason hatte keine Ahnung, warum sie sich so stresste. Gut, es rief alle paar Stunden jemand während der Hochzeit an, och im Großen und Ganzen lief alles wie am Schnürchen. Kein Grund zur Sorge, eigentlich. Nun, wenn man Madame Diable heißt, muss man sich vermutlich immer Sorgen machen. So schien es zumindest jetzt.
„Denn was gibt es schon besseres, als zwei nackte, schwitzende Körper, die sich in den Schatten der Nacht lieben? Deren Lippen jeden einzelnen Zentimeter der Haut des anderen liebkosten und gar nicht mehr davon ablassen wollen? Könnt ihr euch ein besseres Gefühl vorstellen? Ich nicht. Vor allem, wenn man es mit einer Frau wie Madame Diable tut. Einer Frau, deren Nägel sich beim…“
„Jason!“, schrie Melissa nun und riss schockiert ihren Kopf nach oben. Jason hätte schwören können, dass sich unter ihre Zornesröte nun eine Spur Schamesröte gemischt hatte und das, ja das ließ sie wirklich süß wirken. Vor allem angesichts der Tatsache, dass sich keiner ausgenommen der Beiden in ihrer Wohnung befand. Jason grinste sie neckisch an.
„Was ist Baby? Ist das noch nicht gut genug?“, sagte er und kniff nachdenklich die Augen zusammen, „du hast recht. Das hat noch nicht einmal annähernd beschrieben, wie das ist. Da muss viel mehr Erotik dahinter, viel mehr Sex.“
Jason grinsen wurde breiter, als er beobachtete, wie Melisas Mund auf und zu klappte, als wäre sie ein Fisch auf Land. Nun hatte ihre Aufmerksamkeit. Ihre vollkommene und ungeteilte Aufmerksamkeit. Und er musste zugeben, dass er sich beinahe nichts Schöneres vorstellen könnte. Außer vielleicht… drei kleine, eigentlich gar nicht so bedeutende Worte aus ihrem Mund zu hören. Beinahe hatte Jason den Kopf geschüttelt, so absurd waren seine Ideen. Immerhin sprach er hier von Melissa. Und er wusste ja noch nicht einmal selbst, was das bei ihnen war. Und selbst wenn es… Liebe … war, was sie verband, Jason würde es ihr nie sagen können. Und sie würde es sich nie eingestehen. Egal, wie viel er für sie empfinden würde, es würde nie ausreichen. Es würde immer etwas fehlen. Und Melissa würde immer eine Ausrede finden.
Jason zwang sich, diese Gedanken abzuschütteln und einfach an das Hier und Jetzt zu denken. In wenigen Monaten würde sie so oder so zurück nach Paris gehen, egal, was auch immer er tun oder sagen würde. Nichts würde etwas daran ändern. Nichts.
„was ist denn, Baby, hast du etwas gegen meine Rede einzuwenden? Ich finde sie eigentlich ganz gut. Natürlich bis auf das, was ich eben gesagt habe. Aber das können wir ja noch ändern, nicht war?“, neckte er sie und nun endlich, schien sie aus ihrer Starre zu erwachen. Mit einem hellen, freundlichen Lachen. Kein Wutausbruch, keine spielerisch empörten Schläge, keine Drohung gegenüber seinen Genitalien, einfach nur ihr melodisches lachen, das in der letzten Woche Jasons ständiger Begleiter geworden war. Und er hatte wirklich nichts, rein gar nichts, dagegen einzuwenden. Im Gegenteil, er könnte es noch viel öfter hören, wenn es nach ihm ginge. Vierundzwanzig Stunden am Tag und keine Sekunde kürzer.
„Hast du auch bedacht, dass kleine Kinder anwesend sein werden?“, fragte Melissa schließlich, als ihr Lachen verklungen war.
„Natürlich, denen werden eben einfach die Ohren zugehalten! Wie soll ich den bitte sonst Liebe erklären?“
Melissa schnaubte. „Das ist doch keine Liebe“, stellte sie kopfschüttelnd fest. Jason riss überrascht eine Augenbraue in die Höhe.
„So, das ist es nicht? Wie definierst du dann bitte Liebe?“
„Na, zumindest ist Liebe nicht Sex.“
„Soweit ich weiß, ist Sex der Akt der Liebe. Hast du im Sexualunterricht nicht aufgepasst, Baby?“, neckte Jason sie spöttisch, doch Melissa wandte sich mit einem Schnauben ab. Oh, da hatte er scheinbar etwas Falsches gesagt. Er wusste zwar nicht was, aber eher er es überhaupt realisierte, hatte Melissa sich wieder voll und ganz auf das wütende tippen von E – Mails konzentriert und ihn ausgeblendet. Komplett. Jason seufzte, stand auf und ging in sein Zimmer, um sich umzuziehen. Sie würden in wenigen Stunden einen Termin mit dem Dekor haben und er hatte sich noch nicht einmal die Mühe gemacht, sich wirklich anzuziehen. Ein weiterer Effekt, denn Melissa auf ihn hatte. Er saß beinahe jeden Tag bis Mittags einfach nur mit Boxershorts in der Gegend herum, ohne dass sich jemand daran störte. Normalerweise war er morgens immer joggen gegangen. Und wo er es sich recht überlegte, sollte er dies auch wieder tun. Immerhin saß Melissa am Morgen eh immer an ihrem Handy und da würde er genug Zeit haben, zu joggen.
Jason ging an seinen Schrank, zog ein x – beliebiges T – Shirt heraus und streifte es über. Genauso holte er sich eine Jeans aus dem Schrank. Ihm war nicht sonderlich wichtig, wie er aussah. Er trug seine dunkelblonden Haare kurzgeschoren und seine Klamotten bestanden lediglich aus dem Basic Sortiment. Es wäre ja noch schöner, würde er sich andauernd Gedanken darüber machen, was er anziehen sollte oder wie er aussah. Es gab wichtigere Dinge im Leben. Er ging also wieder zurück ins Wohnzimmer, in dem Melissa immer noch unverändert saß und schnappte sich sein eigenes Handy. Er würde später noch bei Sebastian anrufen müssen, um sicherzugehen, dass im Bietz alles glatt lief. Doch vorerst ließ er sein Handy einfach in seiner Hosentasche verschwinden.
„Werde ich dich eigentlich jemals in etwas anderem als einem T – Shirt und einer stinknormalen Jeans sehen?“, fragte Melissa nun. Jason blickte zu ihr herüber. Er hatte gar nicht gemerkt, dass sie ihn angesehen hatte. Dann grinste er.
„Warum, Baby, gefalle ich dir so etwa nicht?“
Melissa lächelte. „Das habe ich nicht gesagt. Aber irgendwann wird das wirklich langweilig.“
„Du kennst mich gerade mal wenige Wochen.“
„Eben.“
„Gut, Madame Diable, ich ehe schon, ich komme hier nicht einfach zu raus“, gab Jason nach und setzte sich zu ihr auf die Couch, „was schwebt deinem von Mode verseuchten Hirn vor?“
Melissas Gesicht erstrahlte bei diesen Worten. Ja, man merkte, dass sie Mode mochte. Und das sie ihr wichtig war. Und dass sie Freude damit hatten. Und wenn Jason ehrlich war, war dies Grund genug für ihn, sie alles tun zu lassen, was sie wollte.
„Wir kleiden dich um“, gab sieeuphorisch von sich, mit begeistert wirkenden Augen.
„Aha“, machte Jason und sah sie alles andere als begeistert an.
„Ja“,. Erwiderte Melissa, „jetzt guck schon nicht so. Das wird witzig.“
„ja, dass glaube ich auf Anhieb“, lachte Jason. „und überhaupt, wann willst du das denn bitte machen? Wir haben einen Termin bei dem Dekor, falls es dir entfallen sein sollte.“
Melissa verdrehte die Augen. „Nein, dass ist es nicht. Aber wir werden ja wohl kaum den ganzen Tag dafür brauchen. Wir gehen da hin, besprechen alles und dann gehen wir einkaufen“, schlug Melissa vor, doch Jason schüttelte den Kopf,. Mit Melissa einkaufen gehen? Nur über seine Leiche. Nie im Leben würde er es sich antun, mit einer Frau shoppen zu gehen. Und schon gar nicht mit Melissa. Nein, nein und nochmals Nein. Dazu würde sie ihn nicht einmal bringen, würde sie ihm die Sterne vom Himmel versprechen.
„Vergiss es, Melissa. Ich habe es jahrelang geschafft, mich vor solchen shoppingtouren loszusagen. Das wirst du definitiv nicht ändern“, hielt Jason eisern fest, doch sein Widerstand verschwand schon, als Melissa Lächeln aus ihrem Gesicht verschwand. Und als sich ihre wundervollen Lippen zu einem schmollen zog und sie ihn traurig aus den grünen Augen ansah, da änderte sich seine Meinung schlagartig.
„Eine Stunde“, legte er ein und Melissas Grinsen war innerhalb von Sekunden wieder da, wo es sich zuvor befunden hatte. Jason schüttelte den Kopf. Diese Frau würde ihn noch verrückt machen. Ja, sie würde ihm alle sinne benebeln und er würde in der Nervenheilanstalt landen, während sie weiterhin mit ihrem tausend Watt lächeln durch die Welt reisen würde. Und er würde auf sie warten, darauf warten, dass sie kam und wenn sie das tat, würde er ihr um den Hals fallen und er wäre solange gesund, wie sie bei ihm war. Und dann würde er sie vermissen… Er würde sie schrecklich vermissen. Weil sie es gewesen war, die ihm den Verstand geraubt hatte.
Noch lachte Jason innerlich über dieses Szenario, aber als sie einige Stunden später dann wirklich in dem ersten Geschäft standen, kam ihm das ganze gar nicht mehr so unrealistisch vor. Er hatte ja bereits an seinem Verstand gezweifelt, als Melissa stundenlang mit dem Dekor über die Farbe für die Bezüge der Stühle und Tische gestritten hatte. Oder die Farbe von irgendwelchen doofen Bändern. Wobei für in die beiden Farbtöne, die ihnen vorgelegt wurden, absolut gleich waren, hatte Melissa es tatsächlich geschafft, sich mit dem Dekor darüber zu streiten, dass die eine Farbe ja sowas von gar nicht passen würde. Als sie dann noch angefangen hatte, auf Französisch zu fluchen und beinahe mit Stühlen durch die Gegend geschmissen hatte, hatte Jason sich wiederum einen Stuhl genommen und sich auf ihn gesetzt. Und dann hatte er gewartet. Und gewartet. Und gewartet. Er hatte schon geglaubt, er würde den Rest seines Lebens damit verbringen, zu waren, da hatte Melissa ihm das Zeichen gegeben, dass sie gehen würden. Er war beinahe vor Freude an die Decke gesprungen vor Glück. Doch dieses glück währte nicht lange, fiel ihm im nächsten Moment wieder ein, was er am Anschluss tun würde. Shoppen. Er stöhnte innerlich auf, als er realisiert, dass Melissa einer dieser schweineteuren Läden angepeilt hatte, mit denen er so gar nichts anfangen konnte. Aber er hatte ihr eine Stunde versprochen. Also würde er eine Stunde aushalten müssen. Nur beschlich ihn bei dem Anblick der äußerst engagierten Melissa langsam aber sicher das Gefühl, dass es kaum bei zwei Stunden bleiben würde. Und das, ja das war beinahe eines Albtraum gleich. Na ja, es wäre ein Alptraum, wäre es nicht Melissa, mit der er sich hier befinden würde. Diese unterhielt sich, während er sich betont lässig gegen eine der Umkleidekabinen gelehnt hatte, übrigens mit einer der Verkäuferinnen. Beide schüttelten heftig den Kopf, jedes Mal, wenn sie ihn ansahen. Als würde er nur in einem Müllsack rumlaufen. Jason rollte mit den Augen. Dann beschloss er, einfach das Beste aus der Sache zu machen. Eine andere Wahl hatte er so oder so nicht.
„Also, wenn ihr wollt, kann ich mich auch ausziehen, vielleicht gefällt euch dann besser, was ihr seht“, rief Jason den beiden Tratschtanten also zu, woraufhin sich die Verkäuferin mit knallroten Kopf von ihm wegdrehte und Melissa ihm nur kopfschüttelnd betrachtete. Aber sie lachte.
„Also, soll ich?“, fragte Jason ein weiteres Mal, wobei er andeutete, sein T – Shirt zu heben.
„heb dir die Show für den Spiegel in der Umkleidekabine auf“, erwiderte Melissa neckisch, woraufhin der Kopf der Verkäuferin noch roter wurde, falls das überhaupt möglich war. Jason würde zu gern wissen, was sie sich gerade in ihrem Kopf ausmalte. Nun ja, eigentlich konnte er es sich ja denken. Sein grinsen wurde noch breiter und er ließ sich auf einen nahe stehenden Stuhl fallen – anscheinend war der Laden für Opfer seiner Sorte gut vorbereitet. Dann wartete er einfach darauf, dass Melissa ihm das eine oder andere Teil brachte. Es wäre ja noch schöner, wenn er jetzt alles suchen müsste. Immerhin war es Melissas Idee gewesen. Also saß0 er da, verfasste sämtliche Hilfe – SMS an Kate und wartete – erneut. Wüsste er es nicht besser, würde er sagen, dass sein Leben mittlerweile nur noch aus Warten bestand. Aber er akzeptierte es – zumindest, soweit es irgendwie ging. Und die Tatsache, dass Melissa ihm jedes Mal, wenn sie an ihm vorbeilief, ihr zauberhaftes Lächeln zuwarf, machte alles um einiges akzeptabler. Was noch lange nicht bedeutete, dass es es okay war. Es war einfach nur akzeptabel genug, um nicht auf der Stelle zu verschwinden. Und das war doch auch schon mal was. Doch die Tatsache, dass Kate nicht die Spur von Mitleid zeigte, sondern sich eher freute, dass Melissa es geschafft hatte, ihn umzustylen, machte das Ganze ein wenig schlimmer. Und als Kate schließlich auch noch fragte, wo sie sich befanden, da war er kurz davor, sein Handy in die nächste Ecke zu donnern. Doch in diesem Moment tauchte auch schon die aufgetaute Eisprinzessin plus Verkäuferin vor ihm auf, beide bis oben hin mit Klamotten zugepackt. Und Melissas Grinsen? Ja, dass schien mittlerweile in ihr Gesicht gemeißelt zu sein.
„Also, du nimmst zu erst diese Hose… und dieses Hemd… und diese Jacke… und diese schuhe“, wies sie ihn an und schickte ihn, ohne mit der Wimper zu zucken, in die Kabine. Jason, seinem Schicksal und vor allem Melissas Lächeln ergeben, befolgte ihre Anweisung und verschwand in der Kabine. Er war gerade dabei, das doofe, karierte Hemd, dass ihn bestimmt außen lassen würde, wie ein Cowboy, zuzuknöpfen, als er eine bekannte Stimme von draußen vernahm, die ihm mehr als bekannt vor kam. Dann ein lachen. Ein tuscheln. Ein Lachen. Wiederwillig stieg in die dämliche Jeans, die sich von seinen Jenas gar nicht so sehr unterschied – würde er sie einfach ein paar Mal gegen Steine schleudern. Und zu guter Letzt stieg er noch in diese dämlichen Schuhe, die ihm komischerweise sogar gefielen. Und ja, auch der Rest sah gar nicht so übel aus. Das musste er wiederwillig zugeben, als er in den Spiegel sah. Und allein dies ließ ihn zwei Mal durchatmen, bevor er aus der Umkleide trat. Er würde sich das gleich nämlich auch anhören können. Und zwar ganz schön häufig. Letzten Endes brachte sein Zögern doch nichts, denn irgendwann würde er wohl oder übel aus der Umkleide hervorkommen. Er schob also den Vorhang zur Seite und trat heraus, nur um höchst interessiert von drei Augenpaaren gemustert zu werden. Die Stimme die er zuvor vernommen hatte gehörte übriges Kate – er hätte ja ahnen können, dass sie hier auftauchen würde. Aber so schnell und zudem verstand er einfach nicht wieso. Er würde sich definitiv nichts von diesen dingen kaufen. Er würde sie anprobieren, würde Melissas Kritik übe sich ergehen lassen, dann würde er wieder abhauen. Er würde sich nichts kaufen. Allein schon wegen dem Preis. Er hatte es in der umkleide gewagt, einen blick auf das Preisschild zu werfen – nur um dann mit dem Kopf zu schütteln und erst einmal zu schlucken. Das war ja nicht normal. Ganz und gar nicht normal.
„Na also, viel besser“, sagte Melissa freudig, nachdem sie ihn eine ganze weile lang betrachtet hatte und klatschte eben so überschwänglich in die Hände. Auch Kate nickte zustimmend und die Verkäuferin, ja, die wandte sich erneut mit hochrotem Kopf ab. Jason verdrehte die Augen.
„und du wolltest nicht auf mich hören“, fuhr Melissa fort, während sie Jasons Ablehnung meisterhaft ignorierte, „das ist wirklich gut.“
„Baby, denkst du nicht, dass du ein wenig übertreibst? Ich meine, klar, dass sieht alles nicht schlecht aus und so, aber ich brauch das nicht. Ich bin wirklich zufrieden mit meinen Klamotten. Also lass uns hier verschwinden.“
„nichts da“, mischte sich jetzt auch Kate ein, die demonstrativ ihren Bauch herausstreckte und sich dann auf den Stuhl setzte, auf den Jason zuvor Platz genommen hatte. Na toll. 2:1. Und so, wie ihn die Verkäuferin ansah, war die auch kurz davor, irgendetwas zu sagen. Die sollte bloß den Mund halten. Die hatte ja keine Ahnung.
„Und außerdem habe ich mich jetzt hierher begeben und du kannst dir vorstellen, welche Laune ich bekomme, wenn ich jetzt gleich wieder gehen muss.“
Und das war es. Jetzt hatte Jason keine Chance mehr. Kate war vielleicht jünger wie sie alle, doch wusste sie genau, wie sie im die Pistole auf die Brust setzten musste, um ihn zu dingen zu bewegen. Und einen Wutausbruch einer schwangeren? Nein, das würde er sich nicht antun. Ganz sicher nicht. Da würde er lieber noch in zehn, zwanzig Outfits anprobieren, als dies durchzumachen.
Und ihm blieb auch gar nichts anderes übrig. Nach und Nach zog er ein Outfit nach dem anderen an. Nach und nach. Immer und immer wieder. Klamotten ausziehen, Klamotten anziehen. In die Kabine hinein, aus der Kabine heraus. Kritische Blicke ertragen, Kritik annehme. Neue Stapel Klamotten mit. Wieder umziehen. Alte Klamotten abgeben. Wieder die Beurteilung abwarten. Und immer und immer wieder. Jason schien das Ende so weit entfernt, dass er irgendwann einfach wie eine Maschine arbeitete. Und als er schließlich in das letzte Outfit auszog und in seine eigenen Klamotten schlüpfte, hatte er das Gefühl, jeden einzelnen Knochen in seinem Körper zu spüren. Und als er dann den Vorhang zur Kabine ein letztes Mal aufzog, standen Melissa und Kate bereits an der Tür – vollbepackt mit Tüten. Jason ahnte schlimmes. Und tatsächlich, als er bei ihnen ankam, wurden ihm im Handumdrehen die tüten in die Hand gedrückt.
„Hier, deine Klamotten, du trägst“, sagte Melissa lediglich zu ihm und ging aus der Türe.
„Ich habe nichts gekauft“, stellte Jason fest. Kate lächelte ihn an.
„Melissa hat alles gekauft“, klärte sie ihn auf. Jason hob die Augenbraue. Das war doch nicht ihr Ernst.
Jason folgte Melissa, die gerade an ihrem Auto angekommen war.
„Baby“, rief er, woraufhin sie sich umdrehte und er ihr die Tüten wieder in die Hand drückte, „sag mir nicht, dass du das ernst meinst.“
„Was?“, fragte Melissa, sichtlich verwirrt und warf die tüten auf den Rücksitz ihres Autos.
„Gib die Klamotten zurück.“
Melissa lachte. „Nein, warum sollte ich?“
„Du kannst mir doch nicht einfach irgendwelche Klamotten kaufen, die ein halbes Vermögen wert sind und mir nichts davon sagen!“
„Du siehst doch, dass ich das kann, oder? Stell dich einfach nicht so an, Jason. Sie es als Geburtstaggeschenk.“
„Mein Geburtstag ist im Oktober.“
„Als nachträgliches Geburtstagsgeschenk“, Melissa rollte mit den Augen, dann drückte sie einen Kuss auf den Mund. Jason kochte innerlich vor Wut. Diese frau wusste nur leider zu gut, wie sie ihn beruhigen konnte. „Reg dich nicht so auf. Dir haben die Klamotten gefallen, oder? Und außerdem finde ich sie total heiß. Und das ist ja wohl definitiv Grund genug, sie zu tragen, oder?“
Jason wiegte den kopf hin und her. Ja, eigentlich war das Grund genug. Doch das könnte er sie ja nicht wissen lassen. „Na ja… wenn andere Frauen das genauso sehen wie du…“
Melissa lachte, dann schlug sie ihm spielersich auf die Schulter. „Du bist doof“, stellte sie fest und küsste ihn ein weiteres Mal. Und das war der Moment, in dem sich jemand hinter ihnen räusperte. Jason fuhr ruckartig um – und blickte direkt in die eisernen blauen Augen von Kate. Die ihn ein wenig besorgt musterten, wie er nebenbei bemerkte. Er fuhr sich über den Kopf.
„Ehm…“, versuchte er, sich zu erklären, doch Kate winkte ab.
„Ich will es gar nicht wissen“, gab sich schulterzuckend von sich. Und Jason grinste. Die letzte Person, die in solchen Momenten nachfragen würde, war Kate. Auch wenn sie tierisch neugierig war. Aber sie wusste auch so, dass er zu ihr kommen würde, wenn er soweit war. Und im Moment war er das nicht.
„ich wollte euch nur sagen, dass ich dann mal weg bin. Chris macht sich bestimmt schon sorgen“, sagte sie und sah demonstrativ auf ihre Uhr. Dann umarmte sie Jason und Melissa zum abschied. Und ging. Einfach so, wie sie gekommen war, ohne Vorwarnung und ohne zu fragen.
„das war…“, ließ Melissa in der Luft hängen.
„Typisch Kate“, vervollständigte Jason ihren Satz, dann hielt er Melissa die Beifahrertür auf, die dankend einstieg. Er umrundete das Auto und setzte sich selbst dann hinter das Steuer.
„Also, wird sie den anderen etwas erzählen?“, fragte Melissa zögerlich nach.
„Ja“, antwortete Jason, „und sie wird sie dazu zwingen, einfach den Mund zu halten.“
„Kate?“
„oh ja, du hast ja keine Ahnung, über welche mittel die Kleine verfügt“, gab Jason grinsend von sich. Melissa nickte geistesabwesend.
„Weißt du, ich mache mir sorgen, wie sie reagieren könnte. Und ich weiß nicht, was ich sagen soll, wenn sie mich… na ja… irgendetwas fragen.“
„Du machst dir zu viele Sorgen, Melissa. Sag es einfach so, wie du es denkst. Ich meine, du kannst ja nichts anderes tun, oder? Und außerdem finde ich, dass es sie einen Dreck angeht. Also, wenn du mich fragst zumindest. Also zerbrich dir nicht den Kopf über Dinge, mit denen du noch nicht einmal konfrontiert wirst.“
„Nach diesem Motto lebst du wohl, was?“
„Weißt du, irgendwann habe ich gemerkt, das ich nicht der Vergangenheit nachhängen kann. Zumindest nicht die ganze zeit. Und weil meine Zukunft eh immer ungewiss war, habe ich einfach angefangen, im hier und Jetzt zu leben. Zu nehmen, was ich habe und damit glücklich zu sein“, er zuckte mit seinen Schulter, „und irgendwie ist es doch so, oder? Ich meine, es ist nicht egal, was in der Vergangenheit war, aber wenn wir uns immerzu den Kopf darüber zerbrechen, dann macht uns dass doch nur unglücklich. Wir können sie nicht ändern, also müssen wir damit leben. Sie akzeptieren, weißt du? Und die Zukunft? Es kommt alles, was kommen muss. Einen solch großen Einfluss haben wir nicht darauf. Wir sollten glücklich sein, zumindest so weit wie es geht. Das Unglück kommt so oder so auf uns zu. Ob wir wollen oder nicht. Aber es wird auch wieder vorbeigehen, also warum sollen wir uns den Kopf über Dinge zerbrechen, Dinge, die noch nicht mal passiert sind oder vielleicht gar nicht passieren? Also sollten wir einfach im hier und Jetzt leben.“
„Also… wo versteckst du deine Tiefsinnigkeit eigentlich die ganze Zeit? Rufst du sie immer für den Moment auf, einfach so und dann verbarrikadierst du sie tief in deinem Innern, oder wie?“
Jason lachte. „Irgendwas in dieser Richtung, ja. Ist das etwa so schlimm?“
„Nein, ich… ich mag das. Ich mag es, dir zu zuhören. Das beruhigt mich. Ichglaube deinen Worten und irgendwie schenken sie mir Hoffnung. Allein dein kleiner Vortrag über die Liebe heute Morgen. Weißt du, wie lange normale Menschen an so etwas sitzen? Sie brauchen stunden dafür. Stunden für Stunden für Stunden. Und du schüttelst ein kleines Meisterwerk aus dem Ärmel, als wäre es nichts. Und dann tust du so, als bräuchtest du meine Zustimmung, als würdest du nicht wissen, ob es wirklich gut wäre. Ja, es war verdammt gut. Du philosophierst mit einer Leichtigkeit vor dich hin, die so manchen Leuten fehlt, die das als Beruf tun. Und weißt du was? Würdest du deine philosophische Ader nicht immer so zwanghaft verstecken, ich würde ich… ich würde dich… vielleicht endlich mal mehr mögen.“
Eine Weile lang schwiegen sie beide. Dann fing Jason an, lauthals zu lachen.
„Dann würdest du mich vielleicht endlich mal mehr mögen?“
„Ja na ja, vielleicht würdest du das auch erreichen, wenn du deine Haare ein wenig länger wachsen lassen würdest.“
„So ist das also?“, lachte Jason, „dir ist aber schon klar, dass du dir die Menschen nicht hin und her biegen kannst, wie du gerade willst, oder?“
Jetzt lachte auch Melissa. „Oh nein, dass will ich nicht. Wirklich nicht. Aber jede Frau steht auf Kerle mit längeren Haaren.“
„Madame Daible ist also ein Synonym für alle Frauen?“
„Natürlich, dass war es schon immer!“, beteuerte Melissa lachend. Dann verstummten sie beide. Jason hing seinen Gedanken nach und Melissa ihren. Jason bekam die Melissas Worte nicht mehr aus dem Kopf. All das, was sie gesagt hatte. Es war vielleicht nicht viel gewesen. Aber es war … mehr, als Jason je gedacht hatte, dass er bekommen würde. Es war so viel mehr, dass die Glücksgefühle in ihm aufstiegen und er gar nicht mehr anders konnte, als zu Lächeln.
Ist Liebe das, was unser Dopamin dazu bringt, Purzelbäume zu schlagen?
Seine eigenen Worte hallten immer und immer wieder in seinem Kopf wieder. War das Liebe? Oder war das nur ein ähnliches Gefühl?
Diese Gedanken ließen Jason den Rest der Fahrt nicht los. Auch Melissa saß schweigend neben ihm. Erst, als sie kurz davor waren, auszusteigen, sagte sie etwas. Nur ganz leise, als hätte sie angst, es auszusprechen.
„Du weißt, dass ich dich auch jetzt schon sehr mag, oder?“, fragte sie und blickte Jason direkt in die Augen.
Jason nickte lächelnd.
„Wäre ja doof, wenn das alles nur von mir kommen würde.“
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Show me how to love
Ficción General“Was ist Liebe? Ist es das, was uns den Atem raubt? Was unser Dopamin dazu bringt, Purzelbäume zu schlagen? Ist es dieses Glück, dass uns die Sprache verschlägt? Oder ist es das Ziehen in der Brust, das wir spüren, wenn wir jemanden in die Augen seh...
