Kap. 21 Listen

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Alright, Sweetheart, listen.

You’re going to run after her, or I will spank your arse.

You are not going to spurn your own chance of happiness. 

I won’t let you do this.

Jasons Arm strich über das Bettlaken rechts von ihm. Doch dort, wo eigentlich Melissa liegen sollte, berührte er nichts bis auf das kalte Bettlaken. Er war alleine. Sein Arm verweilte auf der Position, als wollte sie sichergehen, dass er nicht falsch lag. Doch langsam kamen die Erinnerungen an den letzten Abend wieder hoch. Er hatte Melissa weggeschickt. Er zog die Hand zurück. Er hatte ihr gesagt, sie solle gehen. Und sie war gegangen. Genauso wie er gegangen war, damals. Nun fragte er sich, ob seine Mutter es damals ernst gemeint hatte. Oder ob sie es bereute, genauso, wie er es gerade tat. Er schloss die Augen, wünschte sich, er könnte noch weiter schlafen. Und am besten gar nicht mehr aufwachen. Oder erst, wenn Melissa wieder da war. Es kam ihm beinahe so vor, als könnte er ihren Geruch noch vernehmen. Natürlich konnte er das. Ihr Geruch hing in jedem einzelnen Winkel seiner Wohnung. Er fragte sich, wie lange es wohl dauern würde, bis der Geruch von hier verschwand. Und er fragte sich, wie lange es wohl dauern würde, sie aus seinem Kopf zu bekommen. Er fragte sich, ob er dies überhaupt je schaffen würde. Und weil er sich nicht länger mit diesen Gedanken beschäftigen wollte, richtete er sich auf und ging in die Küche. Machte sich einen Kaffee, dann suchte er nach einem Zettel und begann einen Brief zu schreiben. An seine kleine Schwester. Er hatte ihr schon über Wochen nicht geantwortet. Doch ihm fiel nichts ein. Auch, wenn sich in den letzten Wochen sein gesagtes Leben scheinbar auf den Kopf gestellt hatte, fiel ihm kein einziges Wort ein, das er schreiben konnte. Es war, als wäre da eine Blockade in seinem Kopf. Aber was hätte er auch schreiben sollen? Liebe Bonny, mir wurde das Herz gebrochen. In abertausende Teile zerrissen, von einer Frau, die nicht mal eines Besitzt. Die denkt, sie könne sich alles erlauben. Ich habe sie weggeschickt. Vielleicht habe ich mir auch selbst das Herz gebrochen. Wenn er so etwas schreiben würde, wäre er doch komplett bescheuert. Ganz abgesehen davon, dass er nicht wollte, das Bonny sich wegen ihm sorgt machte. Er war ihr großer Bruder. Keine kleine Schwester sollte sich sorgen um ihren großen Bruder machen müssen. Also zerknüllte er das Blatt wieder, auf dem noch immer nicht mehr als zwei Worte standen und zog sich an. Oder er wollte sich anziehen, doch als ihm auffiel, dass er dabei auf Melissas Klamotten treffen würde, ging er nach draußen. Er würde einfach ins Bietz gehen. Er hatte zwar Urlaub, aber er hielt es einfach nicht mehr aus. Seine Wohnung kam ihm nun noch kleiner vor, als sie es ohnehin schon war. Und Melissas Geruch schien von allen Seiten in seine Nase zu drängen, schien ihn daran erinnern zu wollen, welch eine Scheiße er gebaut hatte. Aus diesem Grund tat ihm auch die frische Luft gut, die ihn umgab. Und die einzelnen Sonnenstrahlen, die ihn trafen. Es wurde langsam wärmer, schien so, als würde der Frühling nun endlich einhalten. Er hatte lange auf sich warten lassen, wie Jason auffiel. Vielleicht würde es zu Kates Hochzeit ja warm werden. Doch ehe Jason diesen Gedanken hatte, versetze ihm der Gedanke an Kates Hochzeit einen Stich. Immerhin sollte er gemeinsam mit Melissa die Hochzeit  planen. Und nun … nun, er zweifelte, dass sie es nach gestern Abend auch nur schaffen würden, miteinander zu reden. Er fuhr sich durch seine Haare. Am liebsten würde er gegen irgendetwas treten, auf irgendetwas einschlagen, um seine Wut unter Kontrolle zu bekommen. Er war eigentlich kein Mensch, der seine Gefühle nach außen zeigte. Er vergrub sie lieber. Es war selten, dass überhaupt über Gefühle sprach Was ist Liebe? Seine angefangene Rede für die Hochzeit von Kate und Chris klang wie Ironie in seinen Ohren. Jetzt erst fiel ihm auf, dass er wichtige Teile vergessen hatte. Liebe ist Schmerz. Liebe kann einen zerreißen, sie kann uns zerstören, nachdem sei uns eingehüllt hat, mit all ihren Vorzügen. Wir lassen uns auf Grund von ihr fallen, viel zu schnell, viel zu leicht, öffnen uns und machen uns dadurch verletzbar. Und dann reicht nur ein Wort, eine Handbewegung, eine tat und unser Öffnen wird uns zum Verhängnis, wir leiden, wir weinen, wir verlieren, wir fallen. Doch diesmal nicht mehr in das Glück, nicht mehr in die Vorzüge, sondern in das Leiden, in die Defizite. Liebe lernt uns zu fliegen, hoch über den Wolken, viel höher, als jedes Hochhaus, ja, jedes Flugzeug gelangt. Doch sie lernt uns auch zu fallen, viel tiefer, als alles andere. Wir fallen tiefer als in die Hölle, wir fallen in den Abgrund. Ja, wer geliebt hat, und verletzt wurde, der braucht keine Angst mehr vor der Hölle. Der ist schon bei zu Besuch in der Hölle gewesen und ist unbeschädigt wieder hervorgekommen.

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