Dylan's POV
Ich sah mich suchend auf dem Pausenhof nach Hazel um und entdeckte sie schließlich etwas abgelegen auf einer Bank. Leicht nervös ging ich in ihre Richtung und die anderen Jungs folgten mir. Mit einem Blick bedeutete ich ihnen, dass sie etwas Abstand halten sollten. In den letzten Tagen hatte ich mir einen Plan überlegt; ich würde versuchen mich mit ihr zu treffen und ihr so etwas näher zu kommen, denn so würde es leichter sein, sie zu beobachten und ihr Verhalten kennenzulernen. Und sie, flüsterte eine Stimme in mir - eine sanfte, ganz anders als die innere Stimme, die in mir dafür sorgte, das ich meine Befehle ausführte. Sie möchtest du auch kennenlernen. Du merkst bloß nicht, das sie dich nicht nur wegen deinem Auftrag interessierst. Oder was hat dich sonst dazu getrieben sie nicht wie alle unschuldigen Opfer zu töten? Nein, das konnte nicht sein! Sie war ein Opfer wie alle Anderen! Ich hatte bloß einen schlechten Tag gehabt! Ich versuchte die Stimme so gut es ging zu ignorieren und wandte mich wieder an Hazel.
"Hey", sagte ich und meine Stimme wurde etwas rau.
"Hallo", sagt sie etwas distanziert und kühl - hatte ich etwas falsches gesagt?
Ich blickte kurz zu den Anderen nach hinten und überlegte, was ich sagen sollte. Anscheinend dauerte dies etwas lange, denn Hazel zog fragend eine Augenbraue nach oben. Nervös kaute ich auf meiner Unterlippe und war mir plötzlich nicht mehr so sicher, ob ich wirklich auf diese Weise etwas über sie herausfinden sollte. Ich könnte sie ja auch anders kennenlernen...
"Na ja, also ich wollte dich fragen, ob du ähm......., ob du mir Mathe erklären könntest. Du weißt schon, die Hausaufgabe, die Mr Human uns aufgegeben hat. Naja, ich hatte das noch nie in meiner alten Schule gelernt..."
Hatte ich das wirklich gerade gesagt?! Ich wollte mich zwar irgendwie herausreden, aber doch nicht wie der letzte Vollidiot dastehen! Aber es war schon zu spät, denn die Worte waren schon längst ausgesprochen; Scheiße! Sie runzelte kurz verwirrt die Stirn, nickte dann aber. ich nickte auch (weiß der Teufel wieso?!) und zögerte kurz. Los, frag sie! Sonst kommst du nie weiter!
"Äh, und... Dürfte ich dich danach zu einem Eis einladen?", fragte ich schließlich und Hazel lächelte.
"Ja, klar, gerne", sagte sie und ihre Wangen nahmen einen leichten rosafarbenen Ton an.
Unwillkürlich musste ich auch grinsen; War doch gar nicht so schwer gewesen!
"Dann treffe ich dich nach der Schule am Haupteingang", schlug ich vor und sagte zu.
Nochimmer grinsend kam ich zu den Jungs zurück, die mich erwartungsvoll ansahen: "Und?"
"Also heute kann ich auf jeden Fall nicht mit euch was trinken; ich bin schon verabredet", gab ich zur Antwort.
Verwunderung und Neugierde standen in den Gesichtern der Anderen geschrieben und Brandon - in dessen Gesicht ich sogar leichte Eifersucht zu sehen meine - trat vor: "Wie hast du das denn geschafft? Sie lässt doch jeden Flirt- oder Annäherungsversuch sonst immer abblitzen."
Mein Grinsen wurde wenn möglich noch breiter: "Na dann kann ich mir darauf ja was einbilden. Aber nur weil sie mit mir Eisessen geht heißt das ja noch lange nicht, dass sie mich mag oder mit mir ausgehen würde."
Obwohl dieser Gedanke gar nicht mal so schlecht war! Was denkst du da?! Du hast einen Auftrag, schon vergessen? Oder hast du vor, das Vertrauen deines Chefs zu missbrauchen? Nein! Ich schüttelte kurz den Kopf. Das Treffen war nur, um ihr Verhalten besser kennenzulernen!
Hazel's POV
Mit einem Lächeln im Gesicht ging ich nach der Pause in die Sportstunde, wo ich auf Mary und Stacy traf.
"Na, was lächelst du so?", fragte Letztere grinsend.
Ich erzählte den Beiden von eben und sie rissen die Augen erstaunt auf - jedoch keines Weg's eifersüchtig, sondern sie freuten sich einfach mit mir.
"Puh, ich glaube ich könnte danach auch ein Eis gebrauchen - wieso wurden wir nicht auch zu einem eingeladen", keuchte Stacy während wir unsere 5. Runde um den Sportplatz joggten.
"Ich bin zwar kein Junge, aber ich würde dich auch zu einem Eis einladen, wenn du Lust hast mit zu mir zu kommen", meinte Mary, die so wie ich noch nicht erschöpft war, und Stacy's Miene hellte sich auf. "Gerne!"
Frisch geduscht trat und umgezogen trat ich nach Sport aus der Umkleide und ging zum Haupteingang. Meine nassen Haare band ich im Gehen zu einem Zopf zusammen, sodass sie nicht mein ganzes Top durchnässten. An einer Mauer sah ich auch schon Dylan lehnen. Als er mich sah kam er lächelnd auf mich zu und automatisch schlich sich auch mir ein Lächeln auf die Lippen - kaum zu glauben, dass ich vor einer Woche noch Gänsehaut bekommen hatte, wenn ich ihn sah, weil ich glaubte das er ein Vampir sei!
"Hey", begrüßte er mich.
"Hi", sagte ich etwas schüchtern und sah leicht zu ihm hoch.
"Komm, lass uns zur Eisdiele gehen", er nickte die Straße hinunter und wir gingen schweigend dorthin.
Ich glaube keiner wusste so richtig, was er sagen sollte. Beim Eisladen angekommen bestellten wir und setzten uns anschließend mit unserem Eis an einen der Tische. Wieder herrschte Stille, bis ich schließlich lachen musste.
Belustigt sah er mich mit schräg gelegtem Kopf an: "Was ist los? Habe ich Eis an im Gesicht oder wie?"
"N-nein..", brachte ich lachend hervor. "Aber... es ist schon .... komisch; wir.... wir sagen kurz .... etwas und ... und dann ist da wieder diese ... diese Stille, weil keiner .... weiß, was er ..... was er sagen soll. Dann starrt ... man sich gegenseitig Löcher ..... in den Bauch und .... das ist irgendwie komisch..."
Ich konnte nicht mehr aufhören zu lachen - wahrscheinlich hielt er mich jetzt für durchgeknallt, aber ich konnte einfach nicht anders! Sein Gesichtsausdruck war noch immer verwirrt und belustigt und nach einem kurzen unterdrückten Lachen prustete auch er los. Irgendwann fassten wir uns wieder einigermaßen und kicherten noch leise vor uns hin.
"Ach du meine Güte", lachte er. "Du bist echt komisch! Aber du bist wenigstens ehrlich."
"Ja was denn?", grinste ich. "Es ist doch so!"
Er nickte: "Ja, irgendwie ist da immer diese komische Situation, wo man einfach nicht weiß, was man sagen soll, ohne den Anderen zu langweilen."
Wir aßen unser Eis, was langsam vor sich hinschmolz und es herrschte wieder kurze Stille, doch dieses Mal war sie nicht unangenehm oder verlegen, sondern wir hingen Beide kurz unseren Gedanken nach....
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Little Vampire Secrets
VampireEr ist ein Vampir und sie ein einfacher Mensch. Sie gehen in die selbe Klasse, doch zwischen ihnen liegen Welten. Als sie sich jedoch trotzdem immer näher kommen, spielen Erpressung, Entführung und Flucht eine große Rolle. Wird sie je wieder ohne Fu...