Ein Stromschlag zuckt durch meinen Körper und ich schnappe nach Luft. Was war das? Genervt drehe ich mich zu ihm, doch mein bissiger Kommentar bleibt mir Hals stecken, als ich ihn jetzt das erste Mal richtig anschaue. Irgendwie hatte ich mir ein Boybandmitglied anders vorgestellt... Mein Blick schweift über seine durchtrainierten, tattoowierten Arme. Sein ganzer Körper ist muskulös, seine Haare sehen weich und gesund aus und seine Augen strahlen blau. Irgendetwas sagt mir, dass er eine vielseitige Person ist. Ich glaube, dass er jemand anderes ist, als er vorgibt. In seinen Augen liegt so ein Schimmer von Schmerz... "Ich will den Job nicht, weil ich vier Jahre dafür gekämpft habe für Victoria's Secret zu laufen. Jetzt habe ich es bis London geschafft und bin so nah dran wie noch nie. Ich habe keine Zeit, ihr blockiert für eine Woche meinen Terminkalender", erkläre ich wesentlich netter als zuvor. "Und wenn wir uns deinen Terminen anpassen? Bitte, du bist perfekt! Ich habe diesen Song geschrieben und möchte, dass es perfekt wird", fleht er. Oh, er scheint wirklich verzweifelt zu sein. "Ich bin ein Model, mit ein bisschen Make Up könnt ihr jedes Mädchen wie mich aussehen lassen", versuche ich es erneut. "Ich möchte, dass es echt wird und nicht so fake wie die ganzen Mädchen mit zehn Tonnen Schminke im Gesicht. Es ist wirklich wichtig für mich", murmelt er. Oh Gott, dieser Hundeblick! "Also gut, aber nur wenn euer Produzent mit sich verhandeln lässt", knicke ich ein. Sofort erscheint ein breites Grinsen auf seinem Gesicht. "Du hast was du willst, lässt du mich jetzt los?", frage ich mit einem leicht genervten Unterton in der Stimme. "Oh Oops", lacht er und lässt endlich mein Handgelenk los, "Und wir sollten hier schnell verschwinden". Jetzt sehe ich auch die Mädchen auf der anderen Seite der Straße, die ihre Handys auf uns gerichtet haben. "Na super", stöhne ich und gehe zügig zurück zum Gebäude. "Warum wartest du nie?", keucht Louis, als er mich einholt. "Ich mag keine Menschen", antworte ich knapp und stoße die Tür zum Büro auf. "Ich stelle die Bedingungen. Wenn ich andere Termine habe, werden die Drehzeiten daran angepasst, auch wenn es dann länger als eine Woche dauert, ich werde mich nicht ausziehen und alle Ideen werden vorher mit mir abgesprochen und gegebenenfalls geändert", stelle ich an den Produzenten gewandt klar. Das breite Grinsen auf Louis' Gesicht entgeht mir nicht, als ihn alle verblüfft anschauen. "Du musst ein Gott sein? Wie hast du das gemacht?", fragt Lola ihn ungläubig. "Ach, ich habe da so meine Tricks", grinst er und gesellt sich wieder zu den anderen. Diese tauschen einen Blick und irgendwas sagt mir, dass sie an die andere Sorte Tricks denken. "Also, das sind Liam, Niall, Harry und Zayn, wir...", will Louis mir die anderen vorstellen, doch ich unterbreche ihn sofort. "Lasst uns das wann anders klären, ich muss los", schneide ich ihm das Wort ab und verlasse das Büro. Lola gibt dem Produzenten meine Kontaktdaten und folgt mir dann. "Oh wow, die haben gemerkt, dass du keinen Bock auf das Video hast", lacht sie. Sobald wir das Gebäude verlassen haben lockere ich meinen Körper wieder und fange an zu grinsen. "Ich hatte gehofft, dass sie mich nicht wollen, wenn ich so abgehoben rüber komme", gebe ich zerknirscht zu, "Aber dadurch war Louis nur noch begeisterter". "Wie hat er das eigentlich geschafft? Ich meine, nicht mal ich kann dich umstimmen", fragt sie und wackelt mit den Augenbrauen. "Halt die Klappe Lola, ich würde niemals was mit einem Boybandmitglied anfangen und das weißt du ganz genau", lache ich, "Aber es war der Hundeblick". Auf einmal tippt mir jemand auf die Schulter. Lola grinst mich breit an und ich muss mich gar nicht umdrehen um zu sehen, wer hinter mir steht. "Und warum? Du kennst uns doch gar nicht", fragt er. Ich verdrehe die Augen und drehe mich um. Uff, der stand ja dicht hinter mir. Sofort gehe ich einen Schritt rückwärts und straffe meine Schultern wieder. "Weil's so ist. Ich meine, ihr seid Stars und ich bin nicht an Onenightstands interessiert", schnaube ich. "Du musst nicht wieder die Eiskönigin spielen, ich habe gesehen, dass du auch anders kannst. Außerdem bist du selbst ein Star, ich habe dich gegoogelt. Du hast deine Jacke oben vergessen, die wollte ich dir noch geben. Ach so, sei beim Dreh ein bisschen netter zu Niall, der ist ein bisschen empfindlich, nicht, dass er noch Angst vor dir bekommt", sagt er und geht schon wieder. "Und wir werden noch sehen, ob du was mit einem Boybandmitglied anfängst", ruft er noch. "War das gerade eine Drohung?", frage ich Lola fassungslos, welche schon ganz rot im Gesicht ist. "Der kriegt dich rum", sagt sie vollkommen ernst. "Äh nein? Der Kerl hat mich gegoogelt! Was ein Stalker und außerdem würde das nie funktionieren", widerspreche ich ihr. "Hast du ihn dir mal angeguckt? Der ist ja wohl Sex in Person!", fragt sie theatralisch. "Lola!", lache ich kopfschüttelnd. Sie ist doch echt der Wahnsinn. "Wann geht der Dreh eigentlich los?", frage ich um vom Thema abzulenken. "Am Montag, das Wochenende haben wir frei", sagt sie grinsend. "Du weißt was das heißt oder?", frage ich ebenfalls grinsend. Gott sei Dank habe ich eine Managerin, mit der man am Wochenende auch die Clubs unsicher machen kann! "Da bist du! Wir werden in jeden Club rein kommen", quietscht sie und zeigt auf die Werbetafeln am Piccadilly Circus. Tatsächlich bin ich dort zu sehen. "Das mit H&M war der Durchbruch", murmle ich und schicke meiner Mom ein Bild von der Werbung. Dazu schreibe ich, dass ich bald in einem Musikvideo zu sehen bin. Wir werden noch ein bisschen fahren, bis wir bei CK ankommen, weshalb ich die Zeit nutze um One Direction zu googeln. "Warum hast du mir nicht gesagt, dass sie SO bekannt sind?", frage ich Lola nach einer Weile. "Was hätte das geändert?", erwidert sie provokant, "Wärest du dann netter zu Louis gewesen?". Ich ignoriere sie und verdrehe die Augen. Dafür, dass sie als größte Boyband aller Zeiten gelten, waren sie erstaunlich nett und gar nicht abgehoben." Du wolltest mir ja nicht zuhören. Dich wird jeder kennen nach dem Video", verteidigt sie sich schließlich doch.
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Boyband? Nein Danke!
FanfictionDas Modelbusiness ist hart, richtig hart. Mit 16 Jahren habe ich angefangen mich nach oben zu kämpfen, um irgendwann auf einem Victoria's Secret Laufsteg zu laufen. Und dann kommt meine Managerin nach vier Jahren harter Arbeit an und will, dass ich...
