Kapitel 25- Klein Levi (Teil 1)

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Nachdem er den Wunsch ausgesprochen hatte, legte sich der braunhaarige wieder zu Levi, legte sich so hin, dass der schwarzhaarige zwischen seinen Beinen mit dem Kopf auf seinem Bauch lag. Irgendwie war es so gemütlich und die Couch konnte genug Platz bieten. Jedoch spürt Eren am nächsten Tag irgendwas feuchtes an seinem Schritt und muss grinsen „Hnn~ Levi kann es sein, dass du schon wach bist und mir etwas Gutes tun willst? Dagegen hab ich herzlich wenig, aber nimm nicht so viel Spucke" raunt er amüsiert, aber es passiert nichts. Keine Hände die ihn streicheln, keine Muskeln, kein Gewicht, nichts? Ist der ältere Butler etwa taub geworden oder was? Als Eren aber die Augen öffnet, schreit er erschrocken auf und weicht zurück, denn zwischen seinen Beinen sitzt ein kleines, dünnes, nacktes Kleinkind mit schwarzem Flaum Haar! „Wa- was zum?!" das er den Wunsch ausgesprochen hatte, hatte er im ersten Moment komplett vergessen. Das kleine Balg muss ungefähr zwei Jahre alt sein und es starrt Eren einfach nur an. Kein lächeln, keine Mimik, nichts! Verdammt ist das gruselig, aber genau so hat er sich Levi vorgestellt. Na ja süß ist er trotzdem und Eren schmunzelt verschmitzt „Hehe... ehm... so war der Wunsch eigentlich nicht gemeint. Ich wollte das du so... Keine Ahnung acht oder neun bist... Selbstständig und kein sabberndes Baby" meint er überfordert, denn wie lange würde das bitte anhalten? Eren kann sich ja kaum um sich kümmern, also wie sollte er sich um Baby Levi kümmern? Was Essen die überhaupt? Der braunhaarige hält sich den Kopf und steht erstmal auf, um sich ein Oberteil anzuziehen, denn Shorts trägt er zum Glück ja! So halb nackt, neben einem Baby fühlt man sich wirklich wie ein perverser „Jetzt versteh ich ungefähr wie du dich fühlst" grinst er amüsiert und zuckt, denn Levi ist die Couch heruntergefallen und auf den Kopf geknallt. Natürlich weint er jetzt und sofort kniet Eren sich panisch zu ihm und stellt ihn erstmal auf die Füße, aber die dünnen Beinchen knicken weg und Levi hält sich schluchzend den Kopf „A auaa... Ma... Mama" winselt er und Erens Augen funkeln etwas. Verdammt. Wieso klingt er so niedlich? Eine ganz helle Tonlage, mit einem quiekenden Hintergrund „Hey Levi es ist alles okay" meint er sanft und streichelt vorsichtig seine Arme, aus Angst, er tut dem kleinen Balg aus Versehen weh oder zerbricht ihn. Die stahlgrauen großen Augen, welche durch das Weinen schon rot und geschwollen sind, sehen Eren traurig an „Uhm... Hier ich habe was für dich" meint er und steht auf, um eine kleine Plastik Figur von der Kommode zu nehmen und sie verspielt vor Levi zu bewegen. Die gesamte Aufmerksamkeit des kleinen liegt nun da drauf und Eren grinst über seinen Erfolg, bevor er Levi das Spielzeug gibt „Hm... Und da soll einer sagen, dass ich mit Kindern nicht klar komme! Ich schaffe das! Aber erstmal brauchst du was zum Anziehen und- NEIN Levi!" schreit er, als er sieht, dass der kleine das Spielzeug im Mund hat, denn er könnte es ganz leicht verschlucken und das wäre alles andere als gut! Aus Reflex schlägt er Levi auf die Hand, was laut klatscht und er selbst zuckt. Mist so fest wollte er es doch gar nicht machen! Leider weint Levi nun noch lauter „Maaaa maaamamaa" ruft er und Eren hält sich den Kopf „Uh... Bitte hör auf..." flüstert er überfordert, bevor ihm eine Idee kommt. Das kleine ist immerhin noch Levi! Er wirkt kaum verändert, also wird er seinen Sauberkeitsfetisch noch haben! Schnell holt Eren aus der Küche einen Putzlappen, eben das erst beste, was er bekommen konnte und legt es vor Levi hin, welcher zuckt und auf das Tuch sieht. „Komm schon... Nimm es" flüstert er bittend und noch eine kleine Träne kullert über die Wange des Babys, bevor er den Lappen nimmt und sanft in seine kleinen Arme schließt „Yes... Danke" sagt Eren und sieht an die Decke, ehe er den kleinen ansieht. Er hatte ihn aus Versehen wieder geschlagen und es hat sich genauso furchtbar angefühlt wie damals, als er ihm die Ohrfeige gab, nur noch schlimmer, weil Levi geweint hat und er ein Baby ist. Wieder kniet er sich vor das kleine Kind hin und streichelt zart über seinen Kopf „Okay... Wir schaffen das. Wir müssen nur zusammenarbeiten, bis du wieder du bist" meint er und schluckt bedrückt. Wann würde das sein? Wie lange würde es dauern. Verdammt. Eren macht sich solche Vorwürfe, denn vielleicht hätte er den Wunsch so kurz nach den Größen Wunsch nicht anfordern sollen. Ob das nun die Nebenwirkung davon war? Was, wenn Levi nun für immer so bleibt? Er würde ihn nie mehr so sehen können, wie seinen Liebhaber, sondern nur noch als kleinen Bruder. Bei dem Gedanken kommen ihn nun auch die Tränen und er könnte gerade losflennen, aber da spürt er die kleine Hand an seiner Wange und schaut mit seinen Saphir grünen Augen genau in Levis kleine Gesicht. Süß. Er ist sogar jetzt für ihn da, obwohl er bestimmt nicht einmal weiß, was hier vor sich geht. „Was das?", fragt Levi schließlich und deutet auf den Lappen „Hm? Du weißt nicht, was das ist, liebst es aber?" gegen fragt er amüsiert und Levi nickt „Dafff weich!" lispelt er und wedelt nun damit herum. Zum Glück war Eren so klug, einen trockenen Lappen zu holen, denn sonst wäre alles nass „Das ist ein Lappen" erklärt er und der kleine verzieht nun das Gesicht „Lape" wiederholt er und Eren muss grinsen „Lap-pen" redet er langsam und tippt Levi neckend gegen die Lippen, bevor er dessen Hals sanft kitzelt. Kichernd windet der kleine sich „Du Lappe!" schmollt er und haut Eren das Ding nun sanft ins Gesicht, da muss der Teenager lachen „Ach ich bin ein Lappen? Na warte du kleiner Reisball!" grinst er und blubbert auf seinen Bauch, wodurch der schwarzhaarige herzlichst auflacht und sich an Erens Haare krallt. Niedlich. Erst jetzt könnte man bemerken, dass Eren sich immer einen kleinen Bruder gewünscht hatte, denn er hatte damals auch immer den jüngeren Armin so geknuddelt, beschützt und geliebt, bis dieser in ein anderes Land mit seiner Familie zog.

So ein Baby ist aber nochmal etwas ganz anderes, wenn man selbst keines ist. Es ist anstrengend, obwohl Levi eigentlich nichts Schlimmes tut und sogar putzt. Wow. Sogar als Kleinkind kann er es nicht unterlassen. Eren muss auf jeden Fall erstmal alle Putzmittel beseitigen, denn der kleine würde das nur trinken. Apropos trinken und Essen „Was mach ich da jetzt?" fragt Eren sich und steht in der Küche, hat Levi mittlerweile ein paar Babyklamotten von sich angezogen. Zum Glück befinden sich diese auf dem Speicher dieser Wohnung, da Eren hier ja aufgewachsen ist. Ein kleiner Bär ist auf dem dunkelblauen Oberteil und eine khaki Farbende Hose unterstreicht sein süßes aussehen umso mehr. Eren ist irgendwie ganz schön verliebt in den kleinen und schnippt „Ja! Wir machen Pfannkuchen! So schwer wird das nicht sein. Immerhin ist das nur etwas Mehl, Öl, ein paar Eier, Salz, Pfeffer und... Ich glaube das wars" murmelt er und schüttet einfach wahllos ein paar Dinge zusammen, bevor er alles umrührt und in die Pfanne macht. Erst nach einigen Minuten bemerkt er dann, dass Levi eine Weile nichts von sich gegeben hat „Ey kleiner! Ich hab dir extra den Laptop zum Fernsehen gegeben!" meckert er und sucht ihn erst unterm Tisch, bevor er in den Flur geht und den kleinen vor der Tür stehen sieht „Levi. Was machst du da?" will Eren wissen und traut sich auch ihn vorsichtig auf den Arm hochzuheben „Mama Warten" sagt er und streckt die Hand zur Tür aus. Verdammt. Seine Mama wird nie durch diese Tür kommen. Wie denn auch? Er weiß nicht, was mit ihr ist, wo sie ist, ob sie auch ein Engel ist oder irgendwas „Mama kommt später... Wir essen ohne sie und so" meint er unsicher und Levi sieht ihn an, bevor er nickt und Eren umarmt. Wie er Levis trauer darüber spüren kann, im Moment ist nicht mehr normal. Eren erinnert sich, wie oft er sein Dienstmädchen nach seiner Mutter fragte und wie oft diese sagte, dass sie arbeiten und nicht Nachhause kommen würden. Er leidet mit ihm und schluckt, bevor er in die Küche geht, Levi auf dem Arm behält und die Pfannkuchen aus brät. Als alle fertig sind, setzt er Levi auf den viel zu großen Stuhl und klatscht beiden einen Pfannkuchen hin „Na dann guten Appetit!" sagt er und beobachtet, wie der kleine den Pfannkuchen nimmt, aber zurückzuckt „Aua... heß" sagt er leise schmollend „Oh ja... ehm puste ein bisschen" sagt er und macht es ihm nach. Leider spuckt Levi so viel beim Pusten, dass der Pfannkuchen durchgeweicht ist. Eren lacht deshalb leise und nimmt den Pfannkuchen schließlich, um diesen zu Essen, genau wie Levi. Im selben Moment, verziehen beide ihre Gesichter und sehen sich an „Bestellen wir Pizza" sagt Eren und Levi sagt einfach nur „Jaa...". Er hat eben lange schon keine mehr gemacht. Eigentlich kann er es ja!
Nachdem Essen der eigentlich viel zu fettigen Pizza, wovon Levi noch mit einem Stück kämpft, fällt Eren etwas auf „Du hast ja mal Appetit, das ist gut. Vielleicht wecke ich deinen Appetit ja so" meint er nachdenklich und reibt sich das Kinn, bevor Levi versucht sich die Faust in den Mund zu stecken, weil dort Salami ist. „Du bist wirklich süß, aber ich hoffe, dass du wieder du wirst" haucht Eren leise und schluckt bedrückt, bevor er wieder von dem kleinen umarmt wird, welcher Eren einfach seine kleine Hand in den Mund steckt „Salami. Ess" meint er ernst und zuckend isst Eren sie „Mh... So jung und schon so dominant" meint er lachend und drückt den kleinen Fratz wieder an sich. Er liebt ihn wirklich und es ist schön diese Seite von Levi kennenzulernen, aber trotzdem will er seinen Levi wiederhaben, den er so unsterblich liebt. Immerhin weiß er auch nicht, wie lang er den kleinen noch anlügen kann, im Bezug auf dessen Mutter. Da kleine Kinder nie schlafen wollen, protestiert klein Levi ebenfalls und tapst in der Wohnung herum, um noch mehr Putzsachen, wie einen kleinen Handbesen, ein Swiffer Tuch und einen Eimer einzusammeln und damit zu spielen. Eren macht natürlich mit, aber irgendwann um 4 Uhr morgens, schlafen die beiden eingekuschelt aneinander, auf dem Boden liegend ein.


Eren hat schuldbewusste Albträume und er betet auch, dass Levi sich an das alles niemals erinnert! Sonst ist Eren einen Kopf kürzer...

Mein himmlisch unfreundlicher Butler [Riren]Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt