Als der Zug losfuhr begab ich mich auf die Suche nach einem freien Abteil. Dies war leichter gesagt als getan, da im schmalen Gang des wirklich wunderschönen Zuges nicht gerade wenig Leute unterwegs waren, die den ganzen Zug nach ihren Freunden absuchten und sobald sie diese gefunden hatten der Meinung waren sie müssen diese auch noch auf den Gang zerren um sie dort lautstark zu begrüßen und den Weg für die Anderen, beziehungsweise mich, noch etwas länger zu versperren. Verständlicherweise war ich überglücklich als ich endlich ein leeres Abteil ziemlich am Ende des Zuges fand und somit nicht mehr mit meinem überdimensionalen Koffer durch die Gegend zu stolpern, da der Zug während der ganzen Abteilsuche schon fuhr.
Als ich meinen Koffer in die Ablage gestellt und mich in das Buch Zaubertränke für Fortgeschrittene (ich hatte es mittlerweile so oft durchgelesen, dass ich, irgendwann ziemlich am Ende der Ferien, begonnen hatte es zu korrigieren um den Tränken den perfekten letzten Schliff zu verpassen und sie so wirkungsvoller zu machen).
Ich kritzelte also wieder mit meiner Feder im Buch herum, als die Abteiltür von einem großen Jungen mit einer Brille und schwarzen Haaren, die aussahen als hätte er aus Versehen im eine Steckdose gegriffen und dies nicht gemerkt hätte, und haselnussbraunen Augen, aufgerissen. Besagter Junge fragte an mich gewandt: ,,Ist hier noch frei? Der ganze restliche Zug ist voll." ,,Klar." ,antwortete ich (total vorbildlich) und ehe ich mich versah stehen schon der Junge mit den Steckdosenhaaren und drei Andere, wahrscheinlich seine Freunde im Abteil und verstauen ihre Koffer ebenfalls in der Ablage.
Währenddessen habe ich ein Bisschen Zeit sie zu mustern: Der Zweite hatte ebenfalls schwarze Haare, jedoch längere als der erste und sturmgraue Augen. Er sah wirklich gut aus. Der Dritte hatte blondes Haar und blaue Augen. Bei genauem hinsehen entdeckte ich auch einige feine Narben im Gesicht. Der Vierte war etwas unscheinbar und klein. Mann konnte ihn nicht direkt als dick bezeichnen aber er war nicht so gut gebaut wie die Anderen drei. Er hatte wässrig blaue Augen und braune Haare.
Als sie endlich ihre Koffer verstaut hatten meinte der Blonde: ,,Ich bin Remus Lupin, das sind James Potter, Sirius Black und Peter Pettigrew." ,,Ich bin Samantha Morgan, freut mich." ,antwortete ich. ,,Ich habe dich noch nie hier gesehen. Du bist neu hier oder?" ,fragte mich auch sogleich der Junge mit den Steckdosenhaaren. Ich glaube er hieß James. ,,Ja, ich hatte vorher Privatunterricht und da wir von Frankreich hier her gezogen sind komme ich nach Hogwarts." ,war meine Antwort auf seine Frage. Der Junge, der von Remus als Sirius Black vorgestellt wurde fragte nun sehr interessiert: ,,Und wieso hast du hier keinen Privatunterricht mehr?" ,,Weil ich schon immer in eine normale Schule gehen wollte, jedoch war Beaxbattons meinen Eltern zu Schwarzmagisch." Dies war nicht mal ganz gelogen aber die Wahrheit konnte ich ihnen ja schlecht sagen.
Damit war das Gespräch für mich beendet und ich kritzelte wieder fröhlich in meinem Buch herum. Nach einiger Zeit nahm mir einfach Sirius das Buch aus der Hand und fragte: ,,Was schreibst denn du die ganze Zeit? Flubberwürmer nicht klein hacken sondern auspressen? Halbe Efeublätter und keine Ganzen hinzugeben? Nicht viermal im Uhrzeigersinn rühren sondern nur dreimal und einmal gegen den Uhrzeigersinn? Was meinst du damit?" ,,Naja, wenn man es so macht wird das Ergebnis nachher viel besser." sagte ich als wäre es das Normalste der ganzen Welt. ,,Und das weißt du weil...?" ,wollte nun auch Remus wissen. ,,Weil ich die Wirkung der Tränke genau analysiert habe und so die Zutaten besser anpassen kann." ,,Krass" ,war alles, was die Beiden dazu noch zu sagen hatten.
Als wir dann endlich am Bahnhof in Hogsmead ankamen, stand dort schon ein großer, bärtiger Mann. Und wenn ich sage groß, dann meine ich wirklich GROSS. Dieser rief die ganze Zeit: ,,Erstklässler zu mir!" oder so was in der Art, denn obwohl er ziemlich laut rief, übertönte der Lärm am Bahnhof seine Stimme fast gänzlich. Ihr könnt euch also vorstellen wie laut es dort war. Um dem ganzen Lärm zu entfliehen, machte ich mich auf den Weg zu den Kutschen, welche von Thesteralen gezogen wurden. Ich wusste selbst nicht genau wiso ich sie sehen konnte, da man sie bekanntlich nur sehen konnte, wenn man schon mal jemanden sterben sah. Meines Wissens nach habe ich niemals jemanden sterben sehen, dennoch konnte ich die wunderschönen Tiere sehen.
Bis ich endlich bei den Kutschen ankam, waren alle, bis auf 2 schon zum Schloss gefahren. Eine der zwei Kutschen war schon voll. Deshalb stiege ich in die leere ein und kurze Zeit später kamen noch zwei Mädchen in meinem Alter dazu. Das eine hatte feuerrote Haare und wunderschöne smaragdgrüne Augen. ,,Oh, hi. Wir haben dich gar nicht bemerkt. Ich bin Lily Evans Vertrauensschülerin von Gryffindor. Das ist Alice Prewett", sagte sie und zeigte auf das Andere Mädchen. Sie hatte schwarzes Haar und braune Augen. In diesem Moment fuhr die Kutsche los und ich konnte zum ersten Mal Hogwarts sehen. Es thronte auf einem riesigen Felsen und war einfach atemberaubend schön. Ich hatte zwar im Buch: 'Eine Geschichte Hogwarts' schon unzählige Bilder gesehen, doch in echt war es noch pompöser.
Als wir dann in der Schule ankamen, begrüßte mich schon eine streng aussehende ältere Frau, welche sich als Professor McGonegall, Hauslehrerin von Gryffindor, vorstellte und mich kurzerhand zum Schulleiterbüro führte. Als wir bei einem Wasserspeier ankamen, rief sie ihm schon von weitem: ,, Zitronenbonbon" zu. Der Wasserspeier verschwand und eine wunderschöne Wendeltreppe kam zum Vorschein. Professor McGonegall führte mich die Treppe hinauf, in einen runden Raum. Dieser war vollgestellt mit zahlreichen Aperaturen, welche komische Geräusche von sich gaben. Dies war also das Büro des sagenumwobenen Albus Dumbledore. Und ich behielt recht, denn genannter saß auf einem Stuhl hinter seinem Schreibtisch.
Eben genannter stand nun auf und wandte sich an die Professorin, welche immer noch vor mir stand und sagte: ,, Vielen Dank Minerva, dass du Miss Morgan zu mir gebracht hast, aber ich denke, die Erstklässler warten auf dich." ,, Selbstverständlich" ,antwortete die Angesprochene und war einen Augenblick später verschwunden.
Nun wandte sich der Professor mir zu und meinte:,,Ich bin Professor Dumbledore, aber nenn' mich doch Albus. Ich freue mich nach so vielen Jahren die Lilie persönlich kennen zu lernen. Aber sag: wie geht es deinen Eltern." Ich war erstaunt über seine Freundlichkeit, da ich wusste dass er der Phönix und somit auch einer der mächtigsten Männer der Zaubererwelt war. Dennoch setzte ich ein Lächeln auf und antwortete: ,,Sehr gut Albus, danke der Nachfrage. Doch sagen Sie, wie werde ich jetzt eingeteilt?" Er ging nicht auf meine Frage ein, sondern grinste nur verschwörerisch und holte einen alten geflickten Hut von einem seiner Regale. Er deutete auf einen Stuhl vor seinem Schreibtisch, auf den ich mich setzte und dann setzte er mir den Hut auf, welcher mir auch sogleich über die Augen rutschte.
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Das Leben der Lilie (Rumtreiberzeit)
FanfictionSeit langer Zeit gibt es in der Welt der Hexen und Zauberer eine Geheimorganisation. Fast alle Reinblüter und Halbblüter haben schon einmal davon gehört, jedoch denken alle, die nicht Teil der Organisation sind, dass diese nur ein Märchen ist, dass...
