Das Ende?

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Meine Augen waren geweitet und ich war vollkommen erstarrt.
Er glaubte mir nicht.
Ich schluckte, dann atmete ich ein letztes Mal ein und drehte mich selbstbewusst zu Kaname Kurran herum.
Finster blickte er mich an und bevor er ganz in der Dunkelheit der Bäume verschwand, waren seine letzten Worte an mich:
„Spiel ruhig weiter deine Spielchen, lange wirst du sie nicht durchhalten, Mädchen!"
Verwundert und verunsichert ließ ich den Reinblütigen seines Weges gehen.
Was meinte er nur damit?
Wusste er wer ich war?
Nun konnte ich mich wieder auf mein momentanes Problem konzentrieren, das Amulett hatte mich verwandelt.
Wie konnte das nur möglich sein?
Ich war wie ausgewechselt, eine andere Person.
Ich griff zu meinem Medaillon am Hals und schlug es auf.
Das Mädchen mit den dunkel violetten Haaren war noch an seinem Platz, aber die andere Hälfte wurde von einem blonden Mädchen geprägt.
Konnte ich etwa meine Identität wechseln?
Nein. Das war unmöglich und doch wurde ich eben vom Gegenteil überzeugt.
Ich betrachtete mich abermals von Oben bis Unten. Es war faszinierend zu sehen, wie anders ich doch aussah.
Trotzdem kam mir ein Gedanke.
Hatte sich mein Gesicht verändert?
Wenn Ja, dann war ich absolut fremd gewesen für Kaname.
Wenn Nein, dann könnte man mich unter Umständen erkennen.
Ich beschloss es gleich herauszufinden.
Mit einem Sprung landete ich auf dem Waldboden und rannte sofort in eine mir unbekannte Richtung.
Es dauerte nicht lange, da erreichte ich einen kleinen See.
Ich wusste zwar nicht, dass der Wald überhaupt einen See hatte, aber ich hatte es so eine Ahnung.
Sofort stürmte ich ans Ufer und betrachtete mein Spiegelbild im klaren Wasser.
Das gibt es doch nicht, seufzte ich und berührte verblüfft mein Gesicht.
Von der Form und der Farbe war es das gleiche, allerdings hatte ich eine andere Augenfarbe, dunkelbraun um genau zu sein und außerdem besaß ich schmalere Lippen. Ein Halbmond Symbol zeichnete sich hinter meiner Wange nieder.
Ich denke es ist eine Art Tattoo.
Zu dem war ich auch noch blasser als normalerweise.
Faszinierend strich ich mir durch meine Haare, sie fühlten sich ganz anders an.
Ein Lächeln zuckte aus meinem Mundwinkel, dann lachte ich.

Es dunkelte bereits, als ich mich auf den Weg zurück ins Wohnhaus machte.
Kurz bevor ich den Wald verließ fuhr ich mir noch ein letztes Mal durch diese wunderschönen langen Haare.
Dann öffnete ich das Medaillon und betrachte das blonde Mädchen.
So schloss ich meine Augen und stellte sie mir bildlich vor.
Langsam hoben sich meine Lieder und man sah bereits an den Schuhen und den langen Strümpfen, dass es wieder funktioniert hatte.
Erschöpft machte ich mich auf den Weg in mein Zimmer.
Ich hatte gerade den Wald verlassen, als ich innerhalb von nur zwei Sekunden zu Boden gerissen worden bin.
Stöhnend und unsanft prallte ich auf den Asphalt. Sauer schenkte ich meinem Peiniger einen hasserfüllten Blick.
„Was hast du hier draußen verloren, Bestie?!" schrie mich jemand an.
Dann hörte ich das Entsichern einer Waffe.
Dieses Geräusch hatte ich in meinem Leben schon öfters gehört, also wusste ich genau, dass ich in Gefahr war.
Leider Gottes konnte ich meinen Gegenüber nicht erkennen, da er mir mit einer ziemlich hellen Taschenlampe ins Gesicht leuchtete.
„Du wirst hier nicht dein Unwesen treiben!" ertönte die donnernde Stimme.
Bevor ich mich überhaupt bewegen konnte, ertönte ein Schuss und ich schrie.  

Vampire Knight - SuriWo Geschichten leben. Entdecke jetzt