Der Lebenssaft floss durch jeden Teil meines Körpers. Meine Venen nährten sich von ihm und ich spürte, wie mich eine Welle von enormer Energie durchfuhr. Gierig biss ich heftiger zu. Ich fühlte, wie meine Hand sich erholte und bewegte die Finger einzeln. Der Schmerz war weg, als hätte es ihn nie gegeben. Ich spürte, dass ich in wenigen Sekunden die Schwelle des Rausches übertreten würde. Wenn dies geschah, dann war ich außer Kontrolle, denn dann konnte mich nur noch der Tod stoppen. Noch bevor ich länger darüber nachdenken konnte, wurde ich mit einem heftigen Ruck von Zero weggezogen. Irritiert sah ich ihn an. Er hatte mich unterbrochen. Überrascht betrachtete ich ihn genauer und mir wurde bewusst, dass er sehr erschöpft aussah.
Ich musste ihm sehr zugesetzt haben.
Schuldgefühle kamen in mir hoch. Ich wollte nicht, dass es ihm schlecht ging, nur damit ich mich besser fühlte.
„Zero", setzte ich an, aber er sah nur keuchend zur Seite.
Ich wollte ihm meine Hand auf die Schulter legen, als ich die tief klaffende Wunde an seinem Hals erblickte. Es sah aus, als wäre er beinahe zerfetzt worden.
Was sollte ich tun?
Er hatte mir geholfen, ohne ihn würde ich nicht mehr leben.
Und dann, ganz plötzlich, wusste ich, was zu tun war.
Zweimal formte ich meine geheilte Hand zu einer Faust, dann band ich mir einen lockeren Zopf und legte meinen Hals frei. Ich strich sanft über ihn und spürte, dass sich Zeros Verlangen nach Blut an den Tag kämpfte.
„Nicht", keuchte er und wollte sich wegdrehen, aber ich hielt ihn fest.
„Du hast mir geholfen, jetzt helfe ich dir. Mein Blut wird dir mehr als gut tun. Es wird deine Verwandlung verzögern."
Angestrengt sah er mich an und ich kam noch näher zu ihm. Ich blickte zur Seite und gab ihm zu verstehen, dass er seinem Verlangen nachgeben durfte.
Keine Sekunde später kam sein Gesicht nah an meins heran. Er sah mich ein letztes Mal an und als ich nickte, vergrub er seine Reißzähne in meinem Hals.
Ein leichter, aber angenehmer Schmerz durchfuhr mich kurz und dann spürte ich, wie dringend Zero mein Blut brauchte. Er konnte sich kaum beherrschen und zwang sich schließlich zu einer Unterbrechung. Mit seinen intensiven Augen blickte er mich an. Da war plötzlich ein Gefühl, das uns verband. Wir verstanden den jeweils anderen.
Blut war wie eine Droge, am Anfang war es angenehm und eine unglaubliche Erfahrung, doch umso intensiver sie wirkte, bzw. umso intensiver sie eingenommen wurde, desto härter schlug sie zurück in Form eines Rausches mit Kontrollverlust.
Ich wusste nicht, was mich überkam, aber plötzlich verspürte ich das dringende Verlangen mit Zero zu verschmelzen. Das schien ihm ähnlich zu gehen, denn von einem auf den anderen Moment pressten wir unsere blutigen Lippen aufeinander. Ein Hochgefühl durchfuhr meinen Körper und ich wollte mehr. Er hielt meine Hüfte und fuhr mit seiner Hand unter meinen Pullover. Seine Hand auf meiner Haut zu spüren, brachte mich dazu sein Hemd aufzuknöpfen. Mit einer gekonnten Bewegung streifte ich es ihm den Rücken herunter und er zog es sich aus. Das gleiche passierte mit meinem Pullover. Zwischen dem Verschmelzen unserer Lippen und dem Ausziehen von Kleidungsstücken, vergruben wir uns gegenseitig beim anderen, um Blut zu konsumieren, damit der Rausch, in dem wir uns befanden, nicht endete.
„Na klar, was sonst", ertönte plötzlich eine Stimme und wir wurden abrupt unterbrochen.
Verwirrt und noch nicht ganz klar im Kopf, sah ich zum Gang, aus welchem die Stimme zu kommen schien.
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Vampire Knight - Suri
WampirySuri, eine hübsche blond gelockte und junge Day Class Schülerin kommt neu an die Academy. Eigentlich sollten Day Class Schüler nicht das geringste über Vampire wissen. Doch Suri weiß Bescheid. Sie hasst Vampire über alles. Sie hasst sich selber! Den...
