Die Wahrheit über das Medaillon

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In meinem Kopf fand ein völliges Durcheinander statt. Meine Gedanken ließen sich nicht mehr ordnen. Mir wurde schwindelig. Ich musste hier weg und zwar sofort. Völlig fertig ließ ich Kaname stehen und flüchtete auf die Toiletten.
In meinem Kopf drehte sich alles. Ich schaffte es nicht mich zu beruhigen.
Was war nur mit mir los, verdammt?
Ich hatte jemanden auf dem Oktoberball ermordet.
Mein Herz klopfte wie wild.
Mit einer Faust zertrümmerte ich den Spiegel.
Verdammt!
Gedanken kreisten in mir. Chaos herrschte in meinem Kopf.
„Na na, heute sind wir sehr gereizt, kleine Lady?"
Erschrocken fuhr ich herum.
„Was willst du hier?" fauchte ich.
Er bewegte sich auf mich zu.
„Du hast mich zerstört" schrie ich und hoffte der abtrünnige Reinblüter würde stehen bleiben.
„Ich habe dich lediglich stärker gemacht, Liebes" entgegnete er gelassen und strich mit seiner kalten Hand über meine Wange.
„Ich habe jemanden getötet" schrie ich weiter und schlug seine Hand von meinem Gesicht.
Er begann zu lachen und amüsierte sich prächtig.
„Das kann jedem mal passieren" antwortete Rido.
„Nein, das tun nur Monster!"
Ich zählte mich ebenfalls zu solchen Monstern. Dann fiel mir die Erinnerung wieder ein.
„Vorhin habe ich was gesehen, eine Erinnerung an meine Eltern, aber ich kannte diese Personen überhaupt nicht. Wer waren diese Leute?" sagte ich und spürte wie das Blut von meiner Hand auf den Boden tropfte.
Das war auch Rido nicht entgangen. Er betrachtete meine Wunde.
„Das waren Einblicke in deine Vergangenheit bevor du zu deinen Adoptiveltern gebracht wurdest."
Ich riss meine Augen auf. Mein Herz setzte einen Augenblick lang aus.
„Meine Adoptiveltern?" entwich es mir fassungslos.
Rido nickte, dabei ließ er meine Wunde nicht aus den Augen.
„Du lügst" rief ich entsetzt.
Ridos Blick wurde ernst.
„Ich habe deine Adoptiveltern ermordet, nachdem ich gesehen habe wie sie dich behandelten."
Mir blieb die Luft weg.
Ungläubig starrte ich ihn an. Er musste lügen, das konnte nicht die Wahrheit sein. Niemals konnte er aus Sorge oder Liebe oder Menschlichkeit gehandelt haben.
Wütend ließ ich ihn stehen und schlug die Tür hinter mir zu. Durch einen Umweg gelangte ich auf den Schulhof. Ich wollte weg. In den Wald oder wo auch immer ich sicher vor allen anderen war.
Meine Wunde verheilte schon und schmerzte auch nicht mehr. Reinblüterblut stärkte mich so enorm.
In meinem Kopf herrschte Chaos und ich konnte mir keine Meinung, geschweige denn ein Bild von dem Ganzen machen.
„Ich bin nicht ohne Grund hier" hörte ich Rido rufen.
Jetzt reichte es.
Wütend drehte ich mich um und legte meine Hand fest um seine Kehle .
„Hör auf Lügen zu erzählen" schrie ich.
Aber ich hatte nicht mit seiner Kraft gerechnet. Schneller als ich jemals war, griff er meine Hand an seinem Hals und drehte sie um, sodass mein Handknochen zu brechen anfing.
Ich schrie, doch Rido hielt mit seiner anderen Hand meinen Mund zu, damit uns niemand hören konnte. Und wäre das noch nicht Schmerz genug, rammte er seine Hand in meinen Brustkorb und ich spürte wie er mein Herz umschloss. Blut floss aus meinem Mund und ich konnte kaum atmen.
„Du bist nur Mittel zum Zweck, merk dir das" flüsterte Rido und umschloss mein Herz noch fester.
Da war es.
Das Licht.
Doch plötzlich hörte ich eine Stimme meinen Namen rufen.
Sofort verschwand Rido und ich sank schwach auf den Boden.
„Ach du meine Güte" rief die Stimme.
Ich war zu schwach um irgendwas zu antworten. Doch dann spürte ich, wie sich meine Verletzungen regenerierten und ich wieder an Kraft gewann.
So schlug ich meine Augen auf und sah eine geschockte Yuki.
„Mir geht es gut" versuchte ich sie abzuwehren, aber Yuki ließ sich nichts sagen, sie drehte sich um und wollte Hilfe holen, als sie Kaname zwischen den anderen Partygästen entdeckte. Er war anscheinend nach draußen gekommen, um den Blutgeruch zu untersuchen.
Sofort rief sie nach ihm und er schenkte uns seine Aufmerksamkeit.
Als er uns erreichte, sah er meinen Blutverlust und auch, dass ich nirgends eine Wunde hatte.
„Kaname, wir müssen ihr helfen" sagte Yuki und ignorierte meine ~Ich-brauche-keine-Hilfe~ Rufe.
Ohne seine Miene zu verziehen hockte er sich zu mir und streckte seine Hand nach mir aus.
Verwirrt zuckte ich zurück, als er mein Gesicht berührte.
„Yuki, geh wieder rein, ich kümmere mich um sie. Halt die anderen Night Class Schüler von uns fern" sagte er kalt und schon lief mir ein Schauer über den Rücken.
Yuki nickte und machte sich davon.
„Was ist mit Euch geschehen?"
Ich schwieg und drehte mich von ihm weg. Mein Blick galt dem düsteren Wald. Ich konnte ihm ja schlecht von seinem abtrünnigen Onkel erzählen, der mich beinahe ermordet hätte.
„Was wollt Ihr eigentlich von mir?" flüsterte ich leise, war mir aber sicher, dass er mich hören konnte.
Er hielt mir stumm seine Hand hin und er half mir beim Aufstehen.
„Wir sind uns schon einige Male begegnet" begann er zu erzählen.
Langsam drehte ich mich zu ihm um.
„Als ich Euch das erste Mal hier an der Academy sah, wusste ich, dass ich Euch kenne."
Ich schluckte.
„Vor ein paar Jahren auf einer besonderen Veranstaltung des Senats sind wir uns das erste Mal begegnet." sprach er ruhig weiter.
„Ich weiß nicht wovon Ihr sprecht" hörte ich mich kalt sagen.
Kaname hatte sich nun ebenfalls aufgerichtet und kam näher.
„Ihr wisst genau wovon ich spreche. Ihr kennt mein Geheimnis und das der Night Class, weil Ihr seid wie wir. Ich habe Euch auf mehreren Bällen des Senats gesehen."
Ich wusste nicht mehr weiter. Er wusste längst, dass ich ein Vampir war. Er hatte sich an die Senatsveranstaltungen erinnert.
Was sollte ich tun?
Noch bevor ich was sagen konnte, ergriff er das Wort und strich mir dabei eine Strähne hinters Ohr.
„Ich denke Ihr solltet Euch ausruhen, Prinzessin."
Dann verschwand der Reinblüter.
Prinzessin?
Ich glaube ich sah noch nie verdutzter aus, als in diesem Moment.
Doch plötzlich kam mir ein fast verdrängter Gedanke.
Das tote Senatsmitglied lag noch auf dem Dach. Dort konnte ich es nicht liegen lassen. Durch das Schulgebäude und dessen Treppenhaus zum Schuldach gelangte ich an die frische Luft.
Der tote Mann lag erstarrt auf dem Boden. Ich seufzte. Irgendeiner musste ja die Drecksarbeit machen. Bevor ich mit der Arbeit begann, spürte ich einen Windhauch hinter mir. Schnell drehte ich mich um und lächelte.
„Du hast mich zwar nicht gerufen, aber ich dachte du könntest ein bisschen Unterstützung gebrauchen." sprach der kleine Vampir und stopfte sein Magazin in den Mantel.
„Aidan, du musst mir helfen. Es war ein anstrengender Tag."
Zusammen schleppten wir die Leiche in den Wald und schaufelten ein Grab. Und damit das wirklich einer der schlimmsten Tage in meinem Leben wurde, fing es an in Strömen zu regnen.

Die nächsten Schultage vergingen nur sehr langsam und auch des öfteren musste ich Yuki bestätigen, dass das Blut welches sie gesehen hatte nur ein Fake war. Diese Idee hatte ich von Aidan und ich war auch so froh, dass er mir geholfen hatte. Mittlerweile sind die Herbstferien angebrochen und Romilda hatte mir angeboten, dass ich diese in der Villa ihrer Eltern verbringen konnte. Da ich keine Eltern mehr hatte und ich nicht alleine in der Academy zurück bleiben wollte, willigte ich ein. Sie lud außerdem auch Jara, Malin und Aurora ein.
Dementsprechend befand mich ich jetzt auf dem Anwesen der Valentines. Sie wohnten in einer Gegend, welche komplett aus Villen aller Art bestand. Das heißt neben Romildas Anwesen grenzte das nächste große Grundstück und neben diesem ein weiteres.
Romildas Eltern waren unglaublich nett und hatten für jedes von uns Mädchen ein eigenes Zimmer mit Bad herrichten lassen.
Nachdem ich die ersten Tage mit den Mädchen shoppen war, wollte ich den heutigen Tag für mich nutzen.
So schnappte ich mir meinen altrosa Mantel, welchen Romilda mir geschenkt hatte und setzte eine weiße Mütze auf.
Ich schlenderte die Straßen entlang und beobachtete andere Familien beim Spielen mit ihren Kindern oder bei der Gartenarbeit. Bevor ich die Straße zur Innenstadt einschlug blieb ich an der Gabelung stehen.
Die Nebenstraße führte laut Romilda zu einer alten kleinen Kathedrale, welche sich im Wald auf einem Hügel befand. Sie war wohl verlassen und keiner kümmerte sich mehr um sie.
Obwohl ich kurz mit dem Gedanken spielte die Kirche zu besuchen, entschied ich weiter in die Innenstadt zu laufen.
Doch als ich der Kirche den Rücken kehrte, spürte ich einen Druck an meinem Hals. Sofort glitten meine Hände zur besagten Stelle und ich blickte auf mein Medaillon. Es schwebte in der Luft und führte mich durch Ziehen in die Richtung der Kathedrale.
Sollte ich es wirklich wagen?
Jede Faser meines Körpers sagte mir es würde etwas passieren. Dennoch machte ich kehrt und begab mich in Richtung des Waldes. Als ich eine Weile lief, entschied ich außerdem mich in meinen Doppelgänger zu verwandeln und zwar nicht in die Schwarzhaarige, sondern in das Mädchen mit den Violetten Haaren. Zumindest hatte ich ein besseres Bauchgefühl, nachdem meine Haare lang, anders farbig und zu einem Zopf gebunden meine Schulter runter fielen. Vielleicht war das ein Vorteil.
Es dauerte nicht mehr lange, da erreichte ich mein Ziel. Aber schon von weitem hörte ich, dass etwas nicht stimmte. Ich konnte Schreie und Kampfgeräusche wahrnehmen und sofort rannte ich zum Gebäude. Es musste schon eine ziemlich alte Kirche sein, denn das Gemäuer war an vielen Stellen von Moos überzogen und die Fenster hatten keine Gläser mehr.
Ich presste mich gegen die schwere Holztür und gelangte ins Innere.
Mein Herz schlug schnell und ich war nervös.
Was würde mich wohl erwarten?
In einem kleinen Vorraum konnte ich einige Menschen tot und verletzt auf dem Boden liegen sehen. Mir war sofort klar, dass es Hunter sein mussten. Ich erkannte sie an der Uniform und den Waffen. Es waren junge Hunter in ihrer Ausbildung.
Da war mir klar, dass die Kirche ein Versteck für Level- E Vampire war. Die Hunter mussten sie irgendwie aufgespürt haben.
Schnell steckte ich eine Pistole in meine Hose und nahm ein Schwert auf. Beide Waffen waren aus einem besonderen Material, welches erlaubte Vampire zu töten. Dann zog ich den Mantel und die Mütze aus, damit diese nicht beschmutzt werden konnten.

Leise schlich ich mich in die große Halle und konnte eine Menge Vampire ausmachen, hingegen aber nur noch 5 Hunter unter anderem Lennox. Sofort wurde mir warm ums Herz. Ich mochte ihn und deswegen musste ich ihm jetzt helfen.
Da ich schon öfters Waffen benutzt hatte, wusste auch genau worauf ich mich einließ. Ich atmete tief ein und aus, dann war ich bereit.
Ich schlug mit dem Schwert gegen die Säule, um die Aufmerksamkeit auf mich zu lenken.
Sofort reagierten die Vampire darauf und schienen etwas erschrocken zu sein noch einen Hunter zu sehen.
Der Schock saß nur kurz, binnen weniger Sekunden stürzte sich der Erste auf mich. Ich holte mit dem Schwert aus und duckte mich, während der Säbel die Knie vom restlichen Körper abtrennte.
Ein grausamer Schrei und das Biest lag auf dem Boden und wälzte sich vor Schmerzen.
Doch schon stürmte der nächste Vampir auf mich zu. Dieses Mal rannte ich ihm entgegen. Seine Klauen trafen auf das Schwert, doch es hielt stand. Und aus den Augenwinkeln konnte ich erkennen, dass ein weiterer Vampir von hinten angreifen wollte.
Also drückte ich mit voller Kraft gegen die Vampir Lady und konnte sie zum rückwärts Taumeln bringen. So schnell ich konnte drehte ich das Schwert ohne mich umzudrehen und rammte es in den Vampir hinter mich, welcher mit einem grausamen Schrei leblos zu Boden sank.
Doch vor mir war immer noch die Vampir Lady, welche sich wieder aufgerappelt hatte.
Dieses Mal zückte ich den Revolver und drückte ab.
Der Schuss zerfetzte sie.

„Vielen Dank für deine Hilfe! Ohne dich wäre das unser Ende gewesen" sprach Lennox und kratzte sich verlegen am Hinterkopf.
Ich nickte knapp und sah wie die restlichen Hunter ihren Freunden halfen.
„Ich bin übrigens Lennox. Du hast ganz schön was drauf. Was hältst du davon, wenn ich beim Hunterverband ein gutes Wort für dich einlege? " fragte er und lächelte.
Ich blickte verblüfft drein.
Das ist doch immer mein Wunsch gewesen.
„Wir könnten jemanden wie dich gut gebrauchen."
„Mein Name ist Shinoa" log ich, denn sonst würde Lennox mich vielleicht erkennen. Shinoa war der Name meiner ersten Katze, die ich über alles geliebt hatte.
„Schöner Name. Sag mir Shinoa, was hältst du von meinem Angebot?"
Ich nickte und lächelte zurück.
„Ich finde es toll. Aber ich glaube es gibt ein großes Problem bei der Sache" begann ich.
„Ich stamme aus keiner Hunter Familie. Ich bin nicht mit dieser Aufgabe aufgewachsen."
Lennox nickte.
„Ich auch nicht. Der Hunterverband hat veranlasst, dass alle eine Ausbildung zum Hunter machen dürfen, wenn sie die drei Prüfungen bestehen. Da meine Familie auch keine reine Hunter Familie ist, sondern nur ich diesen Drang habe Gerechtigkeit und Ordnung in diese Welt zu bringen, habe ich mich den drei Prüfungen gestellt. Jetzt bin ich in meinem letzten Ausbildungsjahr. Du kannst das auch schaffen. Wann immer du willst, kannst du zum Sitz des Verbands kommen."
Ich nickte skeptisch. Dann reichte er mir seine Hand zum Dank und ich schlug ein. Danach gab ich den Huntern ihre Waffen zurück und schnappte mir mein Hab und Gut.

Erschöpft von der Anstrengung verwandelte ich mich im Wald zurück. Der Nachmittag war bereits vergangen, es dunkelte bereits ein bisschen. Trotzdem wollte ich noch nicht zu Romilda. Ich wollte die Ereignisse der letzten Wochen ein wenig verarbeiten. Auch wenn ich immer noch im 'Reichenviertel' umher spazierte, waren viele Herrenhäuser ziemlich heruntergekommen. Manche waren komplett verfallen und andere brauchten nur wieder einen neuen Anstrich. Eines der Anwesen gefiel mir wirklich besonders gut. Es hatte vor seiner Eingangstür vier große graue Säulen und wirkte wie ein Tempel. Außerdem erstreckte sich ein großer Garten über das Gelände. Man musste erst einen Weg bis zum Haus langgehen, ehe man das eigentliche Anwesen betreten konnte.
Kurz blieb ich am Zaun stehen und stellte mir vor, wie es wäre solch ein Anwesen zu bewohnen. Da hörte ich ein Auto aufheulen, welches vor genau diesem Gebäude hielt. Es war eine schwarze Limousine und ich wusste sofort, dass sie dem Senat angehörte, denn so einen Wagen hatte ich bereits bei Senatsveranstaltungen gesehen. Deshalb drehte ich mich schnell wieder zum Haus, damit der Senat mich nicht erkennen konnte.


„Zu dieser Stunde wandert Ihr noch umher?" hörte ich eine ruhige Stimme sagen.
Ich fuhr herum. Aus dem Wagen war kein Senatsmitglied gestiegen, sondern Kaname Kuran.
Voller Ehrfurcht wich ich einen Schritt zurück und senkte meinen Blick gen Boden.
„Ich bin hier nur zu Besuch" antwortete ich.
Als er näher kam, blickte ich ihm in die Augen. Sie wirkten beruhigend und sanftmütig.
„Das Anwesen gehört mir. Ich würde mich über Eure Gesellschaft freuen" sagte er und öffnete mir das Tor. Unsicher sah ich zum Anwesen und dann in die Richtung, die ich eigentlich angestrebt hatte. Doch irgendetwas an seiner Art faszinierte mich. Er war so geheimnisvoll und wirkte doch so edelmütig.
Ich schluckte und kam der Einladung nach.
Was wollte er wohl von mir?
Und was wollte ich von ihm?
Ständig kam ich seinen Bitten oder Aufforderungen nach. Immer wenn er in meiner Nähe war, konnte ich mich nicht kontrollieren.
Nachdem ich im großen Flur stand und still die Einrichtung bewunderte, erschreckte mich eine fremde Stimme.
„Was machst du denn hier?"
Ich sah zu einer breiten Treppe, auf welcher Aido stand und die Stirn runzelte.
„Ich wurde eingeladen" sagte ich knapp und wurde leicht rot.
„Aido, sag den anderen Bescheid, dass wir Besuch haben und dass ich nicht gestört werden möchte."
Aido nickte und machte sich verdutzt auf den Weg.
Kaname bat mich in einen Salon mit einem Sofa und einem Sessel. Außerdem loderte ein Feuer im Kamin. Erst jetzt fiel mir auf, wie kalt es eigentlich gewesen war und wie angenehm die Wärme des Feuers den Raum aufheizte.
„Die anderen?" fragte ich als ich mich auf das Sofa setzte und den Mantel neben mich legte.
„Das ist der Nachlass meiner Familie. Ich habe gern Gesellschaft. Wann immer es möglich ist, sind die anderen Night Class Schüler auch hier" antwortete er und setzte sich neben mich.
Bis auf das Knacken des Feuers war nichts zu hören.
„Wisst Ihr eigentlich was Ihr da tragt?" durchbrach Kaname die Stille.
Er zeigte auf mein Medaillon. Ich nickte verlegen, schließlich war es ein Erbstück der Familie Kuran.
„Ich habe es seit ich Denken kann" versuchte ich mich zu verteidigen und umschloss das Schmuckstück.
„Ich habe es nicht gestohlen" schwor ich und sah Kaname an.
Er lächelte leicht.
„Ich weiß. Ich habe es Euch geschenkt, zum Zeichen unserer Verlobung" sagte er sanft.
„Wie bitte?" schrie ich laut und fiel aus allen Wolken.  

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