P.o.V Jeongin
"Also es ist niemand hier, so wie's aussieht. Wollen wir dann vielleicht wieder gehen...?" Ich wollte wirklich nicht mehr in diesem Spuckhaus sein, weil mir das ganze mit jeder Sekunde seltsamer vorkam. Wir hatten uns im gesamten Erdgeschoss umgesehen und ich betete nur, er würde nicht noch nach oben gehen.
Falsch gedacht...
"Was sagst du da? Wir waren doch noch gar nicht oben", meinte er mit immer noch der gleichen Begeisterung. Er war also immer noch davon überzeugt, das ganze wäre nur ein Scherz, ein Hirngespinst, eine erfundene Geschichte. Aber warum sollte die Polizei sich so etwas derartiges ausdenken? Welche Absicht könnte dahinter stecken? Das würde keinen Sinn ergeben...
"Warte! Willst du wirklich hoch gehen?" Er stand schon auf der ersten Treppenstufe. "Natürlich! Du kannst ja unten bleiben, wenn du Schiss hast." Ein verächtliches Lächeln schlich sich auf seine Lippen. In dem Moment war es mir egal, was er von mir dachte. Ich blieb unten, während er die Stufen langsam nach oben schlich.
Er fing an, irgendetwas zu mir runter zu schreien. Ich hörte nicht wirklich zu, weil er schon wieder damit angefangen hatte, wie lächerlich er doch die Menschen fand. Dass Menschen an Übernatürliches glauben, konnte er nie verstehen. Er redete fast wie ein Wasserfall und ich blendete es komplett aus. Aber mit einem Mal war er still. Er machte keinen Mucks mehr.
Ich ging etwas näher an die Treppe und rief seinen Namen. Keine Antwort.
Plötzlich ertönte ein kurzer Schrei. Er musste sich erschreckt haben.
"Ist da etwa eine Spinne?", versuchte ich lustig zu sein. Das nächste was ich hörte, beantwortete diese Frage. Indirekt.
Es war ein schmerzerfüllter Schrei voll mit Qual und Angst. Doch auch das war kurze Zeit später nicht mehr zu hören. Nur noch wie etwas auf den Boden fiel.
Wie angewurzelt stand ich da und konnte mich kein Stück bewegen. Ich wusste nicht, was oben vorgegangen war, aber ich wusste, dass es das Monster gewesen sein musste. Wie sonst hätte man das erklären sollen?
Ich musste weg von dort. Das war das einzige, an was ich denken konnte. Den Gedanken, hoch zu gehen und nach ihm zu sehen, warf ich ziemlich schnell weg. Ich würde wahrscheinlich drauf gehen. Ohne viel nachzudenken, lief ich zur Tür und versuchte, sie zu öffnen.
Sie war zu. Ich war gefangen.
Der Weg nach draußen war versperrt. Ich rüttelte an der Tür, so kräftig ich nur konnte - es half nichts.
Die Tür war doch vorhin offen...
Schnell drehte ich mich um und schaute, ob es einen anderen Ausgang gab. An der Wand rechts neben mir war ein Fenster. Ich wollte darauf zu gehen, aber ich stoppte in meinem Tun als ich ein Geräusch hörte. Es war, wie als wäre jemand ganz schnell an mir vorbei gelaufen. Aber da war niemand.
Eine meiner schlechten Eigenschaften ist definitiv, dass ich, sobald ich Angst habe, mich nicht bewegen kann, quasi wie eingefroren bin. Also stand ich nur da. Als ich wieder einen Schritt nach vorne machen konnte, hörte ich ein Flüstern. Und schon wieder hatte ich Angst.
Ich konnte nicht genau verstehen, was diese Stimme sagte. Langsam wurde es verständlicher und ich hörte meinen Namen.
Was soll das denn jetzt?
Das Flüstern schien lauter zu werden. Es wurde mehr und mehr, wie als würden immer mehr Stimmen laut durcheinander sprechen. Es war ohrenbetäubend, wie als würden die Stimmen schreien. Aber sie flüsterten immer noch.
Für einen Augenblick, fragte ich mich ob ich mir nicht irgendwo den Kopf gestoßen hatte und nun bewusstlos irgendwo lag und mir das alles nur einbildete.
Doch plötzlich war es wieder still. Eine unangenehme Stille legte sich in den Raum. Es war wie, als läge mir Watte auf den Ohren, es tat schon fast weh. Mein Herz schlug immer schneller und schon übertönte es die Stille im Raum.
Immer noch an der Tür stehend und nicht fähig mich zu bewegen, starrte ich auf das große Fenster und malte mir aus, wie ich abhauen würde. Ich blieb aber stehen. Entweder war es immer noch die Angst, die mich nicht gehen ließ, oder es war etwas anders, dass mich festhielt an diesem Ort.
Langsam schaffte ich es mich aus der Starre zu lösen. Ich trat einen Schritt nach vorne und-
Plötzlich stand es vor mir. Ungefähr drei Meter vor meinen Augen stand das Monster, das Wesen vor dem alle Angst hatten. Verständlich. Man sah Ähnlichkeiten mit einem Mensch, aber die Haut... sie sah aus wie angemalt mit schwarzer Farbe. Er schaute mich böse an.
Mein Herz schlug so heftig gegen meine Brust, dass es schmerzte. Ich wollte wegrennen, aber das ging mal wieder nicht. Und plötzlich stand er direkt vor mir.
Ich schloss meine Augen, da ich Angst davor hatte ihn anzuschauen. Ich rechnete mit dem Schlimmsten, dass er mich umbringen würde. Innerlich verabschiedete ich mich schon von meinem Leben. Eine Träne rollte mir über die Wange. Aber es tat sich nichts.
Gefühlte Minuten lang stand ich einfach nur mit geschlossenen Augen da. Ich wartete darauf, dass etwas passieren würde, aber es tat sich nichts. Ich spürte wie er immer noch vor mir stand, aber er rührte sich nicht von der Stelle. Nach einer halben Ewigkeit, öffnete ich dann doch langsam meine Augen, weil ich einfach wissen wollte, was los war, warum nichts passierte. Und dann sah ich seine Augen.
Sie waren schwarz. So schwarz wie seine Haut. Aber dennoch nicht komplett schwarz. Ein hell schimmernder Kreis umrandete seine Iris und mittendrinnen waren zwei helle glitzernde Punkte. Sie sahen aus wie Sterne. Kleine, funkelnde, wunderschönde Sterne. So etwas schönes hatte ich zuvor noch nie gesehen. Aber dann bemerkte ich eine Emotion. Seine Augen strahlten Angst und Trauer aus und einen unendlichen Schmerz. Er muss wohl sehr gelitten haben...
Ich bemerkte, dass wir uns eine Weile lang in die Augen gesehen hatten und realisierte so langsam die Situation. Ganz schnell schaute ich weg, und im nächsten Moment war auch mein Gegenüber wieder verschwunden.
Was war das gerade eben?
Was hab ich da gedacht?
Er ist ein Monster!
Aber warum hat er mich dann nicht umgebracht?
Und was mach ich jetzt?
----------------------------
Also das ist mein special... einfach ein sehr langes Kapitel xD
ich hoffe ihr findets cool ^^
und nochmal danke für die vielen reads und votes <3
it really means a lot to me <3<3<3
DU LIEST GERADE
who is in control? ♱ Jeongchan
Fanfiction"Tag 1 Ich habe Angst. Keine Ahnung was jetzt passieren wird. Alleine in diesem riesigen Haus. Und ich weiß nichts. Weder über mich, noch über das was jetzt kommen wird. Eine Sache weiß ich: ich will nie wieder jemanden verletzten müssen." So etwas...
